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Geschichte

Erinnerung an den Bau von St. Benedikt

30 Jahre nach der Gotteshaus-Weihe freuen sich die Gläubigen im Regensburger Stadtteil Oberisling immer noch, dass das schwierige Bauvorhaben gelang.
Von Bernhard Gietl, MZ

Der damalige Bischof Manfred Müller weihte das Gotteshaus ein, links daneben Bauherr und Pfarrer Georg Frank Foto: mtl

Regensburg.Zur Reihe der Veranstaltungen, die der Ortsausschuss des Pfarrgemeinderats zum 30-jährigen Bestehen der Kirche St. Benedikt heuer abhält, gehörte auch ein Vortrag zum Kirchenbau. Bernhard Gietl, Mitglied im PGR und damals fast immer dabei, bot einen Überblick über diese spannende Zeit und die Frage: Wie baut man überhaupt eine Kirche?

Schwierige Suche nach Bauplatz

Pfarrer Rupert Scheuerer hatte bereits in den 60ern nach einem passenden Bauplatz gesucht, aber keinen gefunden. Das Dorf, das seit 1958 von gut 300 auf 1650 Einwohner gewachsen und kurz vorher um ein großes Siedlungsgebiet im Osten vergrößert worden war, hatte nur das Martinskirchlein. Ein Kleinod, aber mit nur 70 Sitzplätzen. In den späten 1970er Jahren legte sich Kirchenpfleger Josef Schmidl, bis zur Eingemeindung Oberislings auch Bürgermeister, ins Zeug, bis im Ordinariat „Einmütigkeit über einen neuen Kirchenraum“ bestand.

Der neue Pfarrer, Georg Frank, übernahm ohne zu zögern die große Aufgabe als Bauherr – und damit eine immense Last. Eine Erweiterung von St. Martin kam aus mehreren Gründen nicht infrage. Die Planungen durch das Architekturbüro Wenz und Zettel wurden aufgenommen, die Statiker gaben trotz der wasserreichen Wiesenmulde grünes Licht. Im Mai 1981 war der Beschluss gefasst: Eine Kirche sollte entstehen.

In den nächsten Monaten wurde geplant, auch mit Beteiligung der Gemeinde: Der Patron? St. Benedikt, 1980 zum Patron Europas erkoren und seit Jahrhunderten mit Oberisling eng verbunden durch St. Emmeram. Ein Turm? Höchstens ein kleiner Glockenturm, damit St. Martin weiter dominant bleibt. Das Gebäude? Modern und schlicht. Ein kritischer Bericht der „Regensburger Woche“ brachte das Unternehmen fast zu Fall. Aber es gab kein Zurück mehr, auch wenn Josef Schmidl verletzt sein Amt als Kirchenpfleger aufgab. Im September 1982 erfolgte der erste Spatenstich. Der Grundstein wurde aus Montecassino, dem Urkloster der Benediktiner, geholt. Generalvikar Fritz Morgenschweis feierte mit den Oberislingern 1983 die Grundsteinlegung. Bald wurde der Dachstuhl aufgestellt, 20 Meter lange und fünf Tonnen schwere Leimbinder, im Herbst war Richtfest.

Nun stellten die Künstler Manfred Dinnes und Josef Michael Neustifter ihre Entwürfe vor. Die Islinger waren auch beim Gießen ihrer beiden neuen Glocken in der Passauer Gießerei Perner dabei. Erwin Gmeinwieser hat dann ein Pferdegespann zur Verfügung gestellt, damit die Glocken über den Rauberberg hinauf in den Schmidlhof kamen, wo sie von Abt Thomas Niggl aus Weltenburg geweiht wurden. Bis kurz vor der Einweihung der Kirche am 15. Juli 1984 herrschte Hochbetrieb, aber alles wurde rechtzeitig fertig. Um sechs Uhr früh ließ Georg Habler mit seiner Salutkanone den Festtag beginnen. Die „Islinger Dorfmusik“ spielte vor St. Benedikt, während Bischof Manfred Müller schon in der St. Martinskirche weilte. Von dort ging es mit der Bevölkerung zur neuen Kirche.

Doppelter Auftrag an Gemeinde

Gietl hatte auch ein Tondokument dabei: Die drei Schläge des Bischofs an die verschlossene Tür des Gotteshauses, das erste Gebet des Oberhirten und seine Ankündigung des Kyrie aus Mozarts Krönungsmesse. Willi Bernauer hatte sie mit dem damals schon leistungsfähigen Kirchenchor und einem Orchester einstudiert. Eindrucksvoll waren die Dias, die der Referent von der Weihe zeigte.

Pfarrer Frank betonte in der Festschrift von 1984, dass die neuen Räumlichkeiten der „schönen Entfaltung der Liturgie“, aber auch dem Gemeindeleben dienen sollten. Bischof Manfred sprach von einer unruhigen Zeit, der St. Benedikt sein Wort von der „stabilitas“ (Festigkeit) entgegenhalte. In der Gründungsurkunde heißt es: „Die Gemeinde, die hier zusammenkommt, weiß sich als Familie Gottes unterwegs zum Lobpreis des Dreifaltigen und zum Segen der Menschen“. Dass dieser doppelte Auftrag ernstgenommen wurde, kann in einer Bilderrevue über die vergangenen 30 Jahre in der Kirche nachvollzogen werden.

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