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Regensburg
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Gericht

Randalierer muss nicht in Psychiatrie

Ein Fall fürs Amtsgericht: Ein psychisch kranker Regensburger hatte am Bahnhof Menschen angepöbelt, geschlagen und gewürgt.

Der Beschuldigte mit seinem Verteidiger Peter Hofmann Foto: Boeselager
Der Beschuldigte mit seinem Verteidiger Peter Hofmann Foto: Boeselager

Regensburg.Ein psychisch kranker Regensburger, der der Polizei seit Jahren wegen häufiger Randale am Bahnhofsvorplatz bekannt ist, wird nicht in die Forensik eingewiesen.

Nach mehrtägigem Sicherungsverfahren vor dem Regensburger Landgericht, in dem es für den 36-Jährigen um die Frage seiner dauerhaften Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus ging, kam der hinzugezogene Sachverständige zu dem Ergebnis, dass die Voraussetzungen für eine Einweisung des Regensburgers nicht gegeben sind.

Die dem Mann vorgeworfenen Straftaten – unter anderem eine Vielzahl von Prügeleien, Beleidigungen, Bedrohungen und Sachbeschädigungen – sollen nun vor dem Regensburger Amtsgericht verhandelt werden, da die dafür zu erwartende wahrscheinliche Freiheitsstrafe unter vier Jahren liegen dürfte.

Kopfstöße, Faustschläge und Tritte

Wie berichtet, hatte der Beschuldigte ab Mai 2015 mit reichlich Alkohol im Blut mehrere Passanten mit Kopfstößen, Faustschlägen und Tritten traktiert. Einer Rettungsassistentin im Einsatz spie er blutigen Speichel ins Gesicht. In Bussen des Regensburger Verkehrsverbunds pöbelte er Fahrgäste an, schlug und würgte einen von ihnen und fegte ihm die Brille aus dem Gesicht. Mehrere Busfahrer bedachte der Wüterich mit diversen Morddrohungen.

Auch Polizeibeamte mussten beim Versuch, den Randalierer zu stoppen, Beleidigungen, Schläge, Tritte und Würgeangriffe einstecken. Zu schweren Verletzungen kam es glücklicherweise nicht.

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Der Regensburger hatte vor Gericht alle Taten eingeräumt und sich entschuldigt. Er habe infolge seiner Schizophrenie Stimmen gehört und geglaubt, sich verteidigen zu müssen, gab er an. Den Alkohol habe er getrunken, weil er sich davon eine Besserung seines Zustandes erhofft habe. Er wisse aber inzwischen, dass ihm Bier und Schnaps nicht wirklich helfen können.

Angeklagter entschuldigte sich und sei jetzt stabil

Inzwischen habe sich der Zustand des Beschuldigten stabilisiert, sagte sein Anwalt. Dazu trage auch seine neue Lebensgefährtin bei. Der Regensburger sei zu ambulanten Maßnahmen und Alkohol-Screenings bereit, versicherte der Verteidiger.

Vor dem Hintergrund, dass die Liste der Straftaten zwar lang, die Delikte selbst aber nicht allzu gravierend waren, entschied die Kammer unter Vorsitz von Richterin Bettina Mielke, den Fall an das Amtsgericht abzugeben. Dort wird der 36-Jährige demnächst erneut auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. (mov)

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