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Alan Kurdi nach Quarantäne in Palermo

Nach 14-tägiger Quarantäne ist die Alan Kurdi am Montagmorgen in Palermo eingelaufen. Die Crew darf noch nicht vom Schiff.

Das Rettungsschiff Alan Kurdi ist am Montagmorgen in Palermo eingelaufen. Foto: Sea Eye e.V.
Das Rettungsschiff Alan Kurdi ist am Montagmorgen in Palermo eingelaufen. Foto: Sea Eye e.V.

Regensburg.Die Odyssee der Alan Kurdi endete am Montagmorgen im Hafen von Palermo, berichtet der Verein Sea-Eye e.V. in einer Pressemitteilung. Für die Crew wurde zuvor eine 14-tägige Quarantäne angeordnet, die in der Bucht von Palermo absolviert werden musste. Insgesamt verbrachten die 17 Crewmitglieder nun 36 Tage auf See.

Bei der Ankunft im Hafen von Palermo wurde die Crew einem Covid-19-Test unterzogen. Die Mannschaft darf das Schiff weiterhin nicht verlassen, bis die Testergebnisse vorliegen. Anschließend wird die Crew das Schiff komplett reinigen. Ein italienisches Unternehmen wird die Alan Kurdi anschließend auf behördliche Anweisung desinfizieren. Das Sea-Eye-Crewmanagement wird die Crewmitglieder dann bei der Heimkehr in die jeweiligen Heimatländer Deutschland, Frankreich, Spanien und Österreich individuell unterstützen.

Bisher aufwendigste Mission

Insgesamt dauerte der Einsatz acht Wochen. Es handelt sich um den aufwendigsten Einsatz, den die Regensburger Seenotretter bisher durchführten. „Noch nie hatte die Alan Kurdi so lange so viele Menschen an Bord. Keine Crew musste mehr Menschen versorgen und nie mussten wir so viele Ressourcen für eine Mission einsetzen. Das sind traurige Rekorde“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye.

Unterstützung erhielt Sea-Eye vom Bündnis United 4 Rescue (gegründet durch die Evangelische Kirche in Deutschland), die für die hohen Blockadekosten aufgekommen sind. Auch der von Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf initiierte Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung wird Sea-Eye dabei helfen, den nächsten Einsatz der Alan Kurdi sicherzustellen.

„Die Solidarität mit unserer Crew und den geretteten Menschen war unglaublich. Dafür sind wir dankbar. Nur so können zivile Akteure die anspruchsvolle Aufgabe Seenotrettung bewältigen“, fügt Isler hinzu.

Weiteres Quarantäneschiff legt an

Anlegen durften am Montagmorgen auch das spanische Rettungsschiff Aita Mari und die italienisches Fähre Raffaele Rubattino, auf der die geretteten Menschen beider Schiffe vom Italienischen Roten Kreuz versorgt worden sind.

Wie es für die geretteten Menschen der Alan Kurdi weitergeht, ist noch immer nicht geklärt. Der Bundesinnenminister teilte am Sonntag mit, dass sicher bisher nur Deutschland zur Aufnahme bereit erklärt habe.

„Schwer vorstellbar, dass europäische Innenminister über 150 Einzelschicksale diskutieren und verhandeln müssen. Erst forderte uns das BMI auf, die Rettungen einzustellen, jetzt muss für 150 Menschen erst wieder auf europäischer Ebene verhandelt werden. In Deutschland gibt es 150 aufnahmebereite Städte, die ihre Hilfe anbieten. Die einfache Frage der Verteilung von Geretteten wird erneut unnötig politisch hochgeschaukelt“, sagt Julian Pahlke, Sprecher von Sea-Eye

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