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Aktion

3500 starteten beim Leukämielauf

Seit 20 Jahren veranstalten die Leukämiehilfe und der LLC Marathon Regensburg den Lauf, bei dem Spenden gesammelt werden.
Von Daniel Steffen

Regensburg.Sie liefen, liefen und liefen. Erst zwei Minuten nach Zeitmessungsbeginn passierte der letzte Läufer die Startlinie, so groß war beim Leukämielauf am Oberen Wöhrd das Starterfeld. Allein 1300 Läufer absolvierten die fünf Kilometer lange Kurzstrecke –und auch bei den nachfolgenden Disziplinen waren viele Hundert Menschen auf den Beinen. Vom blutjungen Flitzern bis hin zu Menschen „höherer Semester“ war ein bunt gemischtes Publikum sportlich unterwegs.

Bis zum Sonntagnachmittag summierte sich die Zahl der Läufer auf 3500, was für die Veranstalter von der Leukämiehilfe Ostbayern äußerst erfreulich war. Der Rekord vom vergangenen Jahr konnte eingestellt werden. „So früh wie in diesem Jahr haben wir den Anmeldestopp noch nie erreicht“, bilanzierte Anna-Maria Thurow, die Leiterin des Organisationsteams, zufrieden. So war bereits zwei Wochen vor dem Lauf die maximale Teilnehmerzahl erreicht worden. Am Lauftag dann bescherte Petrus den Teilnehmern Traumwetter, so dass die Lauffreuden die ganze Zeit über ungetrübt blieben.

„Donau-Pöhler“ liefen mit

„Es ist Wahnsinn, was da abgeht“, sagten die Moderatoren Rudi Obermeier und Stephan Irrgang begeistert zur abermals großen Resonanz. Auch sie machten am Sonntag viele Läufer aus, die erneut teilgenommen hatten. Ihre Begrüßung galt zum Beispiel den „Donau-Pöhlern“, einem in der Domstadt ansässigen Fanclub von Borussia Dortmund, der dieses Mal mit einem Dutzend Läufer an den Start ging und sich sozial engagiert hatte.

Ein Video vom Leukämielauf finden Sie hier:

Der 20. Leukämielauf in Regensburg

So übergaben die Donau-Pöhler einen Scheck von 700 Euro an die Leukämiehilfe. Das Geld hatten die fußballbegeisterten Läufer bei einer internen Versteigerung gesammelt. Armin Wolf, die „Sportstimme Ostbayerns“, überreichte als einer der weiteren Spender im Namen seines Laufteams einen Scheck in Höhe von 1000 Euro.

Erst der Sport, dann der Kaffee

Eine Stunde nach den Fünf-Kilometer-Läufern machten sich die Nordic Walker auf den Weg. Mit von der Partie waren auch zwölf Breitensport-Damen vom TSV Brunn. Sie freuten sich über die „wunderbare Strecke“, die entlang der Donau in Richtung Stadtwesten führte, und genossen anschließend in gemütlicher Runde Kaffee und Kuchen. Wie es beim Leukämielauf Tradition ist, werden sowohl der Kaffee als auch das Süßgebäck gegen eine Spende angeboten. Wer wollte, konnte auch das Tassenpfand an die Leukämiehilfe spenden.

„Es ist Wahnsinn, was da abgeht.“

Die Moderatoren Rudi Obermeier und Stephan Irrgang

Diese warb indes fleißig um neue Mitglieder. Wie Anna-Maria Thurow sagte, zähle die Leukämiehilfe derzeit 150 Mitglieder. Da sei noch Luft nach oben, 25 Euro kostet der jährliche Mitgliedsbeitrag.

Die Einnahmen des diesjährigen Leukämielaufs sollen vorläufig ein letztes Mal dem neuen Patientenhaus zukommen. Im Juni wurde die Einrichtung auf dem Gelände des Uniklinikums feierlich eingeweiht – und seit diesem Zeitpunkt haben Patienten mit weiter Anreise sowie Angehörige stationärer Patienten die Möglichkeit, in wohnlicher Atmosphäre kliniknah zu übernachten.

Michael Czernicky sagt: „Ich habe mich gern typisieren lassen. Man schaut, dass man jederzeit helfen kann – egal, auf welchem Weg.“ Foto: Daniel Steffen
Michael Czernicky sagt: „Ich habe mich gern typisieren lassen. Man schaut, dass man jederzeit helfen kann – egal, auf welchem Weg.“ Foto: Daniel Steffen

Das Gebäude, das dank der großen Spendenbereitschaft in der Region überhaupt erst möglich wurde, bietet 18 Wohneinheiten sowie mehrere Funktions- und Aufenthaltsräume. Die aktuellen Einnahmen und Spenden sollen nun dafür eingesetzt werden, um weniger finanzstarken Patienten und Angehörigen unter die Arme zu greifen –sei es nun bei den Übernachtungen im Patientenhaus oder bei den Fahrten dorthin.

Viktoria Göbölös meint: „Der Lauf war sehr gut. Ich bin 1,5 Kilometer gelaufen. Ich weiß, dass für kranke Kinder gespendet wird.“ Foto: Daniel Steffen
Viktoria Göbölös meint: „Der Lauf war sehr gut. Ich bin 1,5 Kilometer gelaufen. Ich weiß, dass für kranke Kinder gespendet wird.“ Foto: Daniel Steffen

Auch die Kinder trugen mit ihrem Startgeld dazu bei, das erneut viel Geld für die Leukämiehilfe gesammelt werden konnte. Sie gingen um 13.15 Uhr beim 1,5 Kilometer langen Kinderlauf an den Start, ehe die Langstreckenläufer die letzte Disziplin des Tages bestritten. Allesamt waren sie anschließend bei den Auszubildenden der Döpfer-Schulen in guten Händen: Die angehenden Physiotherapeuten massierten müde Läuferbeine und andere schmerzende Körperpartien.

Julia Bauer erklärt: „Ich wollte mich schon seit langem typisieren lassen. Ich bin selbst OP-Schwester. Und sportlich tut man, was man kann.“ Foto: Daniel Steffen
Julia Bauer erklärt: „Ich wollte mich schon seit langem typisieren lassen. Ich bin selbst OP-Schwester. Und sportlich tut man, was man kann.“ Foto: Daniel Steffen

Einen überlebenswichtigen Beitrag für Leukämiepatienten leisteten am Sonntag all diejenigen, die sich als potenzielle Knochenmarkspender registrieren ließen. „Man hilft doch gern“, sagte der 28-jährige Michael Czernicky bescheiden. Nun ist auch er bei der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB) gelistet. Um die Blutannahme kümmerten sich Studenten und Bedienstete des Uniklinikums.

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