mz_logo

Regensburg
Donnerstag, 19. Juli 2018 30° 1

Justiz

Missbrauch: Täter muss lange in Haft

Ein 58-jähriger Regensburger hatte sich an zwei Mädchen vergangen. Er wurde zu mehr als vier Jahren Gefängnis verurteilt.
Von Marion von Boeselager

Der Angeklagte im Gespräch mit Verteidiger Jörg Sodan Fotos: Archiv/Boeselager, Gruber
Der Angeklagte im Gespräch mit Verteidiger Jörg Sodan Fotos: Archiv/Boeselager, Gruber

Regensburg.Der 58-jährige Frührentner, der zwei kleine Mädchen in seiner Wohnung im Stadtsüden missbrauchte, ist am Freitag vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und fünf Monaten wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Carl Pfeiffer ordnete zudem die Unterbringung des alkoholkranken Mannes in einer Entziehungsanstalt an.

Die beiden acht- und zehnjährigen Schwestern waren, wie berichtet, am 11. April 2017 am Arnulfsplatz in den falschen Bus nach Hause eingestiegen: statt in die Linie 2b in die 2a. Die Kinder kannten sich aber im Fahrplan gut aus und wussten, dass sie an der Haltestelle Theodor-Storm-Straße in den richtigen Bus wechseln konnten. Auf der Fahrt dorthin sprach sie jedoch der ältere Regensburger an, plauderte mit ihnen und schenkte ihnen Süßigkeiten.

Der Mann stieg an der gleichen Haltestelle aus

Fatalerweise stieg der Mann an der gleichen Haltestelle aus wie die Mädchen und forderte sie auf, mit in seine Wohnung zu kommen, um etwas zu trinken. Die Kinder lehnten ab. Doch der Mann zerrte die Ältere, die ihre kleine Schwester an der Hand hielt, mit in seine Wohnung.

Mehr Berichte aus dem Amts- und Landgericht lesen Sie hier!

In seiner Wohnung küsste und begrapschte der Mann die Kinder trotz ihres Widerspruchs. Erst als die Jüngere weinte und die Mädchen flehten: „Wir müssen nach Hause. Unsere Eltern warten“, ließ er von ihnen ab und begleitete sie bis zur Haltestelle.

Zu Hause vertrauten sich die Kinder ihren Eltern an und konnten der Polizei genau die Wohnung des Täters beschreiben. Sie erkannten den Mann auf einer Wahllichtbildvorlage wieder

Ermittler sicherten Spuren

In der Wohnung stellte die Spurensicherung Fasern der Kleidung der Kinder sicher. An der Unterhose der jüngeren Schwester befanden sich zudem Spuren des Angeklagten. Bei seiner Festnahme hatte der Mann, der täglich reichlich Bier und Wodka konsumierte, zwei Promille Alkohol im Blut. Vor der Polizei bestritt der gelernte Schweißer zwar, die Kinder überhaupt in seine Wohnung mitgenommen zu haben. Vor Gericht räumte er aber die sexuellen Übergriffe nach einem Deal hinter verschlossenen Türen ein. So blieb den Schwestern eine Aussage vor Gericht erspart. Dies und sein umfassendes Geständnis kam dem Angeklagten jetzt beim Strafmaß zugute.

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Der Tathergang

  • An der Haltestelle

    am Arnulfsplatz stiegen zwei kleine Mädchen versehentlich in den Omnibus der Linie 2a statt in die 2b.

  • Im falschen Bus

    saß der Täter. Er sprach die Kinder an und beschenkte sie.

  • An der Theodor-Storm-Straße

    stiegen die Schwestern (acht und zehn Jahre) aus. Doch auch der 58-jährige Täter verließ den Bus,

  • Gegen den Willen

    der Mädchen zerrte er sie mit in seine Wohnung und missbrauchte sie.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht