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Regensburg
Sonntag, 22. April 2018 27° 2

Ehrung

Gold für Förderer der Stadtbahn

Professor Weber hat das „Bündnis für einen hochwertigen ÖPNV“ geschmiedet. Der VCD würdigt ihn dafür mit dem „Bruckmandl“.
Von Michael Scheiner

VCD-Vorsitzender Bogie (links) überreichte Professor Walter Weber für sein Engagement für die Stadtbahn das „Goldene VCD Bruckmandl 2017“. Foto: mic

Regensburg.„Den woll ma grad nicht mehr haben!“ Also kurz warten und nochmal auf den Auslöser gedrückt. Beim Fototermin mit dem VCD-Vorsitzenden Wolfgang Bogie und Professor Walter Weber auf der Steinernen Brücke ist im Hintergrund ein Stadtbus zu sehen, der über die Eiserne Brücke Richtung Dachauplatz fährt. Den würden die beiden Umwelt-Aktivisten, ebenso wie der Kreisverband Regensburg des Verkehrsclub Deutschlands (VCD) lieber heute als morgen durch eine moderne Trambahn ersetzt sehen.

In Zukunft könnte diese dann, vom Dachauplatz kommend, die luftige Brücke vor dem künftigen Museum der Bayerischen Geschichte queren und die Gebiete nördlich der Donau mit den Stadtteilen und der Uniklinik im Süden verbinden. So jedenfalls geht eine konkrete Vision des „Bündnisses für einen hochTram-Bündnis sucht Öffentlichkeitwertigen ÖPNV im Raum Regensburg“.

Eine Stadtbahn quer durch das Stadtzentrum ist die Vision des Bündnisses. Animation: HP Zierer

Neben 25 Initiativen und Organisationen gehört auch der VCD-Kreisverband diesem Zweckbündnis an. Geschmiedet worden ist es von Professor Walter Weber. Zusammen mit Freunden und Mitgliedern des Architekturkreises Regensburg, dem er selbst angehört, hat der Ingenieur in zäher Kleinarbeit den Zusammenschluss ins Leben gerufen. Er habe sich „aktiv für Spenden eingesetzt“, die „Öffentlichkeitsarbeit vorangetrieben“ und „sich aktiv beim Bürgerbeteiligungsverfahren eingebracht“, zählt Bogie auf.

Beim Pressetermin unter freiem Himmel ist Weber an dem geschichtsträchtigen Ort von Bogie mit dem „Goldenen VCD Bruckmandl 2017“ geehrt worden. In seiner Rede würdigte der VCD-Vorsitzende das Engagement Webers für „die Wiedereinführung einer modernen Tram“ und die Erstellung einer Broschüre, in der dieses Zukunftsprojekt vorgestellt und die Vorzüge für die Stadt erläutert werden. „Die Trambahn ist ein wirkmächtiges Instrument der Stadtentwicklung“, wird Weber in der Broschüre zitiert, „ihre hohe Akzeptanz durch hervorragenden Fahrkomfort verlockt Autofahrer zum Umsteigen“. Auf diese Weise würden Straßen und Umwelt effektiv entlastet und der „CO2 Ausstoß durch den alltäglichen Personen- beziehungsweise Pendlerverkehr“ deutlich reduziert. „Die Tram“, heißt es weiter, „bestimmt das Bild einer Stadt und deren Außenwirkung“, eine Großstadt ohne Straßenbahn bleibe heute provinziell.

Mit dem Bündnisschmied Weber ist nach einem Verkehrssicherheits-Team, der Maschinenfabrik Reinhausen, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und der Krones AG zum fünften Mal eine Person gewürdigt worden, „die sich aktiv für (…) die Stärkung der Verkehre des Umweltverbandes einsetzt“. Als Sympathieträger der Steinernen Brücke ist das „Bruckmandl als symbolische Figur“ gewählt worden.

In seiner Dankesrede sprach Weber der Wiedereinführung einer Stadtbahn „eine vergleichbare Bedeutung für die Stadt“ zu, wie dem Beschluss „des Stadtmagistrats vor fast 900 Jahren zum Bau der Brücke, auf der wir jetzt stehen“.

Das Bündnis

  • Umfang:

    Dem „Bündnis für einen hochwertigen ÖPNV im Raum Regensburg“ gehören 26 Gruppen und Initiativen an, darunter auch das Universitätsklinikum und die Bildungswerke KEB und EBW.

  • Information:

    Die Broschüre kann über die Seite www.vcd-bayern.de/regensburg/ heruntergeladen werden.

Das sei eine „mutige und gute Entscheidung“ gewesen, weil es „den Wohlstand der Stadt“ als Schnittpunkt zahlreicher Fernhandelswege auf Jahrhunderte gesichert habe. Ähnliche Impulse erwarte er sich von einem „hoffentlich einstimmigen Beschluss“ des Stadtrats zur Stadtbahn. Das Thema sei viel zu bedeutend, um damit „parteipolitische Spielchen“ zu treiben. Mit dem Beschluss für „eine Tram für Regensburg“ würde die Stadt zukunftsfähig gemacht werden und könnte mit Städten wie Augsburg und München „Schritt halten“.

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  • FH
    Franz Huber
    31.03.2018 08:53

    Ein höherwertiger schienengebundener ÖPNV in Regensburg ist zu begrüßen, sollte aber nicht ausschließlich eng innerstädtisch betrachtet werden und mindestens zu den an die Stadt angrenzenden Nachbargemeinden gebaut werden. Mit enger Taktung, Tarifsystem und P+R Plätze wäre es ein attraktiver Beitrag für den regionalen Verkehr, der zum großen Teil die BAB A3 und A93 im Ballungsraum Regensburg mit 75.000 Pendlern täglich belastet. Des Weiteren sollte eine Regio-S Bahn mit zusätzlichen Haltepunkten an bestehenden (und zu ergänzenden) Schienentrassen, dafür sorgen, dass Arbeitnehmer effektiv zu ihren Arbeitsplätzen im Stadtosten, Neutraubling, Gewerbepark, Haselbach und Stadtwesten gelangen. Langfristig sichert dies ergänzend durch Begrenzung des motorisierten Individualverkehrs (fossile Verbrennung) in der Innenstadt, die Attraktivität und Prosperität der Gesamtregion Regensburg.

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