mz_logo

Regensburg
Donnerstag, 19. April 2018 26° 1

Sanierung

Steinerne Brücke: Endspurt mit Engpass

Bis Herbst dauern die Arbeiten an Regensburgs Wahrzeichen. Trotzdem wird im Juni eröffnet. Ein Aussichtsturm ist im Gespräch.
Von Micha Matthes

  • Am Brückenbasar in Stadtamhof blockieren Paletten mit Granitquadern den Zugang zur Steinernen Brücke. Fußgängern und Radfahrern bleiben nur die schmalen Wege neben der Absperrung. Foto: mt
  • Bis in den Herbst wird noch an der Brücke gearbeitet. Allerdings sind laut Angaben des Tiefbauamts nach den Feierlichkeiten im Juni nur noch Restarbeiten an den Eisbrechern zu erledigen. Foto: Stadt/Stefan Effenhauser

Regensburg.Die Paletten mit den aufgestapelten Granitquadern blockieren den Vorplatz in Stadtamhof. Fußgänger und Radfahrer drängen sich an den schmalen Wegen neben der Absperrung vorbei. Noch steht die Baustelle, noch ist die einst wichtigste und heute bekannteste Brücke von Regensburg ein Nadelöhr mit Behelfssteg.

Mit einer leichten Verzögerung geht die Sanierung der Steinernen Brücke nach acht Jahren ihrem Ende entgegen. Bis zum Herbst sind zwar laut Tiefbauamt noch kleinere Arbeiten an den Eisbrechern des mittelalterlichen Baus notwendig. Nichtsdestotrotz soll die Steinerne wie geplant am 9. und 10. Juni anlässlich des Welterbetages und in einer Doppelfeier mit dem Kennenlernfest für das Museum der Bayerischen Gesichte freigegeben werden – inklusive Bruckmandl. Schäden durch Verkehr und Feuchtigkeit hatten die rund 20 Millionen Euro teure Maßnahme – ein Drittel der Kosten trägt die Stadt, der Rest wird über Zuschüsse finanziert – erforderlich gemacht. Der 2008 angekündigte Kostenrahmen konnte eingehalten werden, der zeitliche Rahmen nicht ganz.

Baustelle wächst noch einmal

Aktuell finden noch Arbeiten auf Höhe der Bögen 6, 7, 8 und 9 statt, dem vierten Bauabschnitt. Dort werden unterschiedliche Asphaltschichten zur Abdichtung aufgetragen, anschließend sollen dann ab Ende nächster Woche die in Stadtamhof gestapelten Granitsteine verlegt werden. Dazu wächst die Baustelle noch einmal – eine letzte Geduldsprobe für Passanten und Geschäftsleute. Aus Sicherheitsgründen müsse ein Bereich als Fahrgasse für Gabelstapler bis zur Einhausung abgesperrt werden, sagt Peter Bächer, Leiter des Tiefbauamts. „Grundsätzlich bleibt die Brücke aber im April begehbar.“ Spätestens Anfang Mai soll diese Arbeit abgeschlossen sein. Dann wird die Einhausung abgebaut. Und Ende Mai soll dann das Bruckmandl an seinen angestammten Platz zurückkehren.

Zahlen und Fakten zur Steinernen Brücke finden Sie in unserem Video:

Die Steinerne Brücke in Zahlen

Trotzdem werden auch zur Eröffnung noch Spuren der Baustelle zu sehen sein. „Was wir nicht ganz wegbringen werden, wird der Behelfssteg sein“, sagt Bächer. „Außerdem werden zur Einweihung wohl auch noch einige Gerüstträger stehen.“ Die Brückenoberfläche werde aber vollständig saniert und „weitgehend begehbar“ sein.

Eine Bildergalerie vom Umbau des Behelfsstegs finden Sie hier:

Steinerne Brücke: Umbau des Behelfsstegs

Bis in den Herbst wird noch an der Brücke gearbeitet. Allerdings sind laut Bächer dann nur noch Restarbeiten an den Eisbrechern bzw. den sogenannten Beschlächten zu erledigen. Warum die Feier dennoch schon im Juni stattfindet? Der Welterbetag biete sich als Termin an, sagt Bächer. „Die Brücke ist dann wieder offen und man wollte das jetzt einfach machen.“ An 200 Gäste seien Einladungen verschickt worden. Eine kleine Feier mit Ansprachen im Brücksaal des Salzstadls sei geplant, ebenso wie eine Freigabe im Bereich des Bruckmandl-Denkmals. Bewirtet werden Besucher auf der Jahninsel. Daneben sorgen künstlerische Aktionen und Illuminationen bis in die Nacht hinein für Unterhaltung. „Mit den Welterbefeierlichkeiten und dem Kennenlernfest für das Museum wird in der Gegend zwischen Donaumarkt und Stadtamhof einiges los sein.“

Lesen Sie auch: Mit Laser und Sonar an der Steinernen Brücke

Aussichtsturm für die Brücke?

Nach MZ-Informationen ist ausgehend vom Kulturamt sogar ein – nicht unumstrittener – Aussichtsturm im Gespräch, von dem aus sich Besucher das Wahrzeichen anschauen könnten. Die Idee ist noch nicht vom Tisch, bestätigte die Pressestelle der Stadt. Bis zur Eröffnung werde es diesen Turm aber auf keinen Fall geben – auch, weil der Behelfssteg dann erst noch abgebaut werden müsse. Zu den Kosten für die Feierlichkeiten wollte sich Bächer noch nicht äußern. Das Programm werde nächste Woche festgezurrt. Erst dann wolle er genaue Zahlen nennen.

Wie gut kennen Sie sich mit der Steinernen Brücke aus? Rätseln Sie mit:

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht