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Regensburg
Mittwoch, 15. August 2018 27° 3

Übung

Menschen aus brennender Schule gerettet

Die Burgweintinger Feuerwehrjugend war beim „Firefighter Rescuecamp“ 24 Stunden in Bereitschaft. 13 Einsätze standen an.
von Roland Ebner

Mit Stehleitern werden Menschen aus der Grundschule gerettet. Fotos: Oliver Bulla
Mit Stehleitern werden Menschen aus der Grundschule gerettet. Fotos: Oliver Bulla

Regensburg.Insgesamt 21 Jugendliche der Freiwilligen Feuerwehr Burgweinting waren jetzt erneut im brandheißen Einsatz rund um die Uhr. Zum fünften Mal im Turnus von zwei Jahren hatte die Wehr ihr sogenanntes „Firefighter Rescuecamp“ (FFRC) für den Nachwuchs organisiert.

„Andernorts wird dieses FFRC auch als ‚Berufsfeuerwehrtag‘ bezeichnet, da bei dieser bundesweiten Veranstaltung der Alltag einer Berufsfeuerwehr simuliert wird“, erklärt dazu FFW-Jugendwart Stefan Prechtl im Gespräch mit der MZ: „Hierzu übernehmen die Jugendlichen eine 24-Stundenschicht, in der sie dann alle eingehenden ‚Notrufe aus der Bevölkerung‘ abarbeiten.“

Ans Leistungsniveau angepasst

Das Gerätehaus der Feuerwehr Burgweinting wurde somit wiederum für ganze 24 Stunden zur Hauptwache Burgweinting samt eigener Leitstelle umfunktioniert. Diese Stelle koordinierte dann alle eingehenden Hilferufe und alarmierte die erforderlichen Fahrzeuge, um sie zu den jeweiligen Einsatzorten zu schicken.

Um das alles bewältigen zu können, haben die 21 Nachwuchskräfte einen Tag und eine Nacht lang die „Hauptwache Burgweinting“ im Kleinfeld bezogen, wo sie auch ruhen beziehungsweise schlafen konnten, soweit es ihnen die verschiedenen Einsatzanforderungen erlaubten.

Dabei handelte es sich verständlicherweise um fiktive Szenarien, wie Jugendwart Prechtl dazu ausdrücklich betont. Diese seien jeweils dem „Alter und dem Leistungsniveau“ der Jugendlichen angepasst. Das bestätigten dann auch die jungen Leistungsträger in einer ihrer Ruhephasen: „Recht hart, aber eine gute Vorbereitung auf den späteren Ernstfall!“ war beispielsweise zu hören.

Nachvollziehbar ist das durchaus: „Die Basis dieser zweitägigen Übung war schließlich das theoretische und praktische Wissen, wie es in den wöchentlichen Ausbildungsstunden gelehrt wird“, erläutert dazu Jugendwart Stefan Prechtl.

Und weiter: „Im Camp gilt es das erlernte Wissen fallabhängig anzuwenden.“ Dies wiederum fordere die junge Mannschaft auf zweierlei Art: „Zum einen müssen die Jugendlichen eigenständige Entscheidungen darüber treffen, wie sie bei bestimmen Situationen vorgehen; und zum anderen müssen bei dem einen oder anderen Szenario mehrere Tätigkeiten kombiniert werden, um das Einsatzziel zu erreichen.“ Speziell diese Erfahrung zeige den Jugendlichen, „wie wichtig es ist, sämtliche Handgriffe zu beherrschen und situativ Entscheidungen zu treffen“, so der Jugendwart.

„Beim diesjährigen FFRC wurden die hauptamtlichen Kräfte zu insgesamt 13 Einsätzen alarmiert, wobei sich zwei als Fehlalarme herausstellten“, ist zu erfahren. Prechtl erklärt dazu: „Das Einsatzspektrum ging von der ‚Ölspur‘ bis hin zur auflaufenden Brandmeldeanlage der Grundschule Burgweinting.“

Letztgenannten Einsatz bezeichnet der Jugendwart als den „krönenden Abschluss“ des diesjährigen FFRC: „Die Jugendlichen mussten mehrere Personen aus dem Schulgebäude ‚retten‘, wofür auch tragbare Leitern notwendig waren. Außerdem galt es einen Brand zu löschen.“ Diesen hatten die jungen Leute mit mehreren Strahlrohren zu bekämpfen.

Prechtls abschließendes Fazit: „Die Jugendlichen arbeiteten jedenfalls sämtliche Einsätze konzentriert und fachmännisch ab, so dass alle ‚verunglückten Personen gerettet‘ und ‚Sachschäden‘ auf ein Minimum reduziert werden konnten.“

Die Sicherheit beim Camp stehe jedoch insgesamt an erster Stelle, versichert der Jugendwart. So sei auch diesmal wieder im Vorfeld ein Konzept ausgearbeitet worden, das den gesamten Ablauf des FFRC vorgegeben habe. Zudem seien an allen Einsatzstellen Ausbilder vor Ort gewesen, die das Geschehen beobachten und bei Bedarf einschreiten konnten.

25 Helfer im Hintergrund

Zur Durchführung eines derartigen Camps werden aber auch zahlreiche Akteure hinter den Kulissen benötigt. „In diesem Jahr beteiligen sich 25 Helfer bei der Vorbereitung der fingierten Einsätze sowie der gesamten Organisation“, erläutert Prechtl. Diese hätten dafür gesorgt, „den Jugendlichen ein Einsatzszenario zu bieten, das der Realität sehr nahe kommt“. Und dies schließlich sei Zielsetzung des gesamten FFRC.

Wie es auf einer Wache unter „Kollegen“ so üblich ist, werde selbstverständlich auch gemeinsam gekocht und gegessen, so Prechtl. Auch das Putzen der Wache sowie die Pflege der Fahrzeuge gehören zu den Aufgaben einer jeden Wachmannschaft, so dass nach der absolvierten Schicht am Samstagnachmittag sämtliche Gerätschaften gereinigt wurden. Und auch das Gerätehaus sei wieder auf Vordermann gebracht worden.

Trotz anstrengendem Einsatz sei der Nachwuchs auch diesmal mit Feuer und Flamme bei der Sache gewesen. Von einem „absoluten Highlight für alle Jugendlichen“ spricht Prechtl hier.

Ein eigenes Konzept

  • Alle zwei Jahre

    Der Berufsfeuerwehrtag wird seit zehn Jahren von Feuerwehren in Deutschland organisiert. Die FFW Burgweinting beteiligt sich seit dem Jahr 2008 alle zwei Jahre.

  • Firefighter Rescuecamp

    Die FFW Burgweinting entwickelte dazu ein eigenes Einsatz-Konzept unter anderer Bezeichnung : Sie spricht hier von einem „Firefighter Rescuecamp“. (er)

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