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Neuheit

Hygiene im Bus per Knopfdruck

Die RVB bietet einen neuen Service an. In fünf Regensburger Bussen sind Hygienespender zur Handdesinfektion installiert.
Von Gabi Hueber-Lutz

•Franziska Niebauer nutzt die Möglichkeit, sich im Bus die Hände zu desinfizieren. Foto: lhl
•Franziska Niebauer nutzt die Möglichkeit, sich im Bus die Hände zu desinfizieren. Foto: lhl

Regensburg.Sie kommt so sicher wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche: die alljährliche Grippewelle. In Regensburg wollen die Verkehrsbetriebe nun dazu beitragen, dass sie vielleicht etwas milder ausfällt. Seit Dezember sind in fünf der 112 Bussen der Regensburger Verkehrsbetriebe (RVB) Hygienespender zur Handdesinfektion installiert. Vorerst laufen sie im Testbetrieb und spucken auf Knopfdruck eine kleine Portion des desinfizierenden Schaums aus.

Die Busse wechseln fast täglich die Linie, sind also im ganzen Stadtgebiet und bis Pentling unterwegs. Eines der Fahrzeuge war am Freitag auf der Linie zwei Richtung Karl-Stieler-Straße eingesetzt. Mit ihm fahren sehr viele Studenten. Die meisten, die an diesem Tag unterwegs waren, haben das neue Geräte noch nicht registriert. Aber ja, gute Idee, so lautet der Tenor, als sie darauf aufmerksam werden.

Warten, bis der Bus steht

So sehen die Spender aus. Foto: Lex
So sehen die Spender aus. Foto: Lex

Des Vorschlag kommt von der Ideenfabrik der Stadtwerke Regensburg. Dort entwickeln die Mitarbeiter Service-Verbesserungen und neue Produktideen, sagt Pressesprecher Martin Gottschalk. Der desinfizierende Schaum auf Alkoholbasis tropft nicht, ist parfüm- und farbstofffrei und allgemein gut verträglich, versichern die Verkehrsbetriebe. Die Bedienhinweise sind direkt auf dem Spender angebracht. Der Eigenversuch zeigt: Vielleicht sollte man besser warten, bis der Bus steht, bevor man desinfiziert.

Wie sinnvoll solche Desinfektionsmittel sind, verrät ein Arzt im Interview.

Manche der Fahrgäste können sich die herumschwirrenden Viren und Bakterien fast bildlich vorstellen und sind schnell der Meinung, dass es schön ist, „wenn man sich die Hände mal desinfizieren kann“. Sarah-Luisa Bölter findet die Möglichkeit der Desinfektion „cool“, denn die Griffe in den Bussen seien gerade zur Erkältungszeit doch „irgendwie eklig“. Einer der Studenten erzählt, dass er viele Leute kennt, die selber Desinfektionsmittel dabeihaben. Das Bedürfnis scheint vorhanden zu sein. Ein anderer Kommilitone steht dem eher skeptisch gegenüber: „Wenn jemand sehr anfällig ist, dann vielleicht schon.“ Aber für die Allgemeinheit hält er das nicht für richtig.

Eine wissenschaftlich fundierte Basis haben die neuen Geräte in den Bussen nicht. Sie sind eher das Ergebnis eines subjektiven Gefühls: „Die Kolleginnen und Kollegen haben für sich selbst, aber auch im Gespräch mit Fahrgästen festgestellt, dass hier ein Bedarf besteht und diese Serviceleistung die Aufenthaltsqualität und das Wohlbefinden im Bus steigern würde“, sagt Gottschalk. Ruth Haas kommt ein wenig ins Grübeln ob des neuen Angebots. Die Pentlingerin ist oft ehrenamtlich als Besuchsdienst im Krankenhaus unterwegs. Dort desinfiziert sie die Hände am Anfang, wenn sie das Krankenhaus verlässt und auch zwischen den einzelnen Patientenbesuchen.

Beim Aussteigen desinfizieren

Sie überlegt , zu welchem Zeitpunkt eine Desinfektion im Bus eigentlich sinnvoll wäre und kommt zu dem Ergebnis, dass es wohl beim Aussteigen am besten wäre. Gabriele und Reinhold Berger fahren viel mit dem Bus und finden die Hygienespender richtig gut, gerade jetzt zur Erkältungszeit. Sie haben sie auch schon genutzt. Bisher hat das Rentnerpaar im Winter den Kontakt mit viel berührten Flächen dadurch vermieden, dass sie ihre Handschuhe im Bus anbehalten haben. Und mehrere Fahrgäste sind der Meinung, dass die Aktion dann sinnvoll ist, wenn sie von möglichst vielen Leuten genutzt wird. „Wenn sich das durchsetzt, ist das gut. Aber es muss natürlich jeder mitmachen“, sagt Student Lucas. Werden die Spender gut angenommen, sollen nach einem Testjahr alle Fahrzeuge damit ausgestattet werden.

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