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Regensburg
Montag, 28. Mai 2018 31° 1

Ausstellung

Team Bananenflanke versteigert Bilder

Bei der Vernissage bot auch Hans Rothammer, Präsident des SSV Jahn Regensburg, mit – und mancher Jahn-Profi dazu.
Von Claus-Dieter Wotruba

Umringt von den Bananenflanken-Künstlern Anna, Kevin, Alex, Michael und Kati versteigerte Jahn-Präsident Hans Rothammer höchstselbst die Bilder – und bot dabei auch kräftig mit. Foto: Günter Staudinger

Regensburg.Immer wieder spurtete Kati voller Begeisterung nach vorne. „Das habe ich gemalt“, jubilierte eine der Künstlerinnen des Teams Bananenflanke. „Und das habe ich auch gemalt.“ Der Verein für geistig beeinträchtigte Kinder und Jugendliche organisiert zwar vornehmlich einen Trainings- und Ligenbetrieb im Fußball, aber in Regensburg wird im „Bananenkistl“ am Schwanenplatz dienstags auch gemalt. Die Vernissage beim Kooperationspartner SSV Jahn im sonstigen VIP-Bereich der Conti-Arena ist schon seit den Tagen des alten Jahn-Stadions an der Prüfeninger Straße zum traditionellen Höhepunkt geworden. Nach den langen, über Monate gehenden Mühen der Produktion werden die Bilder bei der Vernissage dort jedes Jahr ausgestellt und zudem zugunsten des Vereins versteigert.

Dieses Mal hatten Kati, Michi, Kevin, Anna, Roxy und Korbinian die spektakulären Aufstiegsspiele des SSV Jahn gegen den TSV 1860 München unter dem Motto „Zurück in die Zukunft II“ mit ihrem eigenen Blick ins Visier genommen. „Wir haben aus 670 Fotos von Simon Gehr einige ausgewählt, sie auf Leinwand gezogen und dann bearbeitet“, erklärte Norbert Sötz, der zusammen mit Alzbeta Müller das Atelier leitet, die Vorgehensweise – und viele der Vernissage-Gäste waren überrascht, aus welchen Blickwinkel die Künstler die Fußballszenen interpretierten.

Jahn-Aufsichtsrat Walter Schwabenbauer ersteigerte „das berühmte Bild“ von Alex Neumann aus dem Bananenkistl. Foto: Wotruba

„Mich interessiert Fußball ja weniger“, sagte Alzbeta Müller mit ihrem Künstlerblick. „Mir haben vor allem die kleinen Bilder gefallen.“ Das waren jene Bilder, in denen die Bananenflanken-Künstler die Fotos nur als Vorlage verwendet hatten und das Gesehene frei interpretierten. Vergangene Woche hatten mit Jann George und Sven Kopp auch zwei Spieler des Profi-Kaders den Pinsel angelegt und manches Bild künstlerisch verfeinert.

Jahn-Präsident Hans Rothammer leitete die Auktion höchstselbst und streute immer wieder selbst Angebote ein, um den Preis zu erhöhen. 100 Euro für die kleinen, 150 für die mittleren und 200 für die großen Bilder hatte er als Mindestpreise festgemacht – und die Werke fanden reichlich Interessenten im gut gefüllten, aber nicht überfüllten VIP-Bereich.

Marvin Knoll wird überboten

Auch ein Schwung der Jahn-Mannschaft mit Trainer Achim Beierlorzer und Geschäftsführer Christian Keller an der Spitze verfolgte das Geschehen intensiv – und steigerte mit. Marvin Knoll hatte sich zwei Bilder auf die persönliche Agenda gesetzt – und wurde beim ersten Versuch überboten, als das Bild für 450 Euro an einen Konkurrenten ging. Erleichtert nahm die Jahn-Identifikationsfigur zur Kenntnis, als Hans Rothammer danach mit „300 Euro zu dritten“ den Zuschlag an Knoll verkündete.

Wie die Profis: Die Bananenflanke-Kicker im Rampen

Zwischendrin wurde bei der Auktion gewitzelt. „Das Bild hänge ich mir ins Schlafzimmer“, meinte Stefan Plötz, mit Ben Rückerl der Bananenflanken-Gründer, als Christian Kellers Jubelbild nach dem Aufstieg zum Gebot stand – und natürlich auch für 300 Euro an ihn ging. Gleiches galt für das Rothammer-Jubelbild. „Das Bild geht zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten – an mich!“, sagte Rothammer, der schon in der Vergangenheit stets als eifriger Ersteigerer mitwirkte und zum Start der Veranstaltung ein Bananenflanker-Shirt von Stefan Plötz überreicht bekommen hatte. „Die ganze Kanzlei hängt voller Bilder bei mir und es wird Zeit, dass ein paar Bilder ausgetauscht werden“, hatte Rothammer angekündigt.

Bis zu 750 Euro gingen die Gebote. Den höchsten Preis erzielte das bearbeitete Foto der ausgelassen jubelnden Jahn-Mannschaft unter dem so gut passenden Fanplakat „Jetzt geht es erst richtig los“, das wohl künftig das Büro der Firma Ratisbona Immobilien zieren wird. Insgesamt brachten die rund 40 Bilder an diesem Abend fast 7500 Euro in die Bananenflanken-Kasse.

„Das Bild ist sehr berühmt“

Immer wieder ergriffen auch die Künstler das Wort – und ergriffen mit ihren Worten auch das Publikum. Zum Beispiel Alex: Als sein Bild aufgerufen wurde, das schon für die Einladungskarten ausgesucht worden war, sagte er kurz und trocken: „Das ist sehr berühmt das Bild. Das erste Gebot ist 350 Euro.“ Hans Rothammer begann zwar mit den ursprünglich vorgesehenen 150 Euro für das Werk, doch es kletterte exakt bis zum Wunschpreis von Alex – und ging an Walter Schwabenbauer, einen alten Jahn-Recken vergangener Tage, jetzt Mitglied im Aufsichtsrat.

Jener Alex Neumann brachte den Abend auch auf den Punkt und traf in die Herzen. „Das sind nicht nur Bilder“, sagte er, „diese Bilder sehen wie in einer Fantasiewelt“, erklärte er und sprach eines der reichlichen Dankesworte der Künstler: „Ihr wart echt toll. Und auch danke an unsere Trainer. Sie haben mir so oft geholfen und ohne sie wäre ich nie so weit gekommen.“

Der nächste Auftrag für die Künstler steht übrigens schon. „Wir sollen Etiketten für Weinflaschen machen“, berichtete Norbert Sötz, „und wir haben auch schon Ideen“. Derweil trainiert die Fußballfraktion immer freitags schon wieder fleißig für den ersten Bananenflankenliga-Spieltag. Am 9. Juni geht’s auf der Jahninsel los.

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Fussball und Kunst

  • Bananenflanke:

    Das Team Bananenflanke rückt die Fußballkünste seiner geistig beeinträchtigten Kinder und Jugendlichen im fünften Jahr auf öffentlichen Plätzen in den Mittelpunkt. 2018 wird am 9. Juni auf der Jahn-Insel, am 1. Juli auf dem Kinderbürgerfest und am 28. Juli auf dem Neupfarrplatz gespielt.

  • Kultur:

    Dazu betätigt sich ein Teil auch künstlerisch, immer dienstags im Bananenkistl am Schwanenplatz. Regelmäßig zu sehen sind die Ergebnisse auch in der Galerie Bananenkistl (Am Ölberg 9).

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