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Aktionskunst

26 weitere Stolpersteine

Am Mittwoch kommt der Künstler Gunter Demnig erneut nach Regensburg, um sein Werk fortzusetzen. Mit den Steinen wird Opfern der NS-Diktatur gedacht.

2011 verlegte der Aktionskünstler Gunter Demnig Stolpersteine in der Maximilianstraße. Jetzt setzt er sein Werk fort. Foto: altrofoto.de/Archiv

Regensburg. 119 Stolpersteine hat die Stolperstein-Initiative des Evangelischen Bildungswerks Regensburg in den vergangenen sechs Jahren bereits verlegt, 118 in Regensburg und ein Stein in Schierling. Am Mittwoch kommen laut Arbeitskreis-Sprecher Dieter Weber ab 10 Uhr weitere 26 Stolpersteine hinzu.

24 der zu verlegenden Steine erinnern an jüdische NS-Opfer, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden, ein Stein gedenkt dem im Widerstand ermordeten Georg Zaubzer (Neupfarrplatz-Widerstandsgruppe) und ein Stein erinnert an das Euthanasie-Opfer Johann Baptist Fuchs.

Beim Stolperstein-Projekt handelt es sich um ein vom Kölner Künstler Gunter Demnig initiiertes Projekt, bei dem 10 auf 10 Zentimeter große, mit einer gravierten Messingplatte versehene und ins Pflaster eingelegte Steine an die ermordeten NS-Opfer erinnern, erinnern an deportierte und ermordete Juden, Sinti und Roma, pol. Verfolgte, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Euthanasie-Opfer. Demnig, der auch die ab 15 Uhr zu verlegenden Regensburger Stolpersteine in das Pflaster einlässt, hat inzwischen weit über 35000 Stolpersteine in rund 750 europäischen Städten verlegt. Jeder Stein wird von Hand gefertigt und graviert.

„Hier wohnte“, der Name, das Geburtsdatum, Datum und Ort des Todes – mehr steht nicht auf den Steinen und erinnert daran, dass in diesem Haus ein Mensch gelebt hat, der von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurde. Wer in Regensburg durch die Stadt geht, ob Einheimischer oder Tourist, begegnet an vielen Stellen den Stolpersteinen. „Oft stehen Menschen davor, senken das Haupt, um zu lesen, verneigen sich vor dem Opfer, gedenken dessen Schicksal. Dadurch wird das NS-Opfer dem Vergessen entrissen“, beschreibt Weber die Wirkung.

Die Verlegung der Stolpersteine in Regensburg beginnt um 10 Uhr in der Simmernstrasse 5. Nach musikalischem Eingang durch Uli Teichmann, der Begrüßung durch Dieter Weber folgt ein Grußwort von Bürgermeister Joachim Wolbergs. Dann erzählt Winfried Schoppelrey von seinem Onkel Johann Baptist Fuchs, für den der erste Stolperstein des Tages verlegt wird. Winfried Schoppelrey ist der Neffe, Sohn der älteren Schwester von Johann Baptist Fuchs. Dem schließt sich die Verlegung des Stolpersteines an.

Alle Interessenten sind eingeladen, am Beginn der Verlegung teilzunehmen und den Spuren der weiteren zehn Stationen zu folgen, oder auch an einer der Stationen hinzuzukommen. Um 10.45 Uhr folgen Furtmayrstraße 4a (Stolperstein für Maria und Julius Glaser, Hannchen und Aron Haag), um 11.15 Uhr Heiliggeistgasse 10 (für Klara, Amalie und Clothilde Selig), um 11.45 Uhr Proskestraße 5 (für Abraham Firnbacher), dann um 12.30 Uhr Wassergasse 12 (für Ernst Leopold, Eugen und Martha Bayer).

Nach einer Mittagspause wird um 15 Uhr der Künstler Gunter Demnig begrüßt, der die Nachmittagsverlegungen vornimmt. Sie beginnt um 15 Uhr in der Metgebergasse 2 (für Josef Hochwald). Es folgen um 15.30 Uhr Wollwirkergasse 11 (für Georg Zaubzer), 16 Uhr Herrichstraße 5 (für Inge, Nobert, Samuel und Therese Vorchheimer sowie Hedwig Schön), 16.30 Uhr Wilhelmstraße 3 (für Adolf Heumann, Josef und Else Grünhut), 170 Uhr Dechbettener Straße 13 (Arthur, IRMA und Margot Bodenheimer) und um 17.45 Uhr Prüfeninger Straße 95 (für Klara Hellmann).

Für jeden der Stolpersteine haben Regensburger Bürger die Patenschaft übernommen und die Steine so auch finanziert.

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