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Familie

Hier finden Menschen in Regensburg Hilfe

Leistungsdruck, Zoff und Mobbing: 4472 Menschen suchten in den Beratungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge Rat.
Von Christl Metzner

Kontakt zu außenstehenden Helfern kann einen Weg aus der Krise aufzeigen.Foto: Jens Büttner dpa

Regensburg.4472 Personen haben im Jahr 2016 in der Beratungsstelle Rat gesucht, erläuterte Dr. Hermann Scheuerer-Englisch von der Jugendberatungstelle der Katholischen Jugendfürsorge vor der Presse. Bemerkenswert sei, dass ca. 40 Prozent davon Alleinerziehende und ca. 45 Prozent Kinder aus Trennungsfamilien sind.

Leben in Spannungsfeldern

Es suchten deutlich mehr männliche als weibliche Jugendliche Rat, wobei die Altersgruppe der 6- bis 11-jährigen am stärksten vertreten ist, gefolgt von 12- bis 17-jährigen Jugendlichen. Auch die Kindergarten- und Vorschulkinder sind vertreten, wie auch einige Volljährige, die mit ca. 8 Prozent die niedrigste Gruppe ausmachen. Insgesamt liegt der Anteil der 12- bis 17-Jährigen und über 18-jährigen jungen Ratsuchenden bei 39 bis 40 Prozent. Der hohe Anteil Jugendlicher zeige, dass das Leben zwischen Spannungsfeldern nicht leicht ist. Beratungsstellen des KJF sind anerkannte und niedrigschwellige Anlaufstellen, die gerne angenommen werden. Das Angebot reicht von Einzel- oder Familiengesprächen mit einem oder beiden Elternteilen, bis zu Kinder- und Elterngruppen, in denen gemeinsam Lösungen besprochen und diskutiert werden. Die Beratung ist kostenfrei und vertraulich, der Kontakt kann telefonisch, persönlich oder über die Homepage erfolgen.

Die größte Gruppe der Ratsuchenden sind junge Erwachsene, die mit dem Stress in der Schule, hohem Leistungsdruck oder Zoff im Elternhaus, Mobbing, vermehrt auch Cybermobbing, zu hohem Medienkonsum nicht mehr klarkommen. In wachsendem Maße sind auch geschwächte oder zerfallende Familienbeziehungen der Grund, warum junge Menschen eine Beratungsstelle aufsuchen. „Was die jungen Menschen brauchen, sind sinnstiftende, gute Erfahrungen“, sagt Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, „ebenso wie Selbst-Bewusstsein, Orientierung bei der Identitätssuche und Ideen für ihren Lebensweg“.

Anlaufstellen

  • Beratung:

    Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, Ostengasse 31, Tel. (0941) 79982-0. Telefonseelsorge: 0800-1110111

  • Hilfe:

    Jugendtelefon kopfhoch (6 bis 22 Uhr) 0800 -5458668; Jugendberatung Stadt (0941) 507 -2762; Jugendberatung Diakonie (0941) 2977111; Jugendberatung Katholische Jugendfürsorge (0941-79982-0)

Das Angebot der Beratungsstellen des KJF erweitert sich ständig. Aus dem vielfältigen Angebot nannte Dr. Scheuerer-Englisch das Beispiel von Birgit Hecht, Diplompsychologin in der Erziehungs-, Jugend und Familienberatungsstelle. Sie bietet vor Ort einen Elterngesprächsabend rund um das Thema Pubertät an, der sich an Eltern von Kindern zwischen 12 und 17 Jahren richtet, wobei an fünf Abenden jeweils ein Themenschwerpunkt diskutiert wird. Wenn Sie sich als Eltern zum Beispiel fragen: „Ist das noch normal oder haben wir ein Problem?“ oder „Machen wir alles falsch oder doch vieles richtig und geht das auch anderen so?“, dann sind das Fragen, die möglicherweise am Beginn einer neuen Entwicklungsphase der Eltern-Kind-Beziehung stehen. Das Angebot ist kostenfrei, eine Spende ist willkommen.

Suizid ist bei Jugendlichen die zweithäufigste Todesursache. Die zehn Beratungsstellen des KJF Regensburg sind somit wichtige Anlaufstellen für Kinder und Eltern zu diesem Themenbereich. Die meisten Menschen, die in einer Krise stecken, wollen nicht sterben. Nur weiterleben wie bisher, das wollen sie nicht. Kontakt zu außenstehenden Helfern kann einen Weg aus der Krise aufzeigen.

Beratung ist kostenfrei

In Regensburg wird es nach den Pfingstferien eine offene Sprechstunde (jeweils mittwochs von 15.30 bis 17 Uhr) geben, wobei man telefonisch oder persönlich erscheinen oder auch mittels Chat Kontakt aufnehmen kann. Die Beratung ist kostenfrei, auch ohne Eltern möglich, die Gespräche finden in achtsamer Vertraulichkeit statt. Ziel ist es, Probleme ohne Bewertung wahrzunehmen, den Blick auf das Positive zu ermöglichen, Ressourcen zu stärken.

In den Beratungsstellen arbeiten PsychologInnen, PädagogInnen, SozialpädagogInnen und BeraterInnen aus ähnlichen Berufen. Sie alle haben Erfahrung mit Fragen, Problemen und Sorgen, die in der Erziehung auftauchen können und nehmen sich Zeit für alle Ratsuchenden – unabhängig von Nationalität oder Religion. Die Beratung ist stets vertraulich und unterliegt der Schweigepflicht. Kontakte zu Personen, wie zum Beispiel zu Lehrern finden nur mit schriftlichem Einverständnis des Ratsuchenden statt. Alle Beratungen sind kostenfrei.

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