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Schädling

Stadt kämpft gegen giftige Raupe

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich auch in Regensburg aus. Die Stadt lässt deren Nester nun entfernen.
Von Aaron Grassl

Nur mit Schutzkleidung sollte man sich den Gespinsten nähern. Foto: Graßl
Nur mit Schutzkleidung sollte man sich den Gespinsten nähern. Foto: Graßl

Regensburg.Unscheinbar – und doch sehr gefährlich. Vom Eichen-Prozessionsspinner sollte man lieber die Finger lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bei Berührungen mit der Haut können die langen Brennhaare der Raupe toxische Reaktionen auslösen. Juckreiz, Rötungen, Quaddeln und Eiterbläschen sind die Folgen. In extremen Fällen kann es sogar zu einer Bindehautentzündung kommen.

Population nimmt zu

Die langen Brennhaare der Raupe lösen bei Berühren eine toxische Reaktion aus. Foto: Graßl
Die langen Brennhaare der Raupe lösen bei Berühren eine toxische Reaktion aus. Foto: Graßl

Um die Regensburger Bürger vor der großen Gefahr, die von den kleinen, unscheinbaren Schmetterlingslarven ausgeht, zu schützen, werden die Nester nun entfernt. Mit Schutzkleidung, Gummihandschuhen und Atemschutz ausgerüstet, kratzt Martin Menacher die Gespinste von den Eichen, während sein Kollege die verbleibenden Überreste einsaugt. Auch wurden bereits spezielle Bakterienstämme eingesetzt, welche bewirken, dass die Eichen-Prozessionsspinner ihre Fresstätigkeit einstellen.

Aufgrund der raschen Verbreitung der als Schädlinge eingestuften Raupen, sind in Deutschland mittlerweile alle Bundesländer von deren Befall betroffen. In Regensburg hätte die Population der Nachtfalterlarven in diesem Frühjahr merklich zugenommen, weiß Menacher zu berichten.

Sehen Sie hier im Video wie die Raupen entfernt werden:

Regensburg kämpft gegen giftige Raupe. Video: Anna Werkowski

Wer ein Nest des Eichen-Prozessionsspinners entdeckt, sollte dieses keinesfalls eigenständig entfernen, sondern einen Kammerjäger rufen. Befindet sich das Gespinst in der Nähe eines belebten Platzes, etwa eines Spielplatzes, ist das Stadtgartenamt oder die Feuerwehr zu informieren.

Giftige Raupen

Der Eichen-Prozessionsspinner ist ein Nachtfalter. Mit seinen braungrau gefärbten Flügeln gehört er nicht zu jener bunten Art von Schmetterlingen, die schön anzuschauen wäre. Jedoch stellt er nach seiner Entpuppung keine Gefahr dar. Als Raupe hingegen sehr wohl. Lange weiße Härchen befinden sich am Körper der Larve. Diese enthalten ein Eiweißgift namens Thaumetopoein, welches beim Menschen eine Dermatose auslösen kann.

Doch nicht nur die unmittelbare Berührung des bis zu fünf Zentimeter langen Insekts stellt eine Gefahr dar. Die Brennhaare der Raupe brechen leicht und wirbeln durch die Luft. Geraten die Härchen der Schmetterlingslarve dann in die Atemwege, können sich Nase, Rachen und Bronchien entzünden, was in seltenen Fällen auch eine Atemnot hervorrufen kann.

Die Weibchen der Eichen-Prozessionsspinner legen bis zu 200 Eier hauptsächlich im Kronenbereich von Eichen ab. Der Embryo entwickelt sich noch im Herbst zur fertigen Jungraupe, die dann im Ei überwintert und Anfang Mai schlüpft. Bis zur Verpuppung durchlaufen die Larven bis zu sechs Entwicklungsstadien. Ab dem dritten Stadium entwickeln sich die Brennhaare mit Widerhaken und Nesselgift.

Vorsicht ist geboten

  • Gefahrenquellen:

    Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, sind eine große Gefahrenquelle.

  • Brennhaare:

    Die Raupenhaare haften sich an Kleidern und Schuhen an und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus.

  • Hautreaktion:

    Der durch die Haare verursachte Ausschlag kann bis zu zwei Wochen andauern.

Kennzeichnend für die kleinen Tierchen ist ihre Geselligkeit. In großen Gruppen begeben sie sich auf Nahrungssuche und kriechen dabei wie bei einer Prozession in einer langen Reihe hintereinander her. Die Länge einer solchen Prozession kann sich über mehrere Meter erstrecken. Die Raupen leben zudem in Nestern zusammen, sogenannte Gespinste, die an den Eichen haften. Ältere Larven häuten sich in den Nestern, weshalb dort die Konzentration der Brennhaare besonders hoch ist.

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