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Hilfe

Notfallpuppen für Schüler

Prof. Graf hat 830 Exemplare für Schulen in Stadt und Landkreis organisiert. Fast jeder soll so Erste Hilfe leisten können.
Von Tino Lex

Professor Dr. Bernhard M. Graf (links) lieferte rund 830 Übungspuppen aus, die Realschulen und Gymnasien verteilt werden. Empfänger für die neun Realschulen in Stadt- und Landkreis war Wolfgang Seifert, Mitarbeiter der Ministerialbeauftragten für Realschulen, Maria Kinzinger. Foto: Tino Lex
Professor Dr. Bernhard M. Graf (links) lieferte rund 830 Übungspuppen aus, die Realschulen und Gymnasien verteilt werden. Empfänger für die neun Realschulen in Stadt- und Landkreis war Wolfgang Seifert, Mitarbeiter der Ministerialbeauftragten für Realschulen, Maria Kinzinger. Foto: Tino Lex

Regensburg.Prof. Dr. Bernhard M. Graf, Vorsitzender des Rettungszentrums Regensburg, stellvertretender ärztlicher Direktor am Klinikum der Universität Regensburg und Direktor und Lehrstuhlinhaber der Klinik für Anästhesiologie, ließ es sich nicht nehmen, am Donnerstagvormittag weit über 800 Übungspuppen auszuliefern. Mithilfe dieser Puppen sollen Schülerinnen und Schüler lernen, wie man in einem Notfall Wiederbelebungsmaßnahmen richtig durchführt.

„In Deutschland ist es leider so, dass von zehn Menschen, die zu einem Notfall kommen, nur eine Person hilft. Das liegt einerseits an der Unkenntnis, andererseits möchte niemand etwas falsch machen“, sagte der Professor. In Frankreich oder den skandinavischen Ländern liegt der Anteil derer, die helfen, bei rund 70 Prozent. Um diesen Makel zu beheben, sind bereits die Jüngsten gefragt. Deshalb stieß der Mediziner dieses Projekt an, sammelte insgesamt 40 000 Euro bei verschiedenen großen Firmen ein und versorgte jetzt die Schulen in Stadt und Landkreis Regensburg mit diesen Puppen. „Es hat sich ganz kurzfristig die Möglichkeit ergeben, dass wir einen Großteil der Übungspuppen Mini Anne im Zusammenhang mit dem Projekt Schüler retten Leben in Stadt und Landkreis Regensburg an das Landratsamt Regensburg, an den Ministerialbeauftragten für Gymnasien und an die Ministerialbeauftragte für Realschulen übergeben können“, erklärte Graf.

Die Übungspuppe

  • Konzept:

    Die Übungspuppe Mini Anne ist die ideale Lösung, um die Kernfertigkeiten der Herz-Lungen-Wiederbelebung in 30 Minuten zu trainieren. Der Lernende nutzt dabei sein persönliches Mini-Anne-Set, bestehend aus einem aufblasbaren Übungsmodell sowie weiterem Zubehör. Zu dem didaktischen Konzept gehört auch ein 30-minütiger Lehrfilm, der in die Wiederbelebung einführt.

  • Übungen:

    Der Film demonstriert einzelne Maßnahmen in der Praxis. Am Ende der jeweiligen Maßnahme wird der Zuschauer aufgefordert, auf dem Übungsmodell das soeben Gesehene selber umzusetzen.

  • Ausstattung:

    Da jeder Trainingsteilnehmer seine eigene Mini Anne nutzt, entstehen keine ineffektiven Wartezeiten.

Am Donnerstagmorgen wurde der erste Lieferwagen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) beladen und die ersten Puppen ab 9 Uhr ausgeliefert. Anschließend wurde der Lieferwagen ein zweites Mal beladen und die restlichen Puppen am Landratsamt Regensburg abgeliefert. Von den Mittelschulen werden die Puppen direkt am Universitätsklinikum abgeholt. „Damit sei dieser Teil des Projekts vorläufig abgeschlossen, freute sich der Professor. 180 Lehrkräfte sind inzwischen in Reanimation am Uniklinikum durch Notärzte geschult worden.

„Bei einem Notfall sind die ersten drei bis vier Minuten entscheidend: Macht hier jemand etwas oder nicht? Wenn hier rasch Wiederbelebungsmaßnahmen in Form von Druck auf den Brustkorb oder Mund zu Mund-Beatmung durchgeführt werden, ist das entscheidend über Leben und Tod“, sagte der Vorsitzende des Rettungszentrums Regensburg. Meist müsse eine Druckmassage nicht länger als zehn Minuten durchgeführt werden, da dann in den allermeisten Fällen Rettungsassistenten, Notfallsanitäter oder Notärzte vor Ort seien.

Wenn Grundkenntnisse in der Wiederbelebung bereits in der Jugend vorhanden sind, könne man ein großes Stück von den zehn Prozent, die bislang Hilfe leisten, wegrücken, erwartet Graf. Das Ziel sei, dass fast jeder erste Hilfe leisten kann. Die Mini Anne-Puppen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

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