MyMz
Anzeige

Gesellschaft

Alkoholverbot am Bahnhof bleibt bestehen

Fünf Monate dauerte die Testphase in Regensburg. Die Bahn zieht eine positive Bilanz. Alkohol bleibt daher weiter untersagt.
Von Kathrin Robinson

Im Bahnhof in Regensburg darf auch künftig kein Alkohol mehr getrunken werden. Foto: Lex
Im Bahnhof in Regensburg darf auch künftig kein Alkohol mehr getrunken werden. Foto: Lex

Regensburg.Fünf Monate dauerte die Testphase – nun steht fest: Das Alkoholverbot im Regensburger Hauptbahnhof bleibt bestehen.

Seit 1. November 2018 untersagt die Deutsche Bahn sowohl den Konsum alkoholischer Getränke als auch das Mitnehmen solcher Getränke, die zum Verzehr am Bahnhof bestimmt sind. Das Verbot galt zunächst probeweise bis zum heutigen 30. April. Nun wurde Bilanz gezogen – und die fällt nach Angaben eines Bahnsprechers positiv aus: „Bei Gesprächen an der DB Information wurde von Reisenden und Besuchern des Bahnhofs immer wieder erwähnt, dass sich die Aufenthaltsqualität seit der Einführung des Alkoholkonsumverbots deutlich erhöht hat. Deshalb wird das Alkoholkonsumverbot unbefristet eingeführt.“

Beschwerden über Betrunkene

Das Alkoholverbot im Regensburger Hauptbahnhof gilt nun unbefristet. Foto: Stefan Gruber
Das Alkoholverbot im Regensburger Hauptbahnhof gilt nun unbefristet. Foto: Stefan Gruber

Mit dem Verbot war die Bahn einem vielfachen Wunsch von Reisenden und Bahnhofsbesuchern nachgekommen. Immer wieder hatte es Beschwerden über Betrunkene oder zerbrochene Glasflaschen gegeben. Viele Menschen fühlten sich in dem Bereich nicht sicher. Mit der Wirkung des Alkoholverbots ist die Bahn nun offensichtlich zufrieden. Das Verbot wird auch weiterhin den gesamten Hauptbahnhof einschließlich des Arcadenstegs und der Bahnsteige umfassen. Es gilt sowohl tagsüber als auch nachts. Ausgenommen vom Alkoholkonsumverbot bleiben weiterhin aber die gastronomischen Betriebe innerhalb des Bahnhofsgebäudes, wie die „Lok.in Sportsbar“ im ersten Stock. Auch der Glühweinstand, der zur Vorweihnachtszeit auf dem Vorplatz des Bahnhofs steht, soll weiterhin erlaubt bleiben.

Diese Ausnahmen hätten in der Testphase zu keinen Komplikationen geführt, sagte ein Bahnsprecher am Dienstag auf Anfrage der MZ. Das Lokal im ersten Stock sei mit seinen Sitzgelegenheiten ganz klar vom übrigen Bahnhof abgegrenzt. Auch Reisende, die etwas zu feiern haben oder zu Veranstaltungen unterwegs sind und in den Zügen „vorglühen“, gingen normalerweise nur kurz durch den Bahnhof und konsumierten mitgebrachten Alkohol dann woanders weiter.

Sehen Sie unsere Umfrage zum Alkoholverbot am Bahnhof:

Was sagen die Regensburger zum Alkoholverbot am Ba

Die meisten reagieren mit Verständnis

In der Anfangszeit der Probephase hatte die Bahn die Sicherheitskontrollen intensiviert und verstärkt Präsenz gezeigt, um auf das Alkoholkonsumverbot hinzuweisen und dieses durchzusetzen. Bei Verstößen können die Sicherheitskräfte der Bahn Platzverweise