mz_logo

Regensburg
Montag, 23. Juli 2018 29° 2

Kriminalität

Regensburger Polizisten weiter in Klinik

Seit Jahren gibt es Gewalt gegen Beamte, die Häufung aber ist eine Ausnahme. Die Rathaus-Chefin verurteilt Attacken scharf.
von Heike Haala

Am Wochenende wurden mehrere Polizisten in Regensburg verletzt. Symbolfoto: dpa
Am Wochenende wurden mehrere Polizisten in Regensburg verletzt. Symbolfoto: dpa

Regensburg.Nach den Angriffen auf Polizisten im Regensburger Stadtgebiet laufen die Ermittlungen auf Hochtouren: Die Kriminalpolizei vernimmt Zeugen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Zwei verletzte Polizisten liegen immer noch im Krankenhaus. Einer der mutmaßlichen Angreifer, ein 17-jähriger Afghane, sitzt weiterhin in Untersuchungshaft.

Bei vier Attacken wurden am Wochenende innerhalb von sieben Stunden mehrere Polizisten verletzt, zwei davon schwer. Angriffe auf Beamte wie diese sind für Dietmar Winterberg, Pressesprecher am Polizeipräsidium Oberpfalz, zwar ein Thema, das die Polizei das gesamte Jahr über beschäftigt: „Die Häufigkeit und die Intensität der Angriffe von diesem Wochenende aber sind eine Ausnahme“, sagt er.

Die Polizei Oberpfalz postete am Montag diesen Eintrag auf Facebook:

Die Gewalttaten gegen Polizisten bewegen sich Winterbergs Angaben zufolge seit Jahren auf einem hohen Niveau: So gab es im Jahr 2014 im Regensburger Stadtgebiet insgesamt 117 solcher Angriffe, im Jahr 2015 belief sich die Zahl auf 109 Fälle und im Jahr 2016 waren es 127. Die entsprechende Statistik für 2017 wird derzeit noch erstellt. Oberpfalzweit waren es 539 Fälle im Jahr 2014, 490 Fälle im Jahr 2015 und 519 Fälle im Jahr 2016.

„Das sind auch Angriffe auf unseren Rechtsstaat.“ Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bürgermeisterin

Tritt gegen den Kopf

Die beiden schwer verletzten Polizisten befinden sich weiterhin im Krankenhaus. Laut Polizei hat ein 17-Jähriger einem von ihnen bei einer Kontrolle im Obergeschoß der Regensburg Arcaden gegen den Kopf getreten, ein weiterer schlug mit der Faust auf ihn ein. Der Beamte erlitt eine Platzwunde über dem Auge, eine Gehirnerschütterung und eine Schädelprellung. Pressesprecher Winterberg hofft, dass der Polizist das Krankenhaus Ende der Woche wieder verlassen kann. Ein anderer Polizist, dem bei einem Angriff während eines Einsatzes wegen Ruhestörung auf einer Privatparty der Knöchel gebrochen wurde, könnte länger ausfallen.

Das sagen Regensburger zu den Gewalttaten:

Regensburger äußern sich zur Gewalt gegen Polizist

Die Gewalt trifft doppelt, sagt unser Autor Norbert Lösch. Seinen Kommentar lesen Sie hier.

Einer der mutmaßlichen Angreifer sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Der Ermittlungsrichter erließ am Sonntag wegen des Vorwurfs eines versuchten Tötungsdelikts Untersuchungshaftbefehl. Der 17-jährige Afghane wurde in eine JVA verbracht.

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema:

„Die Ermittlungen sind aufwendig“, sagt Winterberg. Unter anderem wertet die Kriminalpolizei etwa Spuren oder Zeugenaussagen aus. Außerdem wird überprüft, ob es Videoaufnahmen von dem Vorfall gibt. Inzwischen bittet die Kriminalpolizei die Bevölkerung um Mithilfe. Wer Angaben zu Tätern oder dem Tathergang machen kann, soll sich unter Telefon (0941) 5 06 28 88 bei der Kripo melden.

Wie lange sich die Ermittlungen hinziehen können, ist derzeit noch unklar. Nach deren Abschluss hat die Staatsanwaltschaft das Wort. Als Herrin des Verfahrens muss sie entscheiden, ob sie Anklage erhebt oder nicht.

Ein Video über den Umgang mit den Übergriffen sehen Sie hier.

So geht die Polizei mit den Übergriffen auf die Be

Polizei: „Zufällige Häufung“

Die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) verurteilt die Attacken aufs Schärfste: „Leider wird mir in letzter Zeit häufiger berichtet, dass der Respekt gegenüber unseren Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften schwindet, dass sie im Einsatz angegriffen und sogar verletzt werden – oft sind die Täter durch Alkohol oder Drogen völlig enthemmt.“ Vorfälle wie diese sind für sie auch Angriffe auf den Rechtsstaat. „Und diese gehören konsequent verfolgt – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe der Täter“, sagt Maltz-Schwarzfischer.

Auch Christina Irrgang vom Center-Management der Arcaden sagt: „Im Center gilt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt und Kriminalität. Die Vorkommnisse vom Samstag verurteilen wir daher aufs Schärfste.“ Ob in den Arcaden Konsequenzen gezogen werden, ist derzeit noch offen. Es gibt aber eine Diskussion darüber, wie solchen Vorfällen in Zukunft vorgebeugt werden kann. Auch die Polizei weiß noch nicht, welche Konsequenzen sie aus den Angriffen ziehen wird. Dazu bedürfen sie laut Winterberg zunächst einer genauen Analyse.

Das sagen Regensburg Persönlichkeiten zu den Gewalttaten:

Weitere Polizeimeldungen aus Regensburg lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht