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Regensburg
Mittwoch, 18. Juli 2018 30° 6

Landschaft

Natur mit dem Smartphone hörbar machen

Der Albertus-Magnus-Weg, der von den Winzerer Höhen nach Adlersberg führt, wurde mit Hörstationen attraktiver gestaltet.
Von Therese Wimmer

Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeister Jürgen Huber testen die Hörstation. Foto: Therese Wimmer
Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeister Jürgen Huber testen die Hörstation. Foto: Therese Wimmer

Regensburg.Der Landschaftspflegeverband Regensburg hat im Rahmen des Projekts „Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura“ den Weg durch ein artenreiches Biotop und eine vielseitige Landschaft zum Hörpfad umgestaltet. An den Hörstationen kann man sich Informationen über diese Natur-und Kulturlandschaft auf sein Smartphone laden. Hört man nun die Disteln wachsen? Das nicht, sondern Beteiligte geben Einblick über ihre Beiträge zur Erhaltung dieses stadtnahen Erholungsgebiets. So kommen unter anderem Naturschützer, Gemüse- und Weinbauern oder eine Försterin zu Wort. Ein Professor berichtet über die Erforschung der Kulturlandschaft, ein Schäfer über die Beweidung der Magerwiesen, ein Saftkelterer über die Vermarktung des Streuobstes.

Wissen vermitteln und Natur erhalten

Ziel der Einrichtung der Hörstationen ist es, Wissen über diese vielfältige Naturlandschaft zu vermitteln und zum Erhalt der Biodiversität beizutragen. Dem dienen auch die Schafe der Familie Graf in ihrer Funktion als Landschaftspfleger . „Sie halten die Landschaft offen, die ansonsten verbuschen würde. Dann hätten die Wanderer nicht die schönen Ausblicke auf die Stadt“ erklärt Schäfer Graf. Auf dem Kollerhof bei Lappersdorf stellt er Käse her, den er neben dem Fleisch der Tiere auf Märkten und im heimischen Hofladen vermarktet.

„Schützen durch nützen“, erklärt Markus Nagler von der Kelterei Nagler, der Apfelschorle aus Äpfeln der Streuobstbäume vermarktet. „Nur wenn die Menschen den Wert dieser biologisch vielseitigen Landschaft verstehen, werden sie auch alles tun, um sie zu erhalten.“

Wandern für Kinder attraktiver machen

Die Erschließung des Wanderwegs für Smartphonenutzer ist auch ein Versuch, das Wandern für Kinder attraktiv zu machen. Werden sie doch durch die gebotenen Informationen zum Wandern und durch eingebaute Rätsel und Spiele zum weiteren Erkunden der Natur angeregt.

Wie Professor Dr. Sigmund Bonk vom Akademischen Forum Albertus Magnus erläutert, ist der Universalgelehrte des Mittelalters und – wenn auch nur kurzzeitig – Bischof von Regensburg, Albertus Magnus, zurecht der Namensgeber des Wanderwegs, betrieb er doch neben seinen theologischen und philosophischen Studien auch umfassende Naturforschungen. Er legte auch weite Strecken wandernd zurück, wobei er Wissen über Natur und Landbewirtschaftung sammelte, das er in Büchern für die Nachwelt festhielt.

Landrätin und Bürgermeister loben Projekt

Landrätin Tanja Schweiger hob hervor, dass der Landschaftspflegeverband mit der Neugestaltung des Wanderwegs die Bewusstseinsbildung für den Wert der Natur und die Verantwortung der Menschen fördern will. Jeder könne durch sein Konsumverhalten und seine Einkaufsgewohnheiten zum Erhalt der Natur beitragen, zum Beispiel indem man Produkte aus der Region bevorzugt.

Bürgermeister Jürgen Huber dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und ihren Einsatz im Dienste der Biodiversität in der Stadt.

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