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Justiz

Regensburgerin in Wohnung überfallen

Drei junge Männer stehen wegen Raubes vor Gericht. Sie sollen Schmuck erbeutet haben, den sie dann wieder verloren haben.
Von Marion von Boeselager

Die drei Angeklagten mit ihren Verteidigern Foto: Boeselager
Die drei Angeklagten mit ihren Verteidigern Foto: Boeselager

Regensburg.Drei junge Männer aus Cham und Straubing stehen seit Donnerstag wegen Raubes vor der Jugendkammer des Regensburger Landgerichts. Zwei von ihnen sollen mit Sturmhauben vermummt einen Überfall auf eine Regensburgerin in deren Wohnung in Burgweinting verübt haben, während der dritte Täter im Fluchtauto wartete. Dabei stellten sie sich aber offenbar recht dilettantisch an: Zwar nahmen sie ein Kästchen mit Schmuck im Wert von etwa 500 Euro mit, verloren die Beute aber im Treppenhaus. Zum Prozessauftakt schwiegen die Männer im Alter zwischen 23 und 26 Jahren zu den Vorwürfen. Der Jüngste räumte lediglich einen ihm ebenfalls zur Last gelegten Einbruch im Landkreis Cham ein. Er will aber auch dort nichts erbeutet haben.

Maskierte Männer standen vor der Wohnungstür

Laut Anklageschrift klingelten die Täter im Mai vor drei Jahren spätabends an der Wohnungstür der Burgweintingerin. Die 41-Jährige öffnete die Tür einen Spalt, da sie glaubte, ihr Ex-Freund wolle sie besuchen. Doch dann, so ihre Angaben bei der Polizei, erblickte die nur mit Slip und Top bekleidete Frau zwei Männer mit Sturmhauben. Im gleichen Moment stießen diese die Tür gewaltsam nach innen auf. Die Frau stolperte und prallte gegen die Wand. Die Täter riefen: „Wo ist Geld?“ und entwendeten aus dem Wohnzimmerschrank das Schmuckkästchen. Da gelang es der Frau, die Wohnungstür zu öffnen und laut um Hilfe zu schreien. Die Täter flüchteten. Dabei ließen sie jedoch die Beute fallen. Die Geschädigte rief die Polizei.

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Ex-Freund war in Drogengeschäfte verwickelt

Wie der Sachbearbeiter der Kripo erläuterte, verlief die Spurensicherung ergebnislos. Doch deuteten die „Gesamtumstände der Tat“ auf eine Beziehung von Tätern und Opfer, beziehungsweise deren Ex-Freund, hin. Der Hintergrund: Drogengeschäfte. Der Ex-Partner der Frau wurde damals gerade im BKH behandelt. Bei den Ermittlungen in einem Rauschgiftfall wurde das Telefon des 26-jährigen Angeklagten überwacht, so der Zeuge. Daraus ergab sich der Verdacht, dass er und der zweite Angeklagte (27) vielleicht den Raub verübt hatten. Der 26-Jährige räumte dies bei der Polizei auch ein und belastete seine beiden Kompagnons als Mittäter. Zudem war sein Handy zur Tatzeit in der Funkzelle des Opfers eingeloggt. Mit den Vorwürfen konfrontiert, machte der 27-Jährige  keine Angaben. Der jüngste Angeklagte stritt eine Beteiligung ab. Die Geschädigte erkannte bei einer Wahllichtbildvorlage keinen der Angeklagten. Der 23-Jährige, damals Mitglied einer Untergruppe der Hell’s Angels, soll zudem im Juli 2015 in Geldnot in eine Wohnung im Raum Cham eingedrungen sein und über 33 000 Euro gestohlen haben. Der Mann räumte zwar den Einbruch ein, doch will er von einem Hund in die Flucht geschlagen worden sein und nichts mitgenommen haben. Der Prozess dauert an.

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