mz_logo

Regensburg
Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Demonstration

Radler-Demo sorgt für Hupkonzert

Greenpeace rief zu einer einer Radtour durch gefährliche Verkehrszonen in Regensburg. Über 300 Unterstützer machten mit.
Von Hannah Mages

  • Auf der Eisernen Brücke hatten die Aktivisten schon am frühen Morgen zwei große Banner am Geländer angebracht. Foto: Hannah Mages
  • Auch am Bismarckplatz machten die Aktivisten mit Plakaten auf sich aufmerksam. Foto: Hannah Mages

Regensburg.„Regensburg muss radfreundlicher werden!“, da sind sich die Aktivisten von Greenpeace und 300 Unterstützer einig. Am Samstag hatte man sich dafür am Bismarckplatz eingefunden, um mit einer Raddemo für mehr Bewusstsein zu sorgen. Um 11 Uhr begann die Aktion mit einer Kundgebung, bei der auf die Wünsche der Radfahrer in Regensburg aufmerksam gemacht wurde. „Es fehlt an durchgehenden Radwegen und einer konsequenten Streckenführung. Teilweise ist man auf Radwegen unterwegs, die abrupt enden, so dass auf die Straße gewechselt werden muss“, erklärte Jonas Baumgartner von Greenpeace Regensburg. Zahlreiche Verkehrszonen in Regensburg seien nicht nur nicht radfreundlich, sondern sogar brandgefährlich.

Brennpunkt in Kumpfmühl

Vor allem die Kreuzung an der Kumpfmühlerstraße ./Friedenstraße ist nach Erhebungen des VCD (Verkehrsclub Deutschland) die gefährlichste Kreuzung der Stadt. Radfahrer haben es hier besonders schwer in angemessener Zeit über die Straße zu kommen.

Die Demo zog daher mit Fahrrädern vom Bismarckplatz aus an diese Kreuzung, die für eine kurze Kundgebung gesperrt wurde. Dies sorgte bei den wartenden Autofahrern für Unmut und Hupkonzerte. „Jetzt wird den Autofahrern einmal bewusst, wie lange wir täglich an dieser Kreuzung warten müssen, denn die Ampelschaltung ist für Radfahrer mehr als ungünstig“, so Mira Parisek. Ihren Redebeitrag hatte sie extra auf die Minutenzahl begrenzt, die von Radfahrern zum Passieren der Kreuzung in Kauf genommen werden muss.

Klingel-Applaus

Unter klingelndem Beifall zogen die Demonstranten mit ihren Fahrrädern weiter die Bischof-Wittmann-Straße aufwärts in Richtung Universität. Von dort aus fuhr man über die Universitätsstraße auf die Galgenbergerstraße. Auch hier liegt ein Verkehrsbrennpunkt für Radfahrer, denn der Galgenberg weist nur auf einer Seite einen gesonderten Fahrtbereich für Radfahrer auf. Bergab müssen sich Rad- und Autofahrer hingegen eine Spur teilen. Gerade durch die abschüssige Fahrbahn und die schnelle Fahrtweise einiger Autofahrer sehen sich Radfahrer hier einer risikoreichen Situation ausgeliefert.

Vier gefährliche Stellen für Radfahrer sehen Sie hier.

Radldemo in Regensburg

Um so wichtiger war es bei der Demonstration für ausreichend Fahrsicherheit zu sorgen. Greenpeace arbeitete bei der Aktion Hand in Hand mit der Polizei zusammen, um den Radfahrern eine sichere Fahrt zu ermöglichen. Dafür wurde der Gegenverkehr teilweise angehalten oder, wie auch am Stobäusplatz, kurzzeitig gesperrt.

Auch der Stobäusplatz glänzt nicht gerade mit einer durchdachten Ampelschaltung. Denn dort müssen Radfahrer mehrere Ampeln mit erheblichen Wartezeiten passieren, während Autofahrer in wenigen Sekunden über die Kreuzung fahren können. Jonas Baumgartner ist sich bewusst, dass von Seite der Stadt schon viel getan wurde, zum Beispiel durch die Freigabe der Innenstadt für Radfahrer. Dennoch hält er fest: „Die Stadt hat ein gutes Konzept, doch die Umsetzung funktioniert nicht.“ Neben umständlichen Ampelschaltungen ist auch die Streckenführung nicht konsequent durchdacht.

Entspanntes Radfahren

Man wolle der Stadt keine Einzelforderungen stellen, sondern Vorschläge darlegen, erklärte er. Nur so können Radfahrer in Regensburg zukünftig entspannt ans Ziel kommen. Denn bisher sei deutlich die Priorisierung der Automobile erkennbar, wobei es den Aktivisten nicht um eine autofreie Stadt geht. „Natürlich sollen Personen, die auf ein Auto angewiesen sind, weiterhin mit diesem in der Stadt fahren können. Doch es wäre wünschenswert, wenn sich noch mehr Menschen dafür entscheiden würden öfter ein Fahrrad zu nutzen“, so Baumgartner.


Ein Video zur Veranstaltung sehen Sie hier.

Radldemo in Regensburg

Und dafür muss das Radfahren in der Stadt sicherer und attraktiver werden. Greenpeace schlägt deshalb mehr Park & Ride-Parkplätze sowie die Umsetzung einer Stadtbahn vor. So könnten Autofahrer ihre Wägen außerorts abstellen und mittels öffentlicher Verkehrsmittel in die Innenstadt gelangen. Hierzu wird auch eine Mitnahmemöglichkeit für Fahrräder in den Bussen gefordert. Zusätzlich müssten weitere Stellplätze für Fahrräder geschaffen werden, denn die bestehenden reichen bei weitem nicht mehr aus. Und auch ein konsequenter Winterdienst auf Radwegen ist dafür notwendig.

„Volle Kraft voraus fürs Radl!“

Am Ende der Demo zogen die Radfahrer über die Eiserne Brücke zum Haidplatz. Dort hatten die Aktivisten schon am frühen Morgen zwei große Banner an das Brückengeländer angebracht. Neben fröhlichen Radfahrern ist dort auch das Motto der Aktion zu sehen: „Volle Kraft voraus fürs Radl!“.

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht