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Kommunalwahl

Für Anja Wolbergs ist die Wahl spannend

Hausbesuch bei den OB-Kandidaten in Regensburg: Anja Wolbergs sagt, ihr Mann habe sich nicht verändert.
Von Heike Haala, MZ

Anja Wolbergs beim Joggen Foto: altrofoto.de
Anja Wolbergs beim Joggen Foto: altrofoto.de

Regensburg.Jeden Morgen, wenn Anja Wolbergs, die Ehefrau des SPD-OB-Kandidaten Joachim Wolbergs, die Vorhänge in ihrer Küche zurückschiebt, blickt sie in ein bekanntes Gesicht. Und zwar in das Gesicht von Christian Schlegl. Er ist der OB-Kandidat der CSU und der Stichwahlkontrahent ihres Mannes. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat die Partei zwei Plakatwände aufgestellt. Über die Plakate war Anja Wolbergs anfangs zwar überrascht, ärgern aber tut sie sich darüber nicht: „Das sehe ich als Motivation für die letzten Meter“, sagt sie. Und weil sich die Stelle gut für Plakate eignet, hat die Familie am eigenen Gartenzaun Parteiwerbung von Wolbergs aufgehängt.

Dass Wahlkampf ist, merkt Anja Wolbergs vor allem daran, dass die Absprachen zwischen ihr und ihrem Mann im Moment hauptsächlich telefonisch ablaufen. Für Anja Wolbergs ist es der zweite Wahlkampf, in dem ihr Mann um das Amt des Regensburger Oberbürgermeisters kämpft. Deswegen wusste sie bereits, was in dieser Zeit auf sie zukommt. Außerdem weiß Anja Wolbergs, dass die Menschen in ihrer Familie und ihrem Freundeskreis fest zusammenhalten und mithelfen, wenn Not am Mann ist. Auf diese Weise kann sie den Wahlkampf und die Stichwahl als eine spannende Zeit sehen. Für das Gefühl, das sie hatte, als sie am Sonntag die erste Hochrechnung für die Wahl des Oberbürgermeisters gesehen hat, fehlen ihr die Worte: „Wir haben uns so gefreut, das war schön“, sagt sie.

Die Familie Wolbergs will aber auf dem Boden bleiben. Noch steht die Stichwahl aus. Das Feedback, das auch Anja Wolbergs bekommt, überwältigt sie: In der Sparkasse, wo sie arbeitet, auf der Straße, per Mail oder SMS gratulieren ihr die Bekannten. Sollte ihr Mann Oberbürgermeister werden, freut sie sich für ihn, dass er in den kommenden sechs Jahren viel bewegen darf. Auf eine kleine Urlaubsreise im Sommer mit der gesamten Familie hofft sie bei all der Arbeit dennoch.

Joachim und Anja Wolbergs haben sich vor 16 Jahren kennengelernt, als die Sparkassenangestellte in Teilzeit einem Nebenjob nachging. Anja Wolbergs sieht nicht, dass sich ihr Mann verändert hat, seit es auf die Wahl zugeht. Er sei ganz der Alte geblieben: „Wir sind ja seit 15 Jahren verheiratet, da kennt man den Partner schon von allen seinen Seiten“, sagt sie. Und weil sie ihren Mann so gut kennt, hat Anja Wolbergs in den vergangenen Wochen auch registriert, dass er einen kleinen Spleen entwickelt hat: Das ist ein gesteigerter Appetit auf Erdnüsse. „Das sind Unmengen! Wenn er zu viel davon isst, dann verstecke ich sie vor ihm“, sagt sie. Joachim Wolbergs‘ Frau weiß aber auch, wie sie die Laune ihres Mannes ohne Erdnüsse heben kann: „Wenn ich ihm etwas Lustiges vom Alltag mit den Kindern erzähle und wir gemeinsam lachen, dann ist alles wieder gut.“

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