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Sauberes Wasser für Burkina Faso

„Hydrosolution“ wächst weiter. Mittlerweile profitieren 1500 Menschen von Filtern, die die Regensburger Studenten entwickeln.
Von Angelika Lukesch

  • Das bringen die Wasserfilter von „Hydrosolution“ in Kenia und Burkina Faso: Rechts das Wasser VOR der Filtration, links das filtrierte Wasser. Fotos: Nina Auer
  • Die Regensburger Studenten zusammen mit Einheimischen vor der Produktionsstätte in Kenia: Verena Fieger, Nina Auer, Stephan Hartmann, Maximilian Dötterl (von links)

Regensburg.Vor etwas mehr als einem Jahr begann das Projekt „Hydrosolution“, das im gemeinnützigen weltweiten Studentenverein Enactus verortet ist. 17 Studenten der OTH und der Uni Regensburg gewinnen so sauberes Wasser. Dazu entwickelte das Team einen Wasserfilter, der aus einfachsten Mitteln herzustellen, billig und auch für Laien gut handhabbar ist. Mittlerweile wird er nicht nur in Kenia, sondern auch in Burkina Faso eingesetzt.

Die Idee stammt von Maximilian Dötterl, einem Maschinenbau-Studenten, und wurde zusammen mit vier Studenten aus den Fachbereichen Chemie, Sensorik und Analytik sowie Regenerative Energien weiter entwickelt. Das Prinzip des neu erfundenen Filters, der mit Bruchsand arbeitet, basiert auf dem Konzept der Schnell- und Langsamfiltration. „88 Prozent der Magendarmleiden in Afrika sind auf mit Bakterien und Viren kontaminiertes Wasser zurückzuführen, 16 Prozent davon enden tödlich“, sagt Nina Auer, die neben Dötterl Projektleiterin ist.

Die Hauptleidtragenden seien die Kinder. Besonders die Mädchen leiden, denn meist sei es ihre Aufgabe, die Wasserversorgung der Familie sicherzustellen. Häufig müssten sie weite Wege auf sich nehmen, um schließlich verdrecktes Wasser irgendwo aus Rinnsalen in der Wildnis abzuschöpfen und heimzutragen, erklärt Auer die Situation in den afrikanischen Ländern.

Elf Filter in drei Wochen

Mit der Hilfe vieler Sponsoren flogen Auer, Dötterl und Daniel Müller zusammen mit zwei Mitgliedern der deutsch-kenianischen Hilfsorganisation „YSOG = Young Innocent Souls of God and Ambatana“, Verena Donislreiter und Jonathan Scherr, im vergangenen Februar nach Kenia, genau gesagt nach Kajiado County, Bezirk Loitokitok (Massailand). Dort arbeiteten sie mit Father Tito (Leiter YSOG und Kontaktperson des Regensburger Projekts „Hydrosolution“) zusammen.

Die Regensburger Studenten bauten dort in drei Wochen elf Wasserfilter an insgesamt zwei Schulen ein und versorgten zudem 30 Waisenkinder mit sauberem Wasser. „Jeder Filter kann täglich 50 Liter Wasser filtern, so dass dort seitdem insgesamt 560 Kinder und 15 Lehrer mit sauberem Wasser versorgt werden können“, sagt Auer.

Nächste Schritte von Hydrosolution

  • Burkina Faso:

    Evaluation und Testen der Filter vor Ort, Aufbau der Struktur mit den Einheimischen vor Ort, Ausbau der Kooperation mit lokalen Organisationen

  • Kenia:

    Fertigstellung des Bohrlochs, Installation der Pumpe und eines Stromnetzwerkes, Umzäunung und Ausstattung des Produktionsstättengeländes, Auslieferung der Filter

  • Nächster Aufenthalt:

    Ende Februar 2018, Installation eines großen Filters an der II Chalai Primary School

Im vergangenen 2017 flogen Verena Fieger, Stefan Hartmann, Maximilian Dötterl und Nina Auer erneut für drei Wochen nach Kenia: Zwei weitere Schulen sollten mit Filtern ausgestattet und eine Produktionsstätte gebaut werden. Um den Bau der Filter zu beschleunigen und zu vereinfachen, fertigten die Studenten zwei Stahlschalungen zum Filterbau. „So konnten wir insgesamt 17 Filter fertigstellen, die in zwei Grundschulen in Kalesirua mit insgesamt 800 Schülern aufgestellt wurden“, sagt Auer.

Außerdem errichteten die Studenten das Grundgerüst für die geplante Produktionsstätte, gossen den Boden und installierten einen Wassertank. Auf dem gleichen Gelände sorgten die Studenten für ein Bohrloch, denn für den Filterbau brauchen sie Zugang zu sauberem Wasser. Außerdem kann das Bohrloch das von Ambatana e.V. (Kooperationspartner aus Deutschland) geplante „Haus der Gemeinschaft“ und Zuhause für etwa 100 Waisenkinder am gleichen Gelände mit sauberem Wasser versorgen. Der Bau des Gebäudes soll in diesem Januar starten.

Die Studenten von „Hydrosolution“ lernen auch Einheimische an. „Unsere kenianischen Partner waren bereits in der Lage, die Gehäuse von 31 weiteren Filtern zu bauen. Diese werden in den kommenden Wochen an weiteren Schulen und Privathaushalten installiert“, sagt Auer. Sie selbst führte im Studium eine Evaluationsstudie durch, die Aufschluss über die Entwicklung der Krankheitsrate gibt, seitdem die Filter in der Chalai Grundschule verwendet werden: Seit die Filter arbeiten, seien Kinder weniger krank und leiden kaum mehr an Magen-Darminfekten. Auch die Lehrer berichten, dass die Kinder seltener krankheitsbedingt fehlen.

Kinder sind seltener krank

Die Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser hervorgerufen werden, seien seit dem vergangenen März um 80 Prozent zurückgegangen. Das belegen Auers erhobene Daten. Dieser Erfolg sei allein auf den Einbau der Filter durch „Hydrosolution“ zurückzuführen.

Ebenfalls im August gründete das Hydrosolution-Team in Burkina Faso einen zweiten Projektableger gemeinsam mit der Partnerorganisation FANGA E. V.. Das frisch ausgebildete „Hydrosolution“-Team mit Alexander Schoenenwald, Anton Tichonow und Johannes Heldwein testete die Wasserressourcen erfolgreich, machte eine passende Sandquelle, die für die Herstellung der Filter notwendig ist, ausfindig. Schließlich stattete die Gruppe etwa 100 Menschen im Dorf Tarfila mit Wasserfiltern aus. Zum Abschluss lernten die Studenten drei Einheimische erfolgreich an.

Spenden an:

Kontoinhaber: Hydro Solution e.V.

IBAN: DE68 7505 0000 0027 0269 54

BIC: BYLADEM1RBG

(Hydro Solution e.V. ist vom Finanzamt Regensburg als gemeinnützig anerkannt und registriert. Für Spenden ab 100 Euro können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Bei Angabe Ihrer Adresse im Verwendungszweck der Überweisung, lässt Hydro Solution Ihnen automatisch eine Spendenquittung zukommen)

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