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Nebel

Säuglingsstationen im All

Nur 5000 Lichtjahre von uns entfernt glitzert es in den schönsten Farben. Hier werden Sterne geboren.

Der „Pelikan-Nebel“ im Sternbild Schwan ist einer der imposantesten galaktischen Nebel. Heiße Sternstrahlung hat bizarre Skulpturen aus der Wolke „herausgemeißelt“, und in den dichten Regionen entstehen neue Sterne. Foto: Dr. Jürgen Kemmerer, Dr. Johanna Härtl/(Sternwarte Regensburg
Der „Pelikan-Nebel“ im Sternbild Schwan ist einer der imposantesten galaktischen Nebel. Heiße Sternstrahlung hat bizarre Skulpturen aus der Wolke „herausgemeißelt“, und in den dichten Regionen entstehen neue Sterne. Foto: Dr. Jürgen Kemmerer, Dr. Johanna Härtl/(Sternwarte Regensburg

Regensburg.5000 Lichtjahre sind weit weg, ganz weit weg, und trotzdem vor unserer Haustüre – zumindest im astronomischen Maßstab gemessen. Also schauen wir doch einmal raus vor das Haus und richten unseren Blick auf ein Gebiet, das einen Radius von 5000 Lichtjahren um unser Sonnensystem umfasst. Das ist ein Bruchteil unserer Milchstraße, die mehr als zehnmal so groß ist; aber innerhalb dieser Region, die man die Lokale Nachbarschaft nennt, findet man himmlische Schätze im Überfluss.

Hier gibt es – wie überall in unserer Galaxis – riesige Wolken aus Gas und Staub, sogenannte Molekülwolken, in denen sich gigantische stellare Säuglingsstationen befinden, die die großartigen Nebel und das interstellare Material von hinten beleuchten und die galaktischen Arme der Milchstraße mit schillernden Farben umgeben.

Minus 250 Grad sind super

Ungefähr die Hälfte des interstellaren Materials besteht aus Molekülwolken in den verschiedensten Größen, von Globulen von weniger als einem Lichtjahr Durchmesser bis zu den Riesenmolekülwolken, die hundertmal größer sind und Material für Millionen von Sternen bergen. Wie ihr Name schon sagt sind diese Wolken reich an Molekülen. Das häufigste Molekül (etwa drei Viertel der Masse einer typischen Molekülwolke) ist molekularer Wasserstoff, in dem die Wasserstoffatome zu Paaren gebunden sind.

Gottfried Meissner von der Sternwarte Regensburg stellt das Sternbild Orion vor:

Das Sternbild Orion

Eisige Temperaturen um minus 250 Grad Celsius begünstigen die Entstehung der Moleküle. Molekülwolken enthalten auch signifikante Mengen an interstellarem Staub, der das Sternenlicht absorbiert. Deshalb sind diese Wolken meist dunkel und nur dann zu sehen, wenn sie das Licht ferner Sterne reflektieren oder von Sternen in ihrem Inneren beleuchtet werden.

Blitzschnelle Geburten

Die Sternentstehung ist ein Wunder der Natur und in astronomischen Zeitbegriffen benötigt sie nur einen Augenblick. Die Geburt der Sonne dauert 30 bis 50 Millionen Jahre, aber massereichere Sterne entwickeln sich viel schneller. Molekülwolken stellen das Material zur Verfügung und die Gravitation die Antriebskraft. Ein dichter Knoten aus interstellarem Gas und Staub, der wegen seiner größeren Masse stärkeren Gravitationswirkungen ausgesetzt ist als die Umgebung, fällt in sich zusammen, heizt sich immer weiter auf und nach Millionen von Jahren bricht ein neuer Stern hervor. Einige Molekülwolken sind so groß, dass sie ganze Sternhaufen auf einmal gebären, während kleine Teile dieser Wolken nur einen Stern nähren. Ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Orion liegt eine der größten Sternfabriken, die wir kennen. Der bekannteste Abschnitt dieses gigantischen Gebildes ist der Orion-Nebel M42. Dieser ist der hellste Nebel und sogar von der Stadt aus mit bloßem Auge zu sehen. In seinem Inneren befinden sich Sterne und Planetensysteme im Entstehungsprozess. Die relative Nähe dieser stellaren Säuglingsstation lieferte Astronomen Hinweise, wie gewaltige Gaswolken in sich zusammenbrechen und neue Sterne bilden.

So entstehen Sterne und Planeten

  • Molekülwolken

    bestehen aus Gas und Staub, die sich größtenteils in Galaxien befinden. Das darin enthaltene Wasserstoff- und Heliumgas ist ein Überrest des Urknalls, aus dem Sterne entstehen.

  • Unsere Milchstraße

    enthält ungefähr 200 Milliarden Sterne. Jedes Jahr wird hier etwa ein Stern mit der durchschnittlichen Masse unserer Sonne geboren– ein Wunder der Natur.

  • Sterne

    entstehen durch den Kollaps von Molekülwolken. Durch den Druck im Zentrum beginnt ein Stern, Wasserstoff in Helium zu verwandeln. Dabei wird Energie frei, die die Erde in Form von Licht erreicht.

  • Planeten

    entstehen wahrscheinlich als Nebenprodukte bei der Bildung von Sternen. Sie selbst wären vermutlich zu klein, um sich eigenständig aus Molekülwolken zusammenzuballen.

  • Inzwischen

    gehen Astronomen daher davon aus, dass das Sonnensystem keine Ausnahme ist. Möglicherweise bevölkern Billionen von Planeten unsere Milchstraße – eine faszinierende Vorstellung.

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