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Umwelt

Regensburg: Weniger Wasser, mehr Strände

Hochwasser kennen und fürchten die Regensburger. Niedrigwasser dagegen ist kein Problem. Es entstehen sogar neue Strände.
Von Gustav Wabra

  • Der namenlose Altstadtstrand ist derzeit größer als normal – Die Donau hat gerade Niedrigwasser Foto: Matthias Wagner

Regensburg.Das Wochenende wird heiß. Mit den Temperaturen steigt nicht nur der Durst bei den Menschen, auch die Donau hat Niedrigwasser. Unter zwei Metern liegt der Pegel derzeit. Damit legt die Donau Strände frei, die sonst sehr klein sind – oder gar nicht vorhanden. Lieber mit dem Radl am Wochenende zum Strand, als mit dem Auto am Montag zur Arbeit, denken sich manche Regensburger an diesem Sommerwochenende.

Doch man muss nicht bis zur Schillerwiese oder Weiher für einen tollen Tag am Wasser fahren. Auf dem namenlosen Altstadtstrand, der Kiesinsel vor der Eisernen Brücke, hat man einen fantastischen Ausblick.

Sonst nur barfuß und über nasse und glitschige Steine zu erreichen, liegt sie jetzt freier und größer. Es wartet: ein exklusiver Blick auf Dom und Steinerne – Komfort leider nur im mittleren Bereich, die Kieselsteine piksen durch die dünne Picknickdecke. Genuss in atemberaubender Lage zum Sparpreis gibt es auch. Den Grill unter dem Arm, die Würstl im Rucksack, machen viele Regensburger auf dem kleinen Strand ihre ganz eigene Wurstkuchl. Da kostet die Bratwurstsemmel garantiert nicht so viel und anstehen braucht man auch nicht.

Sehen Sie hier ein Video mit Impressionen vom Altstadtstrand:

Video: Gustav Wabra

Kein Problem für Schifffahrt

Für die Reedereien in Regensburg macht der niedrige Wasserstand keine Probleme. Ausschlaggebend dafür ist die Schleuse bei Geisling, erklärt Paul Marcus Schäfer vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Das Wehr reguliert den Wasserstand für Regensburg und damit ist ein Absinken in einen kritischen Bereich ausgeschlossen. Erst unterhalb von Straubing oder in Richtung Kelheim kann es Probleme geben. Dort können die Wehre den Wasserstand nicht stabil halten. Einerseits weil die Donau bei Straubing nicht ausgebaut ist. Andererseits weil in Kelheim eine Verbindung zum Main-Donau-Kanal besteht.

Beste Aussicht! #Regensburg #Donau (Foto: @sam3000)

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Das aktuelle Niedrigwasser liegt am trockenen Wetter der vergangenen Monate, erklärt Jürgen Schmid vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Kein Problem für die Personenschiffe, die zwischen 80 und 150 cm in Regensburg tief sind. Den niedrigsten gemessenen Stand hier an der Eisernen Brücke gab es zuletzt 2015 mit 184 Zentimetern. Im Jahr 1986 wurde die Staustufe Geisling fertiggestellt. Diese liegt circa 25 Kilometer unterhalb von Regensburg, erklärt Jürgen Schmid.

Seit 1826 gemessen

  • Pegel:

    Bei der Eiserne Brücke wird seit 1826 gemessen. Der niedrigste Wert liegt bei 64 cm im Juli 1976.

  • Daten:

    Sie stammen aus der Zeit vor der Staustufe Geisling. So niedrig kann das Wasser heute nicht mehr sinken.

Niedrigwasser auch gefährlich

Seitdem ist der Wasserstand bei Niedrigwasser in Regensburg „eingestaut“. Das bedeutet, der Wasserstand kann nicht mehr niedriger fallen, als dies im Jahr 2015 geschehen ist. Deshalb hat die Schifffahrt in Regensburg auch in trockenen Jahren genügend Wassertiefe zur Verfügung. Damit macht das wenige Wasser Regensburg nichts aus.

Gefahr bringt das Niedrigwasser aber für die Brückenspringer. Selbst bei normalem Wasserstand ist das Springen von den Brücken in die Donau sehr gefährlich und auch illegal. Das hält aber vor allem im Sommer die Wenigsten vor dem gefährlichen Sprung ab. Besonders beliebt ist der Grieser Steg. Wie ein Springer der Mittelbayerischen berichtet, kommt man auch so schon auf dem Boden auf, wenn die Donau Normalwasser hat. Der Grund der Donau sei aber schlammig und damit wäre es kein Problem für ihn. Dann doch lieber auf den ungefährlichen Altstadtstrand mit Ausblick.

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