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Bombe

Fliegerbombe in Regensburg entschärft

Die Gefahr durch eine Fünf-Zentner-Bombe ist gebannt. 1400 Menschen aus dem Stadtosten, die evakuiert wurden, kehren zurück.
Von Marion Koller, MZ

Diese Fliegerbombe wurde am Dienstagabend entschärft.
Diese Fliegerbombe wurde am Dienstagabend entschärft.

Regensburg.Einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten erlebten die Bewohner des Hohen Kreuzes und angrenzender Straßen am Dienstagabend nach einem Bombenfund. 1400 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden von RVV-Bussen in die Donau-Arena gebracht. Bauarbeiter waren am Nachmittag im sogenannten Gleisdreieck zwischen Straubinger Straße und „An der Irler Höhe“ auf eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen.

Von der Evakuierung betroffen waren die Bewohner des Ostheims, der „Irler Höhe“, der Liebigstraße, des Hohen-Kreuz-Wegs und eines Teils der Straubinger Straße. Fachleute aus Feucht entschärften den gefährlichen Sprengsatz um 23.15 Uhr.

Die Evakuierung im Stadtosten hatte gegen 19.30 Uhr begonnen. Betroffene Bürger beklagten im Nachhinein, dass sie so spät informiern wurden. 74 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Wehren, 35 Ehrenamtliche der Rettungsdienste und 30 Polizeibeamte wirkten mit. Sie informierten die Menschen, brachten Senioren zu den Bussen, überzeugten sich, dass niemand zurückblieb.

Der Hund musste noch ins Auto

Die Bürger reagierten besonnen. Dagmar Willhalm aus dem Ostheim etwa kümmerte sich um ihre betagte Nachbarin und pendelte mit dem Auto mehrmals zur Donau-Arena. Ein älteres Ehepaar aus dem Ostheim packte noch den Familienhund ins Auto und brach zur Wohnung des Sohnes auf. Eine Gruppe junger Migranten hatte sich gerade Pizzas geholt, als die Feuerwehr sie bat, in den Bus einzusteigen. Sie wollten genau wissen, warum. Doch die Feuerwehrleute konnten nicht alle Details auf englisch erläutern. Weil am Hohen Kreuz viele Menschen mit Migrations-Hintergrund leben, waren etliche Sprachen zu hören. Auch das Restaurant „Bosporus“ wurde evakuiert. Der Wirt zeigte Verständnis, die Gäste an drei Tischen konnten ihr Mahl noch beenden.

Am Hohen Kreuz evakuierte die Feuerwehr ab 20.15 Uhr.
Am Hohen Kreuz evakuierte die Feuerwehr ab 20.15 Uhr. Foto: Gruber

Polizeisprecher Albert Brück vom Präsidium kündigte die Entschärfung der US-Bombe mit 112,5 Kilo Sprengstoff für 21 Uhr an. Doch die Evakuierung zog sich länger hin, weil einige Leute Hilfe brauchten und ein paar ihre Wohnungen nicht verlassen wollten. Jedenfalls saß das Trio vom Kampfmittelräumdienst aus Feucht bei Nürnberg um 22 Uhr noch in der provisorischen Einsatzzentrale im Vereinsheim des Anglerbunds, Belgrader Straße, und stärkte sich mit Wurstsemmeln.

Bombenentschärfung im Regensburger Stadtosten

Rückkehr kurz vor Mitternacht

Leiter Michael Weiß – er war schon häufiger zu Entschärfungen im Raum Regensburg oder auch in Nürnberg angerückt – hatte die zum Teil noch im Erdreich steckende Bombe unter die Lupe genommen. Er gehe davon aus, dass es sich nicht um einen gefährlichen Langzeitzünder handle, sondern um einen Aufschlagzünder, sagte er. Die 250-Kilo-Bombe könne wohl entschärft werden.

Gegen 23.15 gelang es den drei Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst, Michael Weiß, Bettina Jurga und Michael Filips, den US-Sprengsatz zu entschärfen. Die Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren. Weiß lobte im Gespräch mit der MZ ausdrücklich die hervorragende Zusammenarbeit von Feuerwehr, Rettungskräften und der Stadt, die die Donau-Arena zur Verfügung gestellt hatte.

Unsere Karte zeigt Fliegerbomben-Funde in der Region:

Zum Nachlesen: Der Liveticker vom Abend des Bombenfundes

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