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Regensburg
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Justiz

Xavier Naidoo bekommt vor Gericht Recht

Der Soulsänger hatte in Regensburg gegen Antisemitismusvorwürfe geklagt. Nun wurde das Urteil verkündet.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Xavier Naidoo erschien in Regensburg vor Gericht. Foto: Weidner
Xavier Naidoo erschien in Regensburg vor Gericht. Foto: Weidner

Regensburg.Die Antisemitismus-Vorwürfe gegen den deutschen Soulsänger Xavier Naidoo sind vom Tisch. Die Zivilkammer am Landgericht Regensburg gab am Dienstagmorgen der Klage des Mannheimer Musikers Recht. Der Musiker selbst erschien nicht zur Urteilsverkündung.

Naidoo hatte wegen der Äußerung einer Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung auf Unterlassung geklagt, die vor Behördenvertretern in Straubing in einem Vortrag im Zusammenhang mit der Reichsbürgerbewegung über Naidoo gesagt hatte: „Er ist Antisemit. Das darf ich, glaube ich, aber gar nicht so offen sagen, weil er gerne verklagt. Aber das ist strukturell nachweisbar.“ Konkret ging es um zwei Liedtexte Naidoos, in denen die Stiftung Anknüpfungspunkte für eine antisemitische Haltung sah. Naidoo habe darin antisemitische Codes und Chiffren verwendet, so die Begründung. Das Gericht teilte diese Meinung nicht. Die Texte seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Der Sänger habe vor Gericht zudem glaubhaft vorgebracht, dass er sich eindeutig von antisemitischen Äußerungen distanziere. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass die Texte auch anders zu verstehen seien.

Der 46-jährige Naidoo (Söhne Mannheims) berief sich in der Verhandlung vor drei Wochen nach Gerichtsangaben auf die Kunstfreiheit und betonte, dass er sich gegen Rassismus einsetze. Den Vorwurf antisemitischer Ressentiments wies er im Gerichtssaal zurück. Dem Gericht seien die Ausführungen Naidoos glaubhaft erschienen, hieß es am Dienstag. Die Gegenseite hätte keine Tatsachen oder Belege vorweisen können, die den Antisemitismusvorwurf stützten. Die Amadeu-Antonio-Stiftung muss nun mit einer Ordnungsstrafe rechnen, sollte sie Naidoo weiterhin als Antisemit bezeichnen. Zudem muss die Stiftung die Kosten des Verfahrens und Naidoos Auslagen tragen.

Xavier Naidoo erschien zum Prozessauftakt vor dem Regensburger Landgericht. Video: Mittelbayerische Video

Beim ersten Teil der Verhandlung war Naidoo persönlich in Regensburg anwesend.

Vor drei Wochen hatte die Verhandlung bundesweit Aufsehen erregt, weil der Mannheimer Sänger, der mit Hits wie „Dieser Weg“ ein Millionenpublikum erreichte, persönlich vor Gericht erschienen war und dem Richter persönlich Rede und Antwort stand. Auch am Dienstag warteten zahlreiche Medienvertreter auf ein erneutes Erscheinen des Künstlers. Doch der blieb, ebenso wie die Anwälte beider Seiten, der Urteilsverkündung fern. Nach knapp zehn Minuten wurde die Verhandlung geschlossen.

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