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Regensburg
Montag, 23. Juli 2018 29° 6

Auszeichnung

Pindl wird „Fairtrade School“

Die Regensburger Schüler setzen sich für gerechten Handel ein. TransFair verlieh dem Gymnasium dafür den Titel.
Von Laura Lindner

Astrid Amler übergibt die Auszeichnung an Bernd Ackermann und die Schüler des P-Seminars mit deren Leiterin Nicole Manzke.Foto: Lindner
Astrid Amler übergibt die Auszeichnung an Bernd Ackermann und die Schüler des P-Seminars mit deren Leiterin Nicole Manzke.Foto: Lindner

Regensburg.Das Fairtrade-Siegel: Viele kennen das schwarz-blau-gelbe Symbol hauptsächlich von Bananen und Kaffeebohnen im Supermarkt. Doch wenn es nach den Schülern des Pindl-Gymnasiums geht, soll sich das ändern. Im Rahmen des P-Seminars gründeten die Mädchen und Jungen das Fairtrade Schulteam und organisierten viele Aktionen. Für dieses Engagement wurde das Gymnasium am vergangenen Donnerstag während eines „Global Lunch“ als „Fairtrade School“ ausgezeichnet.

Rosen am Valentinstag

Dafür verdient gemacht hat sich die Lehrerin Nicole Manzke, die dem Thema gemeinsam mit ihrem P-Seminar an der Schule Leben eingehaucht hat. Mit verschiedenen Veranstaltungen wie einem Verkauf von fairen Rosen am Valentinstag oder Informationsständen am Tag der offenen Tür, haben sie und ihre Schüler das Thema in den Fokus gerückt. Auch im Lehrerzimmer gibt es seitdem fair gehandelte Schokolade, Gummibärchen und Kaffee.

Das Siegel steht für fairen Handel. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Das Siegel steht für fairen Handel. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Durch das vielseitige Engagement der Schüler war es für diese kein Problem den Fairtrade Kompass für die Bewerbung für das Siegel zu erstellen. Diesen lobte auch Astrid Amler von dem Verein TransFair, die die Auszeichnung übergab: „Eure Schule hat alle Kriterien mehr als erfüllt.“ Die Schüler seien ein Vorbild für andere Menschen, so die Referentin.

2012 startete die Kampagne der Fairtrade Schools, die von TransFair getragen wird. Seitdem wurde mehr als 700 Schulen das Siegel verliehen, über 400 davon in Deutschland. Das Regensburger Pindl-Gymnasium ist bayernweit die 139. Schule mit dieser Auszeichnung.

„Jeder kann unsere Welt ein kleines bisschen gerechter und lebenswerter machen.“

Astrid Amler, Referentin von TransFair

Amler betonte dabei die Verantwortung der Schulhäuser: „Die Schule vermittelt Werte, Normen und Empathie.“ Sie munterte die Schüler auf, am Ball zu bleiben. In zwei Jahren werde wieder überprüft, ob weiterhin alle Kriterien für den Titel erfüllt seien. Es liege nun an ihnen selbst, wie sie leben wollen. Das entscheide man jeden Tag aufs Neue - zum Beispiel mit dem Inhalt des Einkaufswagens. „Jeder sollte sich Gedanken darüber machen, was man einkauft und ob man es tatsächlich braucht“, ergänzte Amler.

Um den Gästen des „Global Lunch“ die Problematik nahe zu bringen, zeigten die Schüler Videos und Präsentationen über fairen Handel. Denn was drin ist, wenn das Fairtrade Siegel drauf ist, wissen viele Konsumenten nicht: Die Hersteller von Fairtrade Produkten setzen sich unter anderem für bessere Lebensbedingungen der Arbeiter ein, zahlen ihnen einen festen Mindestlohn und setzten sich gegen Zwangs- und Kinderarbeit sowie gegen Diskriminierung ein.

Lebensbedingungen verbessern

Zur Verdeutlichung wurden die Gäste per Losverfahren in drei Gruppen eingeteilt und von den Schülern des P-Seminars bekocht: Industrienationen, Schwellenländer und Entwicklungsländer. Den Industrienationen wurde ein Drei-Gänge-Menü serviert, den Schwellenländern ein Gemüsereis und denen, die per Los bei den Entwicklungsländern gelandet waren Reis pur.

Vor allem bei den jüngeren Schülern zeigte das Rollenspiel ganz offensichtlich Wirkung: „Es ist ungerecht, dass manche mehr essen können als andere“, sagte ein Junge. „Einem wird der Zufall vor Augen geführt, wo man hineingeboren wird – gut, dass wir darüber nachdenken“, so eine andere Schülerin.

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