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Regensburg
Sonntag, 22. April 2018 27° 2

Zeugenaufruf

Schüler wurde im Stadtpark missbraucht

Ein Mann soll am Montagabend einen Grundschüler im Stadtwesten missbraucht haben. Die Polizei sucht dringend Zeugenhinweise.
Von Julia Ried

Auf einer Bank im Regensburger Stadtpark soll es zu dem Missbrauch gekommen sein. Foto: Tino Lex

Regensburg.Ein Kind wird auf der Straße von einem Fremden angesprochen und dann sexuell missbraucht: Was Eltern als Schreckensszenario fürchten, soll sich der Polizei zufolge am Montag im Stadtpark zugetragen haben. Ein Mann soll dort einen Grundschüler im Intimbereich berührt haben. Der Bub, dessen Alter die Polizei nur mit „jünger als zehn“ angibt, um ihn zu schützen, war auf dem Nachhauseweg, als sich ihm gegen 17 Uhr an der Ecke Weißgerbergraben/Jakobstraße ein ihm unbekannter Mann näherte – so berichtet es die Polizei. Der Junge sei mit ihm über die Jakobstraße in den Park gegangen, an der Gaststätte vorbei bis zum Weiher am westlichen Ende. Auf einer Bank habe der Mann das Kind unsittlich angefasst.

Zeugenaufruf: Kind in Stadtpark missbraucht

Täter zwischen 30 und 40

Der Mann führte den Jungen bis zum Weiher am westlichen Ende des Parks. Foto: Tino Lex

Deshalb hofft die Polizei nun auf die Mithilfe von Anwohnern oder Passanten und ging am Dienstag mit einer Personenbeschreibung an die Öffentlichkeit: Der Täter soll circa 1,75 Meter groß sein, dem Anschein nach zwischen 30 und 40 Jahre alt, von normaler, eher kräftiger Figur. Er soll dunkle Haare haben und trug am Tattag einen dunklen Stoppelbart. Bekleidet war der Mann mit einer blauen Jeans und einer blauen beziehungsweise dunklen Jacke, außerdem mit einer blauen Strickmütze mit roten Streifen. Der Gesuchte ist zudem Raucher und sprach deutsch.

Aufruf der Polizei

  • Fragen der Ermittler:

    Wer sah am Montag gegen 17 Uhr einen Mann mit einem Jungen, der eine auffällige blau-orange Mütze trug, im Bereich Jakobstraße auf dem Weg in den Stadtpark? Konnte jemand einen Mann in Begleitung eines Jungen im Stadtpark, insbesondere auf einer Bank am Weiher am westlichen Rand beobachten?

  • Kontakt:

    Hinweisgeber können sich unter der Telefonnummer (09 41) 5 06 28 88 an die Kriminalpolizei wenden oder an jede andere Polizeidienststelle.

Der Bub, den er missbraucht haben soll, trug eine auffällige Mütze in den Farben Orange und Blau. Der Täter soll sein Opfer auf dem Weg zum Park auch teilweise an der Hand geführt haben. Der Junge sei ohne Gegenwehr mit dem Unbekannten mitgegangen, berichtet die Polizei. Der Weg zur Parkbank kann daher unauffällig gewesen sein. Vor diesem Hintergrund setzte die Polizei diesen dringenden Appell an die Bürger ab: „Auch Wahrnehmungen, die vom Beobachter selbst als unwichtig eingestuft werden, können für die Ermittler wichtige Bausteine darstellen. Um eine entsprechende Wertung vornehmen zu können, müssen diese Wahrnehmungen auch an die Polizei herangetragen werden“, sagt Sprecher Albert Brück. „Lieber ein Anruf zu viel als einer zu wenig.“ Insbesondere im Areal zwischen dem Jakobstor und dem Eingang in den Park waren der Polizei zufolge mehrere Radfahrer unterwegs, die wichtige Beobachtungen gemacht haben könnten.

Eltern, die sich jetzt um ihre Kinder sorgen, rät Psychologe Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, ruhig zu bleiben – ihre Angst könnte sich sonst auf ihre Buben oder Mädchen übertragen. Der Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge empfiehlt Eltern vielmehr, prinzipiell für den Fall vorzusorgen, dass ihre Töchter oder Söhne von Unbekannten angesprochen werden. „Man sollte sowieso grundsätzlich mit den Kindern reden, dass sie nicht mit Fremden mitgehen. Ich würde mich den Kindern gegenüber nicht auf den aktuellen Fall beziehen.“ Eltern sollten ihren Kindern fortlaufend beibringen, zwischen Vertrauten und Fremden zu unterscheiden, „Nein“ zu sagen, falls jemand mit ihnen etwas gegen ihren Willen tut – und dass sie sich ihren Eltern anvertrauen. „Dein Körper gehört dir“, lautet die zentrale Botschaft, die auch einige Bücher kindgerecht vermitteln.

Polizeisprecher Albert Brück schilderte der Mittelbayerischen den aktuellen Stand der Ermittlungen:

Unter anderem zum Buch „Das große und das kleine Nein“ greifen zum Beispiel die Erzieher im Stadtpark-Kindergarten in der Präventionsarbeit mit ihren Kindern, erzählt Gruppenleiterin Renate Heinzelmann. Zum jetzt angezeigten Vorkommnis sagt sie: „Wir werden natürlich noch einmal achtsamer sein. Das ist sehr erschütternd, wenn man hört, dass so etwas direkt in der Nachbarschaft passiert.“

Kürzlich 58-Jähriger verurteilt

Auf einer Bank im Regensburger Stadtpark soll es zu dem Missbrauch gekommen sein. Foto: Tino Lex

Erst im Januar hatte das Landgericht einen 58-jährigen Regensburger, der zwei Mädchen auf deren Nachhauseweg angesprochen hatte, wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und fünf Monaten verurteilt. Er hatte die Schülerinnen im Alter von acht und zehn Jahren in seiner Wohnung unsittlich berührt.

Polizeisprecher Albert Brück zufolge sind solche Fälle, in denen sich ein Täter seinem Opfer im öffentlichen Raum nähert und es dann missbraucht, „absolute Einzelfälle“. Dass Kinder von Unbekannten angesprochen werden, wird der Polizei allerdings häufiger angezeigt: 53 Meldungen dieser Art gingen im Jahr 2017 ein.

Erst vor wenigen Tagen wurde in Pentling ein Achtjähriger von einem unbekannten Mann angesprochen!

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