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Natur

Regensburg blüht im Frühling auf

Endlich ist es wärmer – und die Stadt wird bunt: Das Gartenamt hat Tausende Blumen gepflanzt, die bald ihre Pracht entfalten.
Von Kathrin Robinson

Gartenstiefmütterchen sorgen bereits für einige bunte Farbtupfer in den Beeten am Bahnhof. Die Blumen-Kombination variiert von Jahr zu Jahr. Foto: Lex
Gartenstiefmütterchen sorgen bereits für einige bunte Farbtupfer in den Beeten am Bahnhof. Die Blumen-Kombination variiert von Jahr zu Jahr. Foto: Lex

Regensburg.Noch zieren sich die kleinen Pflänzchen – so als ob sie es noch nicht ganz glauben können, dass der Winter nun doch endlich vorbei ist und der Frühling tatsächlich Einzug hält. In den Beeten zwischen dem Regensburger Bahnhof und dem Milchschwammerl spitzen nur vereinzelt schon Blumen heraus, einzig ein paar Stiefmütterchen und Primeln haben sich schon etwas weiter hervorgewagt. Doch bei den Temperaturen, die für die kommenden Tage angekündigt sind und auf die es Anfang der Woche schon einen Vorgeschmack gab, wird es nicht mehr lange dauern, bis die Blumenbeete in der Stadt wieder zu bunten Hinguckern werden.

Angerichtet für die Frühlingsblütenpracht ist bereits seit Herbst. Insgesamt 73 000 Zwiebeln haben die Mitarbeiter des Gartenamts im Oktober auf 21 verschiedene Beete in Regensburg mit einer Fläche von 3000 Quadratmetern ausgebracht. „Die Frühjahrsbepflanzung wird bei uns schon im Oktober erledigt, weil viele Frühjahrsblüher, wie Narzissen oder Tulpen, Frost brauchen, damit sie schöne Blüten entwickeln“, erklärt Hans Dietrich Krätschell, der Leiter des Gartenamts.

Wie die Regensburger den Frühling genießen, sehen Sie in unserem Video:

Endorphinkick: Die Regensburger genießen den Frühl

Dieses Jahr mehr Gelb und Weiß

Neben 12 000 Narzissen und 8000 Tulpen sollen heuer 40 000 Garten-Stiefmütterchen, 5000 Vergissmeinnicht und 8000 Goldlack-Pflanzen die Beete in der Domstadt im April und Mai erblühen lassen. Die Zusammenstellung der Blumen ist nicht jedes Jahr gleich. „In diesem Jahr haben wir viel Gelb und Weiß drin. Dafür sind weniger rot blühende Blumen in den Beeten“, sagt Krätschell.

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Der Bepflanzungsplan wird vom Ziergartenmeister im Gartenamt erstellt. Er achtet laut Krätschell nicht nur darauf, dass die Blütezeit der Pflanzen so variiert, dass die Regensburger durchgehend von April bis Ende Mai etwas fürs Auge haben. Er lässt auch Erfahrungen aus den Vorjahren einfließen, welche Blumen-Kombinationen gut funktionieren oder mit welchen Pflanzen es eher Schwierigkeiten gibt, weil sie beispielsweise mit noch möglichen frostigen Temperaturen nicht so gut zurecht kommen oder den Salzeintrag durch Hunde-Urin nicht vertragen. „Außerdem variieren wir die Kombinationen immer wieder, damit die Bürger Abwechslung haben“, sagt Krätschell.

9 Fakten zum Frühling

Dass eine bunte Blumenpracht bei den Regensburgern für Frühlingsstimmung sorgt, ist der Stadt durchaus etwas wert: 19 000 Euro hat die Frühjahrsbepflanzung der Beete für dieses Jahr gekostet – darin sind die Kosten für Erdarbeiten, für die Vorbereitung der Beete und für die Anschaffung der Pflanzen enthalten. Neben den Beeten sorgen noch 80 bunte „Blumennester“ in Form von Kübeln mit Primeln, Narzissen und Hyazinthen dafür, dass das winterliche Grau der vergangenen Monate in der Innenstadt schnell in Vergessenheit gerät. „Diese Blumen haben wir seit November vorgezogen“, erklärt Krätschell.

