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Abenteuer

Unterwegs mit der Vespa nach Indien

Wolfgang Pröhl und seine Begleiter machten einen Stopp in Regensburg. Im Gepäck haben sie einen blauen Elefanten.
Von Gabi Hueber-Lutz

Claudia, Christian (links daneben) und Wolfgang mit den Regensburger Vespafreunden. Foto: Hueber-Lutz
Claudia, Christian (links daneben) und Wolfgang mit den Regensburger Vespafreunden. Foto: Hueber-Lutz

Regensburg.Was macht ein himmelblauer Elefant in Indien? Vor allem eines: Aufmerksamkeit erregen. Das wird ihm dort genauso gut gelingen wie im Regensburger Biergarten. Der Elefant, der noch namenlos ist, soll den Türöffner für Wolfgang Pröhl, seine Lebensgefährtin Claudia und deren gemeinsamen Freund Christian spielen. Die Drei haben sich am Mittwoch, 18. Juli 2018, von Regensburg aus auf den Weg nach Indien gemacht. Goa ist ihr Ziel. Oder besser gesagt, der Weg nach Goa. Denn auf diesem Weg wollen sie Menschen kennenlernen, mit ihnen ins Gespräch kommen, etwas von ihrem Leben erfahren.

Hilfe beim Anbandeln


              Foto: Hueber-Lutz
Foto: Hueber-Lutz

Der himmelblaue Elefant soll beim Anbandeln helfen. Weil sie diese ganze Strecke mit ihren beiden Vespas zurücklegen, haben sie den Vespa Club Regensburg eingeladen mit ihnen den Abend vor der Abreise im Biergarten der „Alten Linde“ zu verbringen. In diesem speziellen Fall wäre der himmelblaue Elefant als Türöffner natürlich nicht nötig gewesen, denn Vespafreunde brauchen keinen Türöffner, die haben ihre Roller.

Wolfgang Pröhl und seine Crew haben noch ein bisschen mehr dabei: zwei Anhänger, in denen sie alles verstaut haben, was sie auf dem langen Weg nach Goa brauchen. Vom Benzineinfüllstutzen bis zur Dauerwurst. Und das komplette Equipment an Ladestationen. Während der Reise soll nämlich auch ein Film in Spielfilmlänge entstehen. Nicht die Baudenkmäler oder Landschaften werden im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen, die ihnen unterwegs begegnen. Und auch die drei Reisenden selber mit all den Erfahrungen, die zu so einem Trip gehören.

Zelten im Biergarten

Regensburg hat Wolfgang Pröhl sich als Zwischenetappe ausgesucht. Er war als Reiseleiter schon öfter da. „Die Stadt ist wahnsinnig schön“, schwärmt er. Und besonders liebt er den Ausblick auf die mittelalterliche Schönheit vom Biergarten aus. In der „Alten Linde“ haben sie mit Erlaubnis des Wirts in der Nacht ihre Zelte aufgeschlagen und hoffen auf starke Bilder für den Film: Morgenstimmung über der Donau, die Silhouette der Stadt im Hintergrund und drei müde Menschen krabbeln nach einer langen Nacht mit den Vespafreunden verschlafen aus den Zelten. Ab Herbst 2019 soll der Film in die Kinos kommen, so der Plan.

„Fährt man nach Goa eigentlich über Obertraubling oder Barbing?“

Wolfgang Pröhl, Abenteuerer

Der Landweg nach Indien ist ein Klassiker, eine Herausforderung, die Wolfgang immer schon am Herzen lag. Und weil weder er noch Claudia und Christian zu den Menschen gehören, die Träume auf die Zeit der Rente verschieben, haben sie sich nun auf den Weg gemacht. 20 000 Kilometer über den Kaukasus, durch die Hungersteppe und über den Himalaya bis zu den Palmen des Indischen Ozeans. Wolfgang (58) ist selbstständiger Reiseführer und nimmt sich die Zeit. Busfahrer Christian (40) und Lehrerin Claudia (43) sind auf Bildungskarenz, wie es in Österreich heißt. Der Plan für diese Reise ist auf Reisen entstanden. Wolfgang und Christian sind beruflich viel miteinander unterwegs. „Im Stau auf deutschen Autobahnen hat man viel Zeit zum Reden“, sagt Wolfgang ein wenig sarkastisch.


              Foto: Hueber-Lutz
Foto: Hueber-Lutz

Regensburg gehört zu dem Abschied auf Etappen, den sie gerade machen. Am 21. Juli wollen sie Deutschland und Österreich hinter sich lassen und über die Grenze nach Ungarn fahren. Ab dann gibt es keine feste Planung mehr, nur noch eine ungefähre Route und einen ungefähren Zeitplan. Was sie dagegen schon ziemlich fest eingeplant haben, das sind die Kosten für die Reise. Tausend Euro für Visas und 600 Euro für Carnets für die Vespas waren das im Vorfeld schon mal. Dazu kommen 700 Euros pro Nase für Impfungen und die Reiseapotheke. Für den Weg selber wollen sie für alle drei so 30 bis 40 Euro pro Tag ausgeben.

Der Weg nach Goa
Der Weg nach Goa

Sie werden deshalb wohl deutlich öfter in ihren Zelten übernachten als in einer Pension. Wie lange sie unterwegs sein werden, wissen sie noch nicht genau. Ein halbes Jahr in etwa. Ein Ziel gibt es natürlich schon: Der Elefant, der bis dahin vielleicht einen Namen bekommen hat, soll an einem Vollmondfest im indischen Goa teilnehmen. Da bekommt er ein eigenes Boot, denn die Prozession findet auf dem Wasser statt.

Ist da auch irgendwo ein wenig Angst vor so einer Reise? Die Drei schauen sich an. Nein, dafür war noch keine Zeit. Bis jetzt ging es immer nur ums Fertigwerden, sagt Claudia. Für Wolfgang ist es nicht das erste Abenteuer. Er war schon öfter unterwegs auf Routen, die nicht im Programm eines Urlaubsreisenden stehen. Zum Beispiel ist er von St. Francisco aus mit dem Schlauchboot nach Alaska gefahren. Christian ist der Techniker in der Gruppe, „ein begnadeter Bastler“, wie Wolfgang über seinen Teamkollegen sagt. Und das ist gut so, denn am Brandenburger Tor war schon der erste Kupplungstausch fällig. Die Strecke von Berlin bis Wien ist noch als eine Art Test vorgesehen. „Da kommt man schon drauf, wenn etwas nicht passt.“ Berlin haben sie als Start gewählt, weil es da ein verbindendes Element mit Indien gibt: „Indien ist Curry und Berlin ist Currywurst!“

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Unterwegs mit Elefant

  • Weg:

    In Berlin ist die Crew gestartet. In zirka einem halben Jahr wollen sie auf dem Landweg Indien erreichen.

  • Weggefährte:

    Der Elefant aus blau lackiertem Fiberglas wird bei der Fahrt auf einer der Anhängerkisten verankert.

  • Wegzehrung:

    In den Spezialboxen lagert auch Dauerwurst. „Mit der kommen wir bis zum Bosporus!“ (lhl)

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