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Bau

Veranstaltungszentrum öffnet verspätet

Die für Jahresende geplante Übergabe des neuen Marina-Forums an die Stadt Regensburg platzte. Kunden müssen ausweichen.
Von Julia Ried

Das neue Tagungs- und Veranstaltungszentrum sollte eigentlich ab Anfang 2018 genutzt werden. Nun verzögert sich die Fertigstellung. Foto: Steffen
Das neue Tagungs- und Veranstaltungszentrum sollte eigentlich ab Anfang 2018 genutzt werden. Nun verzögert sich die Fertigstellung. Foto: Steffen

Regensburg.Die Stadt Regensburg hat am Donnerstag kurzfristig den Termin zur Inbetriebnahme des neuen Tagungs- und Veranstaltungszentrums im Stadtosten verschoben. „Die ursprünglich für den 31. Dezember 2017 geplante Übergabe des Marina-Forums an dessen künftigen Mieter und Betreiber, die Regensburg Tourismus GmbH (RTG), verzögert sich“, teilte sie mit. Das sei das Ergebnis einer Begehung der umfangreich sanierten und umgebauten einstigen Schlachthofhalle am 20. Dezember. Die Entscheidung kommt so kurz vor knapp, dass mehrere Kunden, die die Räume für Veranstaltungen gebucht hatten, ausweichen müssen.

Einen neuen Übergabetermin gibt es noch nicht. „Nach Einschätzung des Bauherrn“ sei aus heutiger Sicht die für April geplante Eröffnungswoche nicht gefährdet, teilte die Stadt mit; Bauherr und Vermieter ist der Vorstandsvorsitzende des Immobilien-Zentrums, Thomas Dietlmeier. Allerdings waren in dem für Januar bis März 2018 vorgesehenen Probebetrieb bereits fünf Veranstaltungen fix geplant. Weitere Kunden hatten sich für einen Termin im ersten Quartal eine Option auf die Halle gesichert. Allen Interessenten und Klienten musste die RTG nun mitteilen, dass die Räume nicht verfügbar sind. „Manche Kunden zeigten Verständnis, andere waren wenig erfreut“, sagte Stadtsprecher Rolf Thym.

„Das ist eine Katastrophe“

Sebastian-Johannes Meier, Sprecher der Wirtschaftsjunioren Regensburg, ist jetzt erfreut, dass die Vereinigung ihre bayerische Landeskonferenz im Juni doch nicht im Marina-Forum abhält. „Wir sind abgesprungen, weil der Mietpreis und die Provision viel zu hoch waren und wir unsicher waren, ob das Gebäude überhaupt rechtzeitig fertig wird“, erzählte Meier, der Geschäftsführer der Regensburger Music-Academy und Chef eines Finanzdienstleisters ist. Er buchte deshalb für die Wirtschaftsjunioren-Tagung mit etwa 400 Teilnehmern im Kolpinghaus – im Tagungszentrum in der Continental-Arena seien die Decken zu niedrig für die geplante Bühne. Über die verschobene Eröffnung des Marina-Forums sagte er: „Das ist eine absolute Katastrophe.“ Räumlichkeiten für Veranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern seien in Regensburg äußerst rar, so kurzfristig Ersatz zu finden, sei extrem schwierig. Im schlimmsten Fall könnten Kunden auf Kosten sitzen bleiben, falls sie ihren Termin absagen müssen.

So stellt sich der künftige Mieter, die Regensburg Tourismus GmbH, den Betrieb im neuen Marina-Forum vor. Visualisierung: RTG
So stellt sich der künftige Mieter, die Regensburg Tourismus GmbH, den Betrieb im neuen Marina-Forum vor. Visualisierung: RTG

Thym sagte, dazu sei es nicht gekommen. „Vier Veranstaltungen hat die RTG auf Ausweichorte innerhalb von Regensburg umgebucht, eine Veranstaltung wurde auf einen Apriltermin im Marina-Forum verlegt.“ Über die Art der Veranstaltungen und die Ausrichter gebe die Tourismustochter der Stadt „aus Gründen des Vertrauensschutzes“ keine Auskunft. Den Kunden seien keine Mehrkosten entstanden, auch gebe es nach Kenntnis der RTG keine Abstriche bei den jeweiligen Teilnehmerzahlen.

Thym erläuterte auf Nachfrage: Erst bei der Begehung mit Vertretern von Bauordnungsamt und Berufsfeuerwehr sei „definitiv“ klar geworden, dass der Termin nicht gehalten werden kann. Er versicherte: „Die RTG hat den Baufortschritt gerade in der Endphase stets aufmerksam beobachtet. Schon seit gut zwei Monaten steht die RTG in ständiger Abstimmung mit den Bau-Verantwortlichen.“ Zudem seien seit dem 27. Oktober Mitarbeiter der Tourismus GmbH ständig auf der Baustelle anwesend. „In zahlreichen Gesprächen mit den Bau-Verantwortlichen wurde immer wieder eruiert, ob der geplante Übergabetermin zum Jahreswechsel 2017/2018 stattfinden kann.“

Diverse Arbeiten laufen noch

Nun habe sich herausgestellt, „dass durchaus noch die Abarbeitung von Restleistungen erforderlich ist“, sagte RTG-Chefin Sabine Thiele. So sei ein Teil der Frei- und Außenanlagen witterungsbedingt noch nicht fertig, gearbeitet werden müsse auch am Hubpodest der Hinterbühne, Teilen der Beleuchtung, Elektroanschlüssen von Türschließen, dem Notruf der Aufzugsanlage und am Brandschutz.

Zur Begründung für die Änderung des Zeitplans führt die Stadt die „derzeitige erhebliche Auslastung von Baufirmen und Handwerksbetrieben“ an. Reinhard Griebl, Vorstand des Immobilien-Zentrums, erläuterte der Pressemitteilung der Stadt zufolge dazu, dass es nicht ungewöhnlich sei, „dass es bei der Generalsanierung von Baudenkmälern, zumal in der Dimension des ehemaligen Schlachthofs, zu unvorhersehbaren Verzögerungen kommt. Hinzu kommen angesichts der florierenden Baukonjunktur nachfragebedingte Lieferengpässe bei Lieferanten“. In einer Reihe von Fällen komme es deswegen zu Verzögerungen, auch deshalb, weil Material unter Umständen nur mit deutlich längeren Lieferzeiten verfügbar sei, sagte Stadtsprecher Rolf Thym.

Damit verzögert sich die Fertigstellung des Gebäudes ein weiteres Mal. Nachdem das Projekt 2013 beschlossen wurde, war zunächst von einer Eröffnung 2015 die Rede, Ende 2014 wurde dann ein Termin im Frühjahr 2017 genannt. Im April 2017 wurde bekannt, dass die Ausgaben der RTG für das Marina-Forum um 275 000 Euro auf nun 8,125 Millionen Euro steigen. Damals beschloss der Stadtrat: Die Kosten für eine erste Verlängerung der Bauzeit trägt die RTG, die für eine zweite der Bauherr. Aktuell kommen wegen der Verzögerung keine weiteren Kosten auf die Tourismus GmbH zu.

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