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Natur

Gärtnern gegen den Klimawandel

Der OGV Oberisling-Leoprechting erfuhr von einem Bodenexperten viel Neues. Die Ausflüge sind beliebt.
von Bernhard Gietl

Gute und schlechte Böden: Peter Gockel bot beides zum Anfassen. Foto: Gietl
Gute und schlechte Böden: Peter Gockel bot beides zum Anfassen. Foto: Gietl

Regensburg.Bei der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Oberisling-Leoprechting freute sich die Vorsitzende Ingrid Schirrmacher über den guten Besuch. Die Aktivitäten des Vereins beschränken sich auf Weniges, etwa das Pflegen des Blumentrogs bei der Dorflinde. Anklang finden die Ausflüge zu den Landesgartenschauen, im letzten Jahr nach Pfaffenhofen, heuer nach Würzburg. Plätze dazu sind noch frei, auch Nichtmitglieder sind willkommen. Sehr beliebt war stets der Blumenwettbewerb. Dass dieser nicht mehr stattfindet, bedauerten die Gartenfreunde.

Gespannt erwartete man die Ausführungen des Bodenexperten, ob es tatsächlich neue Erkenntnisse über richtiges Gärtnern gibt. Die Erwartungen wurden in keiner Weise enttäuscht, es wurde ein mehr als spannender Abend.

Kann der Hobbygärtner den Klimawandel beeinflussen? Peter Gockel, der auch Fachbeirat in der „Interessengemeinschaft Gesunder Boden“ e. V. ist, bejahte die Frage. Da der Humus sehr viel CO2 speichert, weltweit aber die Humusgehalte sinken, wird dieses Gas frei und begünstigt den Klimawandel. Zudem können unsere Böden weniger Wasser aufnehmen, was sich etwa bei Starkregen rächt. Dieser Entwicklung lasse sich gegensteuern, indem die Böden wieder verbessert werden. Diese seien ständig einseitig überdüngt und damit eigentlich arm.

Gockel bot nach eigenen Worten halbvergessenes Wissen wieder an, denn „mit ganz wenig Aufwand kann man viel mehr Fruchtbarkeit“ erreichen. Mit Mulchen oder deckender Bepflanzung etwa lasse sich der Boden bei starker Sonneneinstrahlung so weit kühl halten, dass die Erdoberfläche nicht über 25 Grad ansteigt und die Bodenorganismen dadurch am Leben bleiben. Mit einfachen Mitteln wie Gesteinsmehl, Schachtelhalm oder Huminstoffen, etwa in Kaolin enthalten, werden nicht nur Schädlinge abgehalten, sondern die Böden auf die Zukunft vorbereitet. Es gab Tipps und praktische Hilfe und nach der Veranstaltung noch viel Gesprächsstoff.

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