„In diesem Jahr haben wir viel Gelb und Weiß drin. Dafür sind weniger rot blühende Blumen in den Beeten.“

Hans Dietrich Krätschell, der Leiter des Gartenamts

Seit Ende März wurden die Kübel in der Stadt verteilt. Auch wenn die Garten-Saison aufgrund des langen Winters in diesem Jahr noch gar nicht so richtig losgegangen ist – langweilig wird den Mitarbeiter des Gartenamts mit Sicherheit nicht. „Im Moment bessern die Kollegen die Bänke in den Park- und Gartenanlagen aus und bereiten die Staudenbeete vor. Außerdem stehen Nachpflanzungen an. Wir haben genug zu tun“, sagt Krätschell. Ab Ende Mai wird dann für den Sommer gepflanzt.

Die wärmeren Temperaturen lassen auch bei den Hobby-Gärtnern in Regensburg die Herzen höher schlagen. „Unser Parkplatz platzt aus allen Nähten. Die Leute kommen mit freudestrahlenden Gesichtern und sind froh, dass der Frühling da ist und dass sie in ihren Gärten loslegen können“, sagt Susanne Colucci, Gärtnermeisterin bei Garten Hauner. „Sobald die Sonne da ist, sind auch mehr Kunden da“, bestätigt auch Marion Rankl, Floristin bei der Gärtnerei Heilmeier.

Fakten zur Frühjahrsbepflanzung

  • Anzahl der Pflanzen:

    73 000 Blumenzwiebeln haben rund 50 Mitarbeiter des Gartenamts bereits im Oktober in den 21 Beete der städtischen Anlagen und Parks ausgebracht.

  • Kosten:

    19 000 Euro hat die diesjährige Frühjahrsbepflanzung gekostet. Darin enthalten sind Kosten für Erdarbeiten, für die Vorbereitung der Beete und für die Anschaffung der Pflanzen.

  • Blumenkübel in der Innenstadt:

    80 Blumenkübel mit Frühjahrsblühern sorgen seit Ende März in der Innenstadt für bunte Hingucker. Nach den Eisheiligen kommen noch 50 Pflanzkisten im Stadtgebiet hinzu.

Freiluft-Saison ist eingeläutet

Gefragt sind vor allem die klassischen Frühjahrsblüher wie Hiazynthen, Tulpen, Narzissen, Ranunkeln, Viola oder Bellis. Selbst wenn die Temperaturen an den Eisheiligen nochmal in den Keller sinken sollten, muss man sich bei ihnen keine Sorgen machen. „Ein paar Minusgrade halten sie schon aus“, sagt Rankl. Bei Susanne Colucci sind sogar schon die ersten Tomaten-Pflanzen über den Kassentisch gewandert. „Das ist aber im Moment nur etwas für Leute, die ein beheiztes Gewächshaus haben“, sagt sie schmunzelnd. Den ganz Euphorischen, die schon die Sommerbepflanzung angehen wollen, nehmen die Experten in den Gärtnereien den Wind lieber nochmal aus den Segeln: „Es stehen ja noch die Eisheiligen vor der Tür, die sollte man abwarten.“

Viele Frühlingsboten finden sich auch in unseren Leserfotos von März:

Leserfotos aus Regensburg - März 2018/4

Doch das Warten fällt nach dem gefühlt so langen Winter schwer. Auf dem Neupfarrplatz sah man diese Woche schon Dutzende Sonnenanbeter in luftiger Kleidung und mit Eis in der Hand die Freiluft-Saison einläuten. „Schrecklich“ sei dieser Winter gewesen, findet auch Stefanie Dominguez, die draußen auf einer Bank Sonne tankt. Seit drei Jahren lebt die Spanierin in Regensburg – doch zur Winterzeit ist das Heimweh besonders schlimm. Bis das Thermometer bei uns heuer mediterrane Temperaturen erreicht, wird es noch dauern. Doch bis dahin wird den Regensburgern der Frühling mit seiner bunten Blütenpracht die Wartezeit versüßen.

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