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Wetter

Unwetter zieht über Oberpfalz hinweg

Am Samstag musste das Farbgefühle-Festival in Regensburg unterbrochen werden. Die Polizei registrierte zahlreiche Einsätze.

  • Die Besucher des Bunten Wochenendes am Grieser Spitz suchten Schutz unter Schirmen und Zelten. Foto: Steffen
  • Manche Gäste ließen sich die Laune vom Unwetter trotzdem nicht vermiesen. Foto: Steffen

Regensburg.Eigentlich sollte es ein Festwochenende mit Sonne satt in Regensburg werden. Doch schon den ganzen Samstagvormittag über hatte sich der Himmel über der Domstadt bedrohlich verdunkelt . Am Nachmittag schließlich öffneten sich die Schleusen und es schüttete wie aus Kübeln. Die Besucher des Bunten Wochenendes am Grieser Spitz flüchteten sich unter Sonnenschirme und Zelte. Doch die Bands spielten trotz des Regens weiter und einige Gäste ließen sich die Laune nicht verderben und tanzten einfach weiter. Wie die Verantwortlichen auf Nachfrage der MZ mitteilten, soll das Fest auch wie geplant bis in den Abend weitergehen – außer das Wetter sollte sich noch einmal verschlechtern.

Kein gutes Wetter für‘s Grillen. Foto: Steffen
Kein gutes Wetter für‘s Grillen. Foto: Steffen

Das Farbgefühle-Festival auf dem Pürkelgut-Gelände wurde unterdessen gegen 16.45 Uhr kurzzeitig abgebrochen, wie der Veranstalter auf seiner Facebook-Seite mitteilte. Doch schon kurz darauf kam ebendort wieder die Entwarnung: „Es geht weiter!!! Die Unwetterwarnung ist aufgehoben. Jetzt bloß nicht wieder einen Regentanz machen.“ Wie die Polizei mitteilte verhielten sich die rund 3000 Besucher bei der Räumung des Festivalgeländes durch die Ordnungskräfte besonnen und friedlich. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

Im Regensburger Stadtgebiet waren zahlreiche Sirenen zu hören. Nach Angabe von Thomas Männer, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Regensburg, gab es am Nachmittag 19 Einsätze im Stadtgebiet, zwei aufgrund umgestürzter Bäume, der Rest wegen überfluteter Keller. Unter anderem schlug ein Feuermelder in der Grundschule Königswiesen an, weil Wasser in das Gebäude eindrang. Rund 150 Quadratmeter im ersten Stock waren laut Thomas Männer überflutet. Betroffen waren der Flur und mehrere Klassenräume. Neben der Berufsfeuerwehr waren auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Pentling und Grass vor Ort.

Am Dreifaltigkeitsberg erzeugten die Wassermassen einen Wasserfall. MZ-Redakteurin Heike Haala hat die Szene im Video festgehalten:

Wolkenbruch in Regensburg

Unfälle wegen Aquaplaning

Auch in anderen Teilen der Oberpfalz kam es zu schweren Gewittern mit Starkregen, teilweise auch mit Hagel. Bei der Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz wurden in der Zeit von 14 bis 18 Uhr knapp 50 unwetterbedingte Einsätze registriert. Der Großteil der Einsätze bezog sich auf vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und ausgehobene Gullydeckel. Vereinzelt gab es auch Behinderungen durch herabfallende Äste oder umgestürzte Bäume.

Betroffen war nach unseren Informationen unter anderem Steinberg am See im Landkreis Schwandorf. Mehr als 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THW waren vor Ort. Rund 40 Keller mussten von der Feuerwehr ausgepumpt werden.

In Steinberg am See musste die Feuerwehr zahlreiche Keller auspumpen. Foto: Alexander Auer
In Steinberg am See musste die Feuerwehr zahlreiche Keller auspumpen. Foto: Alexander Auer

Im Landkreis Regensburg fiel auf der ST 2349 zwischen Laaber und Deuerling ein Baum auf die Stromleitung. Die Staatsstraße war in diesem Bereich gesperrt. In Barbing schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein, die Folge waren verschmorte Steckdosen und Überspannungsschäden an elektrischen Geräten.

Wegen Aquaplaning kam es außerdem auf den Autobahnen A 3, A 6 und A 93 in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Regensburg und Schwandorf zu insgesamt zehn Verkehrsunfällen. Die Fahrer der betroffenen Fahrzeuge waren meist wegen nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schleudern geraten, in die Schutzplanke geprallt oder von der Fahrbahn abgekommen. Insgesamt wurden dabei laut Polizei drei Personen leicht verletzt. Gegen 18 Uhr hatte sich die Wetterlage wieder beruhigt.

Warnungen bestehen weiter

Die Unwetter wüteten auch im Landkreis Cham. Foto: Alexander Auer
Die Unwetter wüteten auch im Landkreis Cham. Foto: Alexander Auer

Vorbei ist die Gewittergefahr jedoch noch nicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in allen Teilen des Freistaats für den Samstagabend vor extremen Gewittern. In allen sieben Regierungsbezirken könnten Unwetter für herabstürzende Äste, Überschwemmungen und Erdrutsche sorgen, teilte der DWD mit. Unter anderem seien in Teilen Mittelfrankens und der Oberpfalz bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter und Hagel mit Korngrößen von etwa vier Zentimetern möglich. (wk/dpa)

Steinerne Brücke, Museum, Welterbefest und Buntes Wochenende: Unsere Reporter sind am großen Feierwochenende live dabei.

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