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Justiz

Geldfälscher muss in Haft

Der 25-jährige hatte zwei Landsleute zum Zahlen mit „Blüten“ in Regensburger Diskotheken angestiftet.
Von Marion von Boeselager

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger (links) Foto: Boeselager
Der Angeklagte mit seinem Verteidiger (links) Foto: Boeselager

Regensburg.Ein wegen Geldfälschung angeklagter Albaner (25) muss für zweieinhalb Jahre hinter Gitter. Das Regensburger Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dr. Wolfhard Meindl sah es am Ende der Vernehmung zahlreicher Zeugen als erwiesen an, dass der Mann zwei seiner Landsleute im Mai vor zwei Jahren dazu anstiftete, ihre Cocktails in Regensburger Nachtclubs mit falschen 50-Euro-Scheinen zu zahlen. Dazu hatte er ihnen mehrere „Blüten“ unbekannter Herkunft zur Verfügung gestellt, befand das Gericht. Als Lohn für seine Großzügigkeit verlangte der Mann, dass ihm seine Komplizen pro falschen Fünfziger 20 bis 30 Euro echtes Wechselgeld herausgaben.

Geldfälscher hatten zunächst Erfolg

Wie berichtet, hatte das Trio auf seiner nächtlichen Tour durch die Regensburger Altstadt zunächst mit diesem „Geschäftsmodell“ Erfolg: Im „Pony“ konnten die Männer ihrer Drinks mit den Blüten zahlen und erhielten echte Münzen und Scheine zurück. In der Diskothek „Sudclub“ am Domplatz erkannte der Barkeeper jedoch die Blüten. Er informierte die Sicherheitskräfte, die die Täter festhielten. Zwei von ihnen kamen in Polizeigewahrsam. In ihren Taschen befand sich noch Falschgeld. Insgesamt wurden laut Kripo 14 falsche Scheine sichergestellt. Der Anstifter konnte jedoch flüchten.

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Einer der Mittäter wurde ausgewiesen

Die zwei geständigen Mittäter, denen schon 2017 wegen Geldfälschung der Prozess gemacht wurde, hatten bei der Polizei den Anstifter beschrieben, seinen Namen nach Gehör genannt und den wegen Ladendiebstahls vorbestraften Mann auch auf einer Wahllichtbildvorlage erkannt. Einer der beiden jungen Albaner, der mehr auf dem Kerbholz hatte, wurde inzwischen aus Deutschland ausgewiesen. Sein Kumpel (23), der in Regensburg lebt und arbeitet, wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Mehr Blüten im Freistaat

  • Anstieg:

    In Bayern tauchen immer öfter Falschgeld-Noten auf. Allein im ersten Halbjahr 2017 sei die Zahl der sichergestellten Euro-Blüten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als zehn Prozent gestiegen, teilte das Bayerische Landeskriminalamt mit.

  • 5600 Banknoten:

    In den ersten sechs Monaten des Jahres seien mehr als 5600 Banknoten aus dem Verkehr gezogen worden. Weil die Falschgeldzahlen seit fünf Jahren kontinuierlich steigen, kann man davon ausgehen, dass sich der Trend fortsetzt.

Der 23-jährige Lagerist trat nun vor dem Schöffengericht als Hauptbelastungszeuge auf und identifizierte den Anstifter auf der Anklagebank. Der saß in den letzten Monaten in anderer Sache in Frankreich in Strafhaft und wurde aufgrund eines internationalen Haftbefehls an die deutsche Justiz ausgeliefert.

Angeklagter bestritt die Tat

Der Angeklagte bestritt über seinen Verteidiger Alexander Greithaner jedoch vehement, überhaupt etwas mit der Falschgeldsache zu tun gehabt zu haben. Greithaner forderte deshalb in seinem Plädoyer Freispruch für seinen Mandanten nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten.“ Es seien Zweifel an seiner Täterschaft geblieben, so der Anwalt.

Das Gericht schenkte aber den Angaben des Belastungszeugen – trotz einiger Abweichungen seiner Aussage gegenüber früheren Vernehmungen – Glauben. Es folgte mit seinem Urteil dem Antrag des Staatsanwalts.

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