MyMz
Anzeige

Politik

Gesund und munter: Huber zurück im Amt

Mehr Natur am Donauufer, Carsharing, Leihräder: Der Regensburger Bürgermeister hat den Krebs besiegt und sprüht vor Energie.
von Heike Haala

Jürgen Huber kehrt nach längerer Erkrankung wieder ins Amt zurück. Foto: Klein
Jürgen Huber kehrt nach längerer Erkrankung wieder ins Amt zurück. Foto: Klein

Regensburg.Fröhlich, euphorisch, voller Emotion, laut und deutlich: So meldete sich der Regensburger Bürgermeister Jürgen Huber am Donnerstag offiziell im Alten Rathaus zurück. Anfang Juli hatte ein Arzt Krebs bei ihm diagnostiziert. Deswegen war Huber bis jetzt krankgeschrieben. „Jetzt aber stehe ich der Stadt wieder zur Verfügung“, sagte der Bürgermeister während einer Presserfahrt durch die Altstadt mit dem E-Bus „Emil“. Den hatte Frank Steinwede, Betriebsleiter der Regensburger Verkehrsbetriebe, extra zu Hubers Rückkehr organisiert.

Huber war bestens gelaunt, sprühte vor Energie. Wenn er redete, erzählten seine Hände die Geschichten mit. Der Bürgermeister hatte zwar ein ausformuliertes Manuskript zu seinen politischen Plänen von mehreren Seiten dabei. Dennoch sprach er über weite Teile frei von der Seele weg. Ab und zu spickte er in den Zeilen, um kein Thema zu vergessen. Am Ende der Tour zeigte sich der Bürgermeister berührt. Bei der vielen Zeit, die er seit Beginn der Amtszeit im Alten Rathaus verbracht hatte, sei es ihm so etwas wie eine Heimat geworden sagt er. Umso mehr freue er sich jetzt, seine Mitarbeiter wieder zu sehen. Die seien ihm sehr ans Herz gewachsen, sagte er und klopfte sich mit der Faust auf die linke Brust.

Jürgen Huber freut sich über seine Rückkehr in die Politik.

Bürgermeister Huber strotzte bei seinem ersten Termin im Rathaus nur so vor Tatendrang. Video: Simone Grebler

Während des Termins erzählte Huber auch von der Krebserkrankung, die ihn Anfang Juli von einem Tag auf den anderen aus dem Amt riss. „Damit musste ich erst einmal klarkommen. Wie so viele“, sagte der Bürgermeister. Er habe Glück im Unglück gehabt. Der Krebs war gut behandelbar. Huber habe sich die meiste Zeit in seiner Wohnung auskurieren können, musste aber immer wieder in eine Tagesklinik, um sich einer Chemotherapie zu unterziehen. Jede dieser Sitzungen dauerte vier bis fünf Stunden. Die Arbeit als Politiker hat ihm gefehlt. „Ich konnte ja nichts tun, außer aus dem Fenster zu sehen“, sagte er.

Ausgeruht und frisch

Auch jetzt müsse er noch aufpassen, dass er sich nicht übernimmt. Er merke schon noch, dass eine schwere Krankheit hinter ihm liegt. „Ich hatte immer gute Fingernägel. Jetzt sind sie aber brüchig. Wenn ich in der Nacht aufwache, habe ich einen trockenen Mund“, sagt Huber über die Nachwirkungen. Aber das kann seinen Schwung kaum dämpfen. Denn der Bürgermeister blickt nach vorne: „Ich bin ausgeruht, war auf Reha. Dort habe ich viele Bäder und kalte Duschen genommen.“

Und so kam er während der Altstadttour im „Emil“ auf seine Pläne bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2020 zu sprechen. Huber will das stadteigene Carsharing-System „Earl“ ausbauen. Die beiden Autos, die jetzt in Betrieb sind, seien ständig ausgebucht. Huber hätte gerne, dass insgesamt zwischen fünf und zehn dieser Gefährte durch Regensburg flitzen. Auch das Thema „Leihfahrrad“ soll wieder Fahrt aufnehmen. Der Bürgermeister räumte ein, dass sich die Umsetzung dieses Projekts ziemlich ziehe. „Aber das kommt jetzt dann“, sagte er.

Klima: Stadt rüstet sich

Außerdem hat die Stadt laut Huber eine neue Stelle geschaffen, die bald mit einem Experten auf dem Gebiet der „Klimaresilienz“ besetzt werden soll. Der neue Kollege oder die neue Kollegin im Umweltreferat soll sich überlegen, auf welche Weise sich die Stadt gegen Krisenereignisse wie Starkregen wappnen kann. Dabei gehe es nicht nur um Hochwasserschutz. „Auch Unterführungen und Privathäuser müssen geschützt werden“, sagte Huber. Weiterhin will er sich den Donauufern widmen. Der Bürgermeister möchte Uferabschnitte renaturieren. „Auf der Schillerwiese haben wir da schon viel erreicht. Aber in Regensburg gibt es ja noch weitere Ufer“, sagte er. So soll sich die Stadt zum Fluss hin öffnen.

Noch keine Lösung hat Huber dagegen für den Dörnbergpark. Das beliebte Freizeitgelände ist seit Dezember gesperrt. Eine Baumkrankheit hatte in der Vergangenheit immer wieder dafür gesorgt, dass alte Bäume gefällt werden mussten. Ein abschließendes Urteil habe sich Huber mit dem Verweis auf einen in der kommenden Woche anstehenden „Jour Fix“ mit Stadtgartenamtsleiter Hans-Dietrich Krätschell zwar noch nicht gebildet, dennoch sagte er. „Ich fürchte, wir müssen uns darauf einstellen, diesen zauberhaften Park neu zu denken.“

Die E-Bus-Rundfahrt durch die Altstadt war nicht der erste Termin für Huber nach seiner Krankheit. Einen Tag zuvor hatte er an einer Pressekonferenz teilgenommen, während der das Ergebnis der Bürgerbefragung zur Neugestaltung des Bahnhofsareals veröffentlicht wurde. Bereits während dieses Termins zeigte Huber sich voller Elan. Zum Beispiel indem er die Rolle des Stadtrats als Instrument der Bürgerbeteiligung mit schwungvoller Pose hervorhob. Am Abend war er zu Gast beim Aschermittwoch der Künstler im Leeren Beutel mit dem Bildhauer Markus Lüpertz. „Ich bin so happy“, sagte Huber über seine Rückkehr nach der Krankheit.

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht