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Kultur

Jodeln, Rap und „Heulsusenmusik“

Die Akustiknacht bot eine aufregende Reise durch verschiedene Musikgenres.Der Lokschuppen war ausverkauft.
Von Leonie Düngefeld

Die Akustiknacht bot zahlreiche Höhepunkte. Foto: Düngefeld
Die Akustiknacht bot zahlreiche Höhepunkte. Foto: Düngefeld

Regensburg.Der Höhepunkt des Abends? Gute Frage. Vielleicht der Moment, in dem Sebastian Kretz dem älteren Teil des Publikums die Dating-App „Tinder“ erklärt und anschließend romantisch-ironisch besingt. Vielleicht auch das Stück, in dem Isabelle Fischer plötzlich zu „Mei Vater is an Appenzeller“ ihre Jodelkünste zum Besten gibt. Oder aber das wilde Cover von „Highway to Hell“ mit der Ukulele, zu dem Verstärkung aus dem Publikum auf die Bühne geholt wird. Nicht nur viele unterhaltsame, auch zahlreiche musikalische Highlights bot die 5. Regensburger Akustiknacht am Donnerstagabend.

Die Newcomerin Theresa Michelson begann den Abend im ausverkauften Lokschuppen der Music Academy mit eher ruhigen Balladen und sorgte mit ihrer beeindruckenden Soul-Stimme für Gänsehaut. Als „Isa & Ich“ boten Isabelle Fischer und Sebastian Kretz anschließend einen kreativen Mix aus eigenen und gecoverten Songs und begeisterten mit instrumenteller Vielfalt. Mal laut, mal leise, aber stets mitreißend. Mit „Jetzt wieder Heulsusenmusik!“ oder „Achtung, es geht sehr kitschig los“ leitete Kretz die ruhigeren Stücke ein. Er hatte die Künstler des Abends ausgewählt, die, bis auf Theresa Michelson, alle ihre Popularmusik-Ausbildung am College der Music Academy gemacht haben.

„Inzwischen findet die Akustiknacht schon zum fünften Mal statt“, berichtet Sebastian Meier, einer der Gesellschafter der Music Academy. Beim ersten Mal, 2014, habe der Vorverkauf trotz Werbung mit Flyern und Straßenmusik nur sehr schleppend begonnen, so Meier: „Auf einmal waren dann aber doch 200 Leute da.“ Viele Gäste sind der Veranstaltung seitdem treu geblieben. „Nur Theresa Michelson kannte ich noch nicht. Von ihr bin ich aber sehr positiv überrascht“, erzählt ein Gast, der jedes Jahr dabei ist und viele alte und neue Stücke der Musiker wiedererkannt hat.

„Wir sind furchtbar schee“, stellt Sebastian Kretz als dritten Act seine Band vor. Gemeinsam mit Uli Groeben und Andreas Januschke hat er sich in den vergangenen Jahren nicht nur regional einen Namen gemacht. Auch an diesem Abend reißt das Trio mit Witz und Charme das Publikum mit und sorgt mit Parodien auf aktuelle Phänomene wie Instagram, Cloud Rap (ein neuer Stil des Hip Hop) und 90er-Partys für Lacher. Zwischendurch schaffen sie es jedoch immer, auch seriös ihre Klasse zu beweisen. Mit dem Cover von Queens „Bohemian Rhapsody“ genauso wie mit selbst geschriebenen Songs. Und als Uli Groeben um gespielte Begeisterung bittet, weil er „nicht so gut Songs schreiben“ könne, weiß jeder im Saal, dass die Begeisterung gerade ganz besonders echt ist.

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