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Kirche

Regensburger Bischof verteidigt Kollegen

Der Kommunions-Streit hat zu einer Spaltung der deutschen Bischöfe geführt. Sogar der Papst ist eingeschaltet.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer will keine Protestanten zur Kommunion zulassen. Foto: Weigel

Der Streit um die Zulassung von Protestanten zur Kommunion beschäftigt weiter die katholischen Bischöfe in Deutschland. Am Montag trafen sich die 27 Mitglieder des Ständigen Rats der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Würzburg. Der DBK-Vorsitzende Reinhard Marx wolle dabei erneut über die umstrittene Handreichung zur Teilnahme von Eheleuten mit unterschiedlicher Konfession an der Eucharistiefeier informieren, sagte eine Sprecherin in Bonn. Es gehe dabei um Änderungen, die auf Wunsch einzelner Bischöfe noch eingearbeitet worden seien. Zum Inhalt dieser Änderungen werde nichts mitgeteilt.

Das Dokument sieht vor, in Ausnahmefällen die katholische Kommunion für protestantische Ehepartner zu öffnen. Mehr als drei Viertel der Bischöfe haben diesem Schritt nach Angaben der DBK zugestimmt. Sieben Konservative sind allerdings dagegen und haben unter Federführung des Kölner Kardinals Rainer Woelki den Vatikan eingeschaltet. Daraufhin wurde Marx vom Papst zu einem Gespräch nach Rom eingeladen. Einen Termin für die Unterredung gebe es noch nicht, sagte die Sprecherin. Ein Sprecher von Woelki wollte das Treffen in Würzburg nicht kommentieren. Zu den weiteren Unterzeichnern zählen der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sowie die Bischöfe von Augsburg, Eichstätt, Passau, Regensburg und Görlitz (Sachsen).

Voderholzer hält an konservativer Meinung fest

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer verteidigte das Vorgehen von ihm und sechs Kollegen. Über diese Frage habe innerhalb der DBK Uneinigkeit geherrscht, sagte Voderholzer in einem am Montag auf der Homepage seines Bistums veröffentlichten Interview. Entscheidend sei, in dieser Frage im Einklang mit den anderen Bischofskonferenzen der Weltkirche zu handeln. „In einer so wichtigen, den Glauben betreffenden Frage wollen wir keinen Alleingang machen.“ Deshalb hätten die sieben Bischöfe entschieden, sich im Hinblick auf die Einmütigkeit mit der Universalkirche an Rom zu wenden.

„Warum lassen Sie sich nicht auf erste zaghafte Schritte ein, die Sie in der Bischofskonferenz sicher ausführlich diskutiert und abgewogen haben?“

Aus einem offenen Brief an die konservativen Bischöfe

Die katholische Laienbewegung „Wir sind Kirche“ und andere Reformgruppen kritisierten in einem „offenen Mahnbrief“ die sieben Bischöfe, die sich in eigener Regie an den Papst gewandt haben. „Warum lassen Sie sich nicht auf erste zaghafte Schritte ein, die Sie in der Bischofskonferenz sicher ausführlich diskutiert und abgewogen haben(...)?“, fragten sie. Die Schritte seien für viele Kirchenmitglieder längst überfällig und vor Ort bereits eine lang geübte Praxis. „Völlig unverständlich und zu kritisieren ist, dass Mitglieder einer Bischofskonferenz nach einer ausführlichen Diskussion mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind und sich dann ängstlich nach Rom wenden“, kritisierten die katholischen Gruppen.

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