MyMz
Anzeige

Wetter

4000 Tonnen Salz gegen den Winter

Regensburg ist für den Kampf gegen den Schnee gerüstet. Bei 12 Grad plus informierte Jürgen Huber über die Vorbereitungen.
Von Curd Wunderlich, MZ

Vor den Salzmassen erklärte Lademeister Dieter Killinger Bürgermeister Jürgen Huber, wie das kleine Räumfahrzeug genau funktioniert.
Vor den Salzmassen erklärte Lademeister Dieter Killinger Bürgermeister Jürgen Huber, wie das kleine Räumfahrzeug genau funktioniert.Foto: Wunderlich

Regensburg. Fast schon frühlingshafte Temperaturen und viel Sonnenschein locken dieser Tage die Regensburger vor die Türen. So richtig an kalte Tage, Schnee und Eis kann und mag noch niemand denken. Doch er steht vor der Tür: der Winter. Und die Stadt bereitet sich vor. 4000 Tonnen Salz und 2250 Tonnen Split sind eingelagert, bis zu 160 Mann stehen bereit, um Straßen, Geh- und Radwege zumindest weitgehend frei zu halten vom winterlichen Weiß.

Bei einer Pressekonferenz informierten gestern Bürgermeister Jürgen Huber und Annette Mücke, Leiterin des Amts für Straßenreinigung, wie sich die Stadt für die kalte Jahreszeit wappnet. Huber griff dabei das aktuelle Wetter auf: „Wir erleben einen sehr warmen November.“ Langsam aber sicher werde die Klimaerwärmung für den normalen Bürger spürbar. Mittlerweile seien die Winter in Regensburg so mild, dass vielleicht noch an ein oder zwei Tagen im Jahr mit stärkeren Einschränkungen im Straßenverkehr zu rechnen sei.

Vorräte zuletzt nie aufgebraucht

Doch da man nicht voraussagen könne, wie ein Winter wird, sorgt Regensburg ordentlich vor. So ordentlich, dass Salzvorräte in den vergangenen Jahren nie aufgebraucht wurden. Welche Kosten Kauf und Lagerung verursachen, wollte Annette Mücke gestern nicht genau beziffern – um die Position der Stadt in künftigen Verhandlungen nicht zu verschlechtern. Nur soviel: Eine Tonne Salz könne man schon für 65 Euro bekommen; wenn aber der Winter besonders kalt und schneereich wird und nachgeordert werden muss, könne dieser Preis auch bis hin zu 300 Euro pro Tonne explodieren.

Für rund 400 Straßenkilometer ist die Stadt zuständig. Wenn es besonders viel schneit, sei es unmöglich, alle Straßen jederzeit frei zu halten, so Mücke und Huber unisono. Das sei auch gar nicht das Ziel, meinte Huber. „Wir leben auf der Nordhalbkugel und können alle vier Jahreszeiten erleben. Das ist doch eigentlich schön.“ Gemäß der gesetzlich verankerten Verkehrssicherungspflicht ist die Stadt nur zum Winterdienst auf verkehrswichtigen und gefährlichen Straßen verpflichtet. Und auch das nicht rund um die Uhr, sondern werktags nur zwischen 7 und 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zwischen 8 und 20 Uhr.

Für die städtischen Mitarbeiter, die für den Winterdienst auf Achse sind, bedeutet das einen sehr frühen Dienstbeginn: Damit um sieben Uhr die Straßen frei sind, beginnen bereits gegen zwei erste Kontrollfahrten. Wenn nötig, wird dann ein „Winterdienst-Volleinsatz“ bestellt.

Räumpflicht für Anlieger

  • Räum- und Streupflicht

    Im Rahmen der Anliegerverpflichtung hat die Stadt die winterdienstliche Betreuung der Fußwege an die jeweiligen Anlieger übetragen. Die Haus- und Grundstückseigentümer sind dadurch zum Räumen und Streuen verpflichtet. Auch sie gilt an Wochentagen von 7 bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 20 Uhr. Wo es keine Anlieger gibt, kann die Kommune den Winterdienst übernehmen.

  • Hotline informiert über Pflichten

    Für Fragen zum Thema Winterdienst steht eine Service-Hotline unter Tel. 507-7000 zur Verfügung.

Ab drei Uhr werden dann Mitarbeiter der Straßenreinigung, des Tiefbauamts und des Gartenamts wach geklingelt, schon gegen halb vier sind im Idealfall alle Räumfahrzeuge unterwegs.

Dieter Killinger ist als Lademeister dafür verantwortlich, dass alle Fahrzeuge mit vollen Salzspeichern und der richtigen Mischung losfahren. Ans frühe Aufstehen ist er im Winter gewöhnt: „Die meisten Kollegen wollen schon trotzdem lieber einen kalten Winter mit Schnee, das ist doch schöner.“

Salz kann nachgeordert werden

Dass alle 160 verfügbaren Kräfte an einem Tag eingesetzt werden, wird aber bei immer wärmeren Wintern immer seltener. Bis zu 40 solcher Volleinsätze könnte die Stadt aber fahren, bis der gelagerte Salzvorrat aufgebraucht sei, erklärt Amtsleiterin Mücke. „Und wenn wir mit dem 20. Volleinsatz durch sind und merken, der Winter dauert noch länger, können wir jederzeit nachordern“, betont Huber. Er glaubt aber nicht, dass das nötig sein wird.

Der Bürgermeister bat die Regensburger, sich auf den Winter einzustellen: „Wir werden räumen und streuen. Aber als Umweltreferent bin ich auch daran interessiert, möglichst wenig Salz auszubringen.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht