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Regensburg
Samstag, 18. August 2018 31° 3

Rennen

Mit Oldie „Alfons“ rund um die Ostsee

Drei Regensburger starten zum Baltic Sea Circle, der nördlichsten Oldtimer-Rallye der Welt. Der VW ist älter als die Fahrer.

  • Antje Bräunling vor dem betagten „Alfons“, VW Westfalia Foto: Bräunling
  • Hoffentlich hält „Alfons“ durch. Foto: Bräunling
Max Cussigh gehört zum „Team Starköl“.Foto: Bräunling
Max Cussigh gehört zum „Team Starköl“.Foto: Bräunling

Regensburg.Kein Navi, kein GPS, keine Autobahnen und nur Fahrzeuge, die älter sind als 20 Jahre. Das sind die Regeln des Baltic Sea Circle. „Für mich ist das der Ehrenkodex“, meint Antje Bräunling. Die 26-jährige Regensburgerin nimmt gemeinsam mit ihren Freunden Moritz Heite und Max Cussigh an der Oldtimer-Rallye teil.

Moritz Heite ist der Dritte im Team Foto: Bräunling
Moritz Heite ist der Dritte im Team Foto: Bräunling

Doch im Vordergrund steht nicht das Rennen selbst, sondern der gute Zweck. Alljährlich werden bei dem Motorsport-Event mehr als 200 000 Euro Spendengelder gesammelt. Start der Rallye ist am 16. Juni in Hamburg. Von dort führt die Route über Dänemark, Schweden und Norwegen bis ans Nordkap. Danach geht es über Finnland, Russland, die baltischen Länder und Polen wieder zurück nach Hamburg. „Ein Riesen-Abenteuer“, schwärmt Bräunling.

Pro Tag 500 bis 600 Kilometer

Der Baltic Sea Circle umrundet nicht nur einmal komplett die Ostsee auf dem Festland. Es ist auch die nördlichste Oldtimer Rallye der Welt. Veranstaltet wird das Event vom „Superlative Adventure Club“. Mit der Startnummer 212 sind die Freunde als „Team Starköl“ dabei. Da alle drei begeisterte Biertrinker sind, haben sie sich für einen Namen entschieden, der auf Schwedisch Starkbier heißt. Ziel des Autorennens ist es, bis zum 1. Juli die vorgegebene Strecke zurückzulegen. Pro Tag müssen sie dabei zwischen 500 und 600 Kilometer fahren. Die exakte Straßenwahl bleibt den Teilnehmern allerdings selbst überlassen. Genauso entscheiden sie auch über Unterkunft und Verpflegung selbstständig. Um einen Schlafplatz müssen sich die drei Reiselustigen aber keine Sorgen machen: Als Fahrzeug dient Bräunlings VW T3 Westfalia Joker, den sie liebevoll „Alfons“ nennt und der sich wunderbar zum Campen eignet. Der Oldtimer aus dem Jahr 1984 ist ihr ganzer Stolz. Das sei ein ganz anderes Reisen, als irgendwohin zu fliegen. Damit sei man frei und unabhängig, antwortet sie auf die Frage, woher ihre Leidenschaft für das Fahrzeug komme.

Jeder Teilnehmer muss zusätzlich zur Bezahlung der Startgebühren auch Spenden sammeln und das Geld dann einem gemeinnützigen Projekt zur Verfügung stellen. Bräunling und ihre Freunde haben sich dabei zum einem für das Projekt der Deutschen Krebshilfe „Kinderkrebs ist kein Kinderspiel“ entschieden. Zum anderen fließt ein Teil der Spendengelder in den Bau von Kleinst-Wasserkraftanlagen in Entwicklungsländern. Dies ist Teil eines Projekts der Organisation „Ingenieure ohne Grenzen“, bei dem auch die OTH Regensburg beteiligt ist. Den regionalen Bezug finde sie besonders toll, meint Bräunling.

Mehr als 1000 Euro haben die Freunde bisher gesammelt. Weitere Kosten, wie beispielsweise Autoversicherung und Visagebühren, hoffen sie mit der Hilfe von Sponsoren abzudecken. Wer Interesse hat, kann die Abenteurer mit Geldbeträgen, Autoteilen, Tankfüllungen, Ausrüstungsgegenständen oder Ähnlichem unterstützen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Dafür wird dann ein Sponsorenlogo am VW-Bus angebracht.

Ein Blog informiert über die Fahrt

Trotz der Vorfreude auf die Reise ist die Crew auch ein wenig nervös: „Bei einem so alten Auto kann immer etwas sein“, so Bräunling. Außerdem sei die Einbruchgefahr in manchen Orten deutlich höher als in Deutschland und dass Schloss des Oldtimers leicht zu knacken. Die Reiselust überwiegt jedoch die Sorgen. Am Baltic Sea Circle reize die Teilnehmerin besonders die skandinavische Landschaft. Vor allem das Nordkap stelle sie sich beeindruckend vor.

Wer das Abenteuer verfolgen möchte, der kann sich auf ihrer Website über den Verlauf der Rallye informieren. Dort wollen Bräunling und ihre Freunde in einem Blog die Erlebnisse dokumentieren. Und auch auf Instagram haben sie und ihr VW-Bus schon zahlreiche Fans.

Nach dem Rennen will die Rallye-Teilnehmerin für ein paar Monate verreisen und erneut das Gefühl der Freiheit mit ihrem „Alfons“ genießen.

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