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Regensburg
Mittwoch, 15. August 2018 27° 3

Planung

RKK: Stadtspitze verspricht mehr Grün

Bei einer Besichtigung nördlich des Regensburger Hauptbahnhofs sprechen beide Bürgermeister von einer Aufwertung des Areals.
von Sarah Sophie Ruppert

Zukunfsmusik: Sobald der vorläufige Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) seinen Dienst getan hat, soll auf dem Gelände des Lutherwohnheims das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum erbaut werden. Foto: Ruppert
Zukunfsmusik: Sobald der vorläufige Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) seinen Dienst getan hat, soll auf dem Gelände des Lutherwohnheims das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum erbaut werden. Foto: Ruppert

Regensburg.Ein Raunen ging durch die Stadt, als das erste Mal über die Umgestaltung des Areals um den Hauptbahnhof gesprochen wurde. Ein Worst-Case-Szenario hält sich eisern, in dem von 150 gefällten Bäumen im Bereich zwischen Bahnhof und Altstadt die Rede ist. Am Montag hat das Bündnis „Kein RKK am Kepler-Areal“ mehr als 7000 Unterschriften für ein Bürgergehren im Rathaus übergeben.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sagte nun bei der Info-Tour der Stadt nördlich des Hauptbahnhofs: „Es gibt noch keine konkreten Planungen, aber es werden nicht so viele Bäume fallen.“ Was sicher sei, die Fläche zwischen Bahnhof und Eingangstor der Altstadt, die Kreuzung am Ernst-Reuter-Platz, werde grüner. „Der Park vor dem Bahnhof wird aufgewertet, die Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer wird verbessert“, erklärt Bürgermeister Jürgen Huber.

Attraktiverer Stadteingang

•Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer erläuterte die wichtigsten Ziele für das Areal. Foto: Ruppert
•Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer erläuterte die wichtigsten Ziele für das Areal. Foto: Ruppert

Die wichtigsten Ziele für einen neuen, schöneren Stadteingang zählte die Bürgermeisterin auf: „Heute sieht es hier wenig attraktiv aus, der unübersichtliche Verkehr dominiert. Ist das Areal erst einmal umfassend verkehrsberuhigt, dann wird man sich in dem Bereich wesentlich lieber aufhalten.“ Beim Beteiligungsprozess um die Stadtraumgestaltung hätten viele Bürger ihre Angst bekundet, wenn sie den Platz vor dem Bahnhofsgelände überqueren müssen. Maltz-Schwarzfischer ist es wichtig, dass der Alleengürtel in Zukunft besser zur Geltung komme und Radfahrer wie auch Fußgänger die Maximilianstraße zurückerobern: „Hell und freundlich soll es werden, damit sich die Bürger künftig wohler fühlen.“

Ein Video zu den Plänen für eine Stadthalle in Regensburg sehen Sie hier:

Die Planungen zum Regensburger Kultur- und Kongres

Bereits im Spätsommer sollen laut Dr. Lutz Dallmeier vom Amt für Archiv und Denkmalpflege die ersten Früherkennungsmerkmale für die Umgestaltung zu sehen sein. Einzelne Baustellen soll es in der Nähe des Peterskirchleins in der Grünanlage bei der Albertstraße und Fürst-Anselm-Allee geben. Sie dienen archäologischen Vorsorgeuntersuchungen. Archäologen suchen in der Zone das südliche Ende eines erst vor zehn Jahren entdeckten jüdischen Friedhofes. Dallmeier: „Dann können wir im Anschluss ein Baufeld für die Tiefgarage bestimmen, das den Friedhof nicht gefährdet. Es ist mehr als ein Denkmal.“ Die unterirdischen Parkflächen sollen dafür sorgen, dass am gesamten Bahnhofsvorplatz eine Freifläche entstehe, um die Vision eines gern frequentierten Ruheportals für Fußgänger und Fahrradfahrer zu ermöglichen.

Eine Mammutaufgabe wird das Projekt allemal. 2020 soll jedoch bereits ein provisorischer Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) in der Nähe der Fläche des jetzigen Studentenwohnheims Lutherhaus entstehen. „Der Eigentümer wird das in die Jahre gekommene Gebäude bis September 2019 zurückbauen“, verspricht die Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann.

