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Verkehr

A3: Gegen Baustellen-Crashs

Nach der Sperrung der B15 geht die Regensburger Polizei verstärkt gegen Unfälle vor. Sie setzt auf Kontrollen.
Von Julia Ried

Auch an diesem Freitagnachmittag warnten Schilder auf der A3 vor Stau. Fotos: Tino Lex
Auch an diesem Freitagnachmittag warnten Schilder auf der A3 vor Stau. Fotos: Tino Lex

Regensburg.Matthias Kiener arbeitet im Gewerbegebiet Burgweinting-Ost direkt an der A3. Der Pendler bekommt täglich mit, wie morgens und nachmittags im Berufsverkehr der Verkehr stockt. Bei einem Unfall zwischen dem Autobahnkreuz und Rosenhof sei es schnell „vorbei“, und die Fahrzeuge stehen im Stau, sagt er. „Die A3 meide ich aktuell wirklich komplett.“ Polizeisprecher Albert Brück bestätigt: Wegen des Autobahnausbaus können selbst kleine Unfälle gravierende Folgen haben. Die Polizei, die an diesem Wochenende die Vollsperrung der B15 – auch sie erfolgt wegen der Verbreiterung der A3 auf sechs Spuren – begleitet, widmet sich danach verstärkt dem Kampf gegen Unfallursachen auf der Baustellen-Autobahn.

Seit Montag hat sich die Baustelle auf der A3-Brücke über die Bahngleise bei Burgweinting auf circa einen Kilometer verlängert; seitdem sind auch zwischen Neutraubling und Rosenhof die Spuren Richtung Passau verengt.

Brücke wird verbreitert

Im Regensburger Osten hat die Autobahndirektion in dieser Woche die Verbreiterung der Brücke über die B15/Max-Planck-Straße vorbereitet. Während auf der Bahnbrücke schon seit April der Verkehr in beide Richtungen auf einer Seite abgewickelt wird, bleiben der A3 über der B15 voraussichtlich bis November beide Richtungsfahrbahnen erhalten – allerdings sind die Spuren Richtung Passau verengt. Christoph Graebel von der Kommunikationsagentur Neuland Quartier, die den A3-Ausbau für die Autobahndirektion begleitet, erläutert: „Diese Brücke hat an der Seite die sogenannte Brückenkappe. Diese Kappe muss entfernt werden.“ Bagger werden sie auf der südlichen Seite des Bauwerks während der Vollsperrung der B15 zwischen circa 21 Uhr an diesem Samstag und circa 14.30 Uhr am Sonntag „abknabbern“, erläutert Graebel. Das bereitet die südliche Fahrbahn für ihre provisorische Verbreiterung im Herbst vor. Dann wird der Verkehr in beide Richtung über sie fließen. „Dann kann die nördliche Brücke neu gebaut werden.“

Die Max-Planck-Straße wird am Samstag auf Höhe A3 ab 21 Uhr gesperrt. Foto: Tino Lex
Die Max-Planck-Straße wird am Samstag auf Höhe A3 ab 21 Uhr gesperrt. Foto: Tino Lex

Während der Abrissarbeiten am Wochenende wird der Verkehr über den Odessa-Ring, die Landshuter Straße und die Obertraublinger Straße umgeleitet. Für die Einrichtung einer Inselbaustelle auf der B15 wird am Montag zeitweise ein Fahrstreifen gesperrt. Während die drei Vollsperrungen der A3 in diesem Jahr zu heftigen Staus führten, wie auch Graebel sagt, rechnet die Polizei an diesem Wochenende mit weniger gravierenden Auswirkungen. „Ich sehe es als eher unproblematisch an“, sagt Gerhard Lehrer, Verkehrssachbearbeiter in der Polizeiinspektion Regensburg-Süd. „Das Einzige, was man hoffen muss, ist, dass es auf der Autobahn störungsfrei bleibt.“ Schließlich sei der Odessa-Ring auch Umfahrungsstrecke für A3-Nutzer.

Hier sehen Sie die Umleitung während der Vollsperrung.

In der Unfallstatistik schlagen sich die Einschränkungen auf der A3 für die Autofahrer bisher nicht „signifikant“ nieder, gibt Polizeisprecher Brück Auskunft. Zwischen 1. März und 30. Juni 2018 – Einsätze danach sind in der Statistik noch nicht erfasst – ereigneten sich 131 Unfälle auf der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Regensburg und der Aus- beziehungsweise Auffahrt Wörth-Ost. Für denselben Zeitraum in den Jahren 2016 und 2017 sind 126 beziehungsweise 115 Unfälle erfasst, wobei die 2017-er Zahlen laut Brück oberpfalzweit besonders niedrig ausfielen. Laut Brück gilt deshalb für heuer: „Wir sind eigentlich auf dem Niveau der Vorjahre.“

Unfallfolgen sind gravierender

Kommt es allerdings zu einem Unfall, machen sich die Folgen deutlicher bemerkbar. „Der Verkehr staut sich ungemein schneller und weiter“, sagt Polizeisprecher Brück. Auf den verengten Fahrbahnen blockieren Unfallfahrzeuge den Verkehr stärker. Stockt dieser dann, ist es für die Polizei noch schwerer, zügig die Unfallstelle zu erreichen und räumen zu lassen; sie ist daher ohnehin schon verstärkt mit Motorrädern unterwegs.

Mit ihrer Präventions-Aktion will sie die Zahl der Unfälle reduzieren. Vor zwei Wochen bildeten Geschwindigkeitskontrollen den Auftakt. Jetzt nimmt die Polizei abgelenkte Verkehrsteilnehmer in den Fokus – also vor allem solche, die sich am Steuer mit dem Smartphone beschäftigen. „Kolleginnen und Kollegen werden sich positionieren und vielleicht auch von einer Brücke herunter einen Blick auf die Fahrzeuge werfen“, sagt Brück. Entdecken sie einen Fahrer mit Handy, versuchen sie, soweit möglich, das Vergehen sofort zu ahnden. 100 Euro und einen Punkt beträgt die Strafe für das Handyverbot am Steuer. In zwei und vier Wochen sollen Abstandsmessungen und Kontrollen des Schwerlastverkehrs folgen.

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Verkehrssteuerung

  • Messungen:

    Die Autobahndirektion Südbayern begleitet die Kontrollaktionen der Polizei mit einer Verstärkung ihrer Verkehrsfluss-Überwachung im Baustellenbereich mit weiteren Messstellen.

  • LED-Tafeln:

    Zur Verkehrsbeeinflussung setzt die Autobahndirektion auf mehr LED-Tafeln. Die Stauwarnanlage bekommt acht neue Tafeln, dazu werden 15 neue Wechselverkehrszeichen mit der Höchstgeschwindigkeit aufgestellt.

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