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Regensburg
Dienstag, 18. September 2018 28° 1

Zeitgeschichte

15 weitere Stolpersteine für NS-Opfer

Die Stadt bekam am Montag weitere Gedenksteine. Um die Gravuren zu lesen, muss man sich verneigen – vor den Opfern.
von Markus Rother, MZ

Gunter Demnig verlegt drei Stolpersteine vor dem Goldenen Kreuz am Haidplatz Foto: altrofoto.de

Regensburg. „Erst stolpern die Augen, dann die Gedanken“, so das Motto der Stolpersteine-Initiative Regensburg. An über 500 Orten in Deutschland und Europa wurden die Stolpersteine aus Messing schon in die Gehsteige eingelassen. Mittlerweile sind es über 25 000 Steine, 70 davon in Regensburg.

Mit den Steinen wird den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Deren Namen, Geburtsjahr sowie Jahr und Ort der Deportation sind in die Messingplatten eingraviert. Die Steine werden dann in den Gehsteigen unmittelbar vor den Wohnhäusern der Verfolgten eingelassen.

Am Montag wurden in Regensburg 15 Steine, unter anderem am Haidplatz, in die Gehsteige betoniert. Bei der Zeremonie war auch der Zeitzeuge Ernst Holzinger anwesend, der eigens aus Israel angereist war. Seine Eltern hatten bis zu ihrer Deportation 1942 in einem Haus in der Weißenburgstraße gewohnt.

„Die Steine sind ein Geschenk von den Bürgern an die Kommune“, sagte Gunter Demnig, der Gründer des Kunstprojekts. In Regensburg gibt es einen kleinen Kreis von engagierten Bürgern, die in ehrenamtlicher Arbeit nach Opfern recherchieren, um dann in Zusammenarbeit mit Hinterbliebenen, dem Künstler Demnik und der Stadtverwaltung die Stolpersteine zu verbauen.

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