Barrierefreie Wege

Der ZOB soll seinen Platz zwischen Bahnhofsgebäude und Galgenbergbrücke mit Haltestellenbereich auf der Brücke finden. Kurze und vor allem barrierefreie Wege sollen reibungslose Verbindungen ermöglichen. Schimpfermann freute sich: „Zusammen mit den Zügen sorgen Stadtbahn und Busse dafür, dass viele Menschen umweltschonend und ohne Autos die Innenstadt erreichen können.“ Sobald der vorläufige ZOB seinen Dienst getan hat, soll auf dem Gelände des Lutherwohnheims das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum erbaut werden.

Lesen Sie auch: Regensburger Kaufleute kämpfen für ein RKK

Als größte Lücke im grünen Alleengürtel sah Maltz-Schwarzfischer den Ernst-Reuter-Platz: „Wenn es gelingt, den Individualverkehr auszuschließen, dann können wir diese Wunde versiegeln und erhalten mehr Aufenthaltsqualität im Bereich des Bahnhofsareals.“ Huber legt als Pro für die Neugestaltung nach: „Das ,Grüß Gott’ wird ein entschieden herzlicheres sein, wenn man aus dem Hauptbahnhof rauskommt.“ In den nächsten Monaten fallen weitere Info-Touren mit verschiedenen Schwerpunkten an.

Alle Berichte und Informationen rund um das geplante Regensburger Kultur- und Kongresszentrum finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Massnahmenplan

  • Grabungen:

    Im August fallen archäologische Untersuchungen zu einem entdeckten jüdischen Friedhof an. Darauf erfolgt die Planung der Tiefgarage.

  • Rückbau:

    Der Bau eines provisorischen ZOB und der Tiefgarage erfolgt im Sommer 2019.

  • Neubau:

    Nach Fertigstellung des neuen ZOB im östlichen Bahnhofsbereichs erfolgt der zeitintensive Bau des RKK auf dem Keplerareal.

  • Anbindung:

    Der Umbau der Galgenbergbrücke erfolgt langfristig, da noch weitere Abstimmungen und Verhandlungen mit der Deutschen Bahn nötig sind.

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  • RB
    Reinhold Breuer
    27.07.2018 20:41

    Bald erst wird wahr, was die MZ zu früh versprach: "RKK: 145 000 REGENSBURGER HABEN DIE WAHL - Die Bürger entscheiden über das Mammut-Projekt." ... waren MZ-Schlagzeilen am 29.12.2017. Habe ich zur Unwahrheit eine Erklärung des Verlegers für seine Leser verpasst? Für ein RKK ist weit mehr Grundfläche eingeplant, als das entmietete Studentenhaus (Foto) hergeben kann. Ist die Schlagzeile "...VERSPRICHT MEHR GRÜN" wieder geeignet, einen Irrtum zu fördern, diesmal dass das RKK ohne Fällung vieler alter Bäume möglich wäre? Wenn kein Regiobus am ZOB startet/endet, entfällt ein Großteil eingeplanter Haltepositionen, jeder Bedarf zur Brückenerweiterung und manch lange Umsteigewanderung.

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    • MR
      MZ - Redaktion 30.07.2018 13:00

      Hallo Herr Breuer, die von Ihnen zitierte Überschrift ist noch älter. Sie stammt aus dem Juli 2017. Damals haben wir über die da noch bevorstehende Bürgerbefragung berichtet. Dessen Ergebnis sollte ja zumindest Einfluss in die weiteren Planungen nehmen.

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    • RB
      Reinhold Breuer 03.08.2018 20:26

      Hallo Frau Redaktion. weichen Sie auf Unwichtiges aus? Die MZ versprach unstrittig diese ungeprüfte Unwahrheit "RKK: 145 000 REGENSBURGER HABEN DIE WAHL - Die Bürger entscheiden über das Mammut-Projekt." Das Ergebnis konnte nicht und sollte offenbar auch nie "Einfluss in die weiteren Planungen nehmen". Die MZ-Schlagzeile "RKK: STADTSPITZE VERSPRICHT MEHR GRÜN" (19. Juli 2018 ) verbreitet wieder ungeprüft und ohne Einordnung ein falsches Versprechen.

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