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Wahl

21 Stimmen für die Jugend

Die Mitglieder des Junior-Parlaments wollen in der Regensburger Politik mitreden. Das ist nicht leicht, sagt ein Ehemaliger.
Von Curd Wunderlich

Der Stolz war den neu und erneut gewählten Jugendbeiräten anzusehen. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Mitte) gratulierte. Foto: Wunderlich
Der Stolz war den neu und erneut gewählten Jugendbeiräten anzusehen. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Mitte) gratulierte. Foto: Wunderlich

Regensburg.Jubel, Umarmungen, viele lachende Gesichter – und auch einige Freudentränen: So sieht es am Samstagabend kurz nach 20 Uhr vor der Bühne im Leeren Beutel in Regensburg aus. Zig Jugendliche haben sich eingefunden, um die Ergebnisverkündung der zweiten Jugendbeiratswahl in der Donaustadt live mitzuverfolgen, darunter natürlich viele Kandidaten mit ihren Freunden und auch bisherige Jugendbeiräte. Zwischen 19. und 23. Februar hatten 4370 wahlberechtigte Regensburger im Alter von 14 bis 17 Jahren aus 44 Kandidaten im gleichen Alter ihre Favoriten für das kommunale Jugendparlament wählen können.

Annerose Raith, Leiterin des Amts für kommunale Jugendarbeit, hatte schon vor Bekanntgabe der Wahlergebnisse betont, dass alle Bewerber Gewinner seien. Denn auch diejenigen, die es nun nicht in den Beirat geschafft haben, hätten viel Mut bewiesen. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer schloss sich dem später an und bat: „Engagiert euch weiterhin!“

Rückblick auf zwei Jahre Arbeit

21 neue oder wiedergewählte Beiräte, darunter zehn Mädchen und elf Jungen, bilden nun für die nächsten zwei Jahre gemeinsam mit vier ebenso stimmberechtigten Mitgliedern aus dem Stadtjugendring das Jugendparlament. In einem Rückblick stellten der bisherige Vorsitzende Paschew Kader und seine beiden Beiratskollegen Viktoria Schuck und Kalab Kerie bereits Erreichtes vor. Nicht nur lokale Projekte wie witzige Sticker für Mülleimer in der Innenstadt hätten eine Rolle gespielt. Der Jugendbeirat biete auch die Chance, sich national und international mit anderen Jugendlichen zu vernetzen.

Viktoria, Paschew und Kalab haben seit 2016 dem allerersten Jugendbeirat in Regensburg angehört. „Dafür, dass ihr noch kein Beispiel hattet, habt ihr tolle Arbeit geleistet“, lobte die Bürgermeisterin. Ihr sei es immer eine Freude gewesen, mit den jungen Leuten zusammenzuarbeiten.

Auf was sich die neuen Jugendbeiräte in der Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und anderen Regensburger Gremien einstellen können, darin waren sich die bisherigen Beiräte Kalab und Paschew auf der Bühne nicht einig: „Es ist cool, wie megaernst wir von den Stadträten genommen werden“, blickte Kalab zurück. Kurz darauf warf Paschew ein ganz anderes Licht auf die gleiche Frage. Einen begonnenen Satz („Man wird kaum ernst …“) unterbrach er selbst und sagte stattdessen diplomatisch: „Man muss echt viel diskutieren als Jugendlicher, um irgendwann mal ernst genommen zu werden mit seiner Meinung“. Das ist sein Eindruck nach zwei Jahren Arbeit im Jugendbeirat, für die er viel Lob einheimste.

Wahlparty mit vielen Statistiken

Die Motivation der neu gewählten Jugendbeiräte mindert das offenbar nicht. Sie wollen sich nun mit vollem Elan ihrer neuen Aufgabe widmen und eigene Ideen in die Stadtpolitik einbringen. Am Wahlabend stand erstmal Feiern auf dem Programm.

Doch die Reihen auf der offiziellen Wahlparty, die mit spannenden Statistiken und hochgehaltener Spannung atmosphärisch einer „echten“ Wahlparty in nichts nachstand, lichteten sich nach Ergebnisbekanntgabe sehr schnell. Statt gemeinsam mit den neuen Gremiumskollegen zu feiern, verzogen sich die Jugendlichen lieber in kleinen Grüppchen mit ihren Freunden in die Stadt. Und so musste der DJ im Leeren Beutel vor fast leerer Tanzfläche auflegen: Um kurz nach halb neun schwangen dort nur drei Jungs freudig das Tanzbein. Echte „Partystimmung“ herrschte bei der Wahlparty also vor allem während der Ergebnisvergabe.

Die meisten Stimmen sammelte Ben Schehler. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Marlon Böhm und Taner Tuna. Die viertmeisten Stimmen bekam Rana-Mur Önal, die schon im alten Jugendbeirat vertreten gewesen war.

Ein Interview mit einem Mitglied des Jugendbeirats lesen Sie hier.

Das ist der Regensburger Jugendbeirat

  • Repräsentation:

    Die 25 Jugendbeiräte repräsentieren die Kinder und Jugendlichen in der Stadt Regensburg.

  • Amtszeit und Budget:

    Die Beiräte werden für zwei Jahre gewählt. Das Gremium verfügt über ein Budget von jährlich 6000 Euro.

  • Aufgaben:

    Der Jugendbeirat berät den Oberbürgermeister, den Stadtrat und seine Ausschüsse. Er darf jederzeit Anfragen stellen.

  • Sitzungsgeld:

    Die Jugendbeiräte erhalten 30 Euro Sitzungsgeld. Der Vorsitzende bekommt zusätzlich 480 Euro im Jahr.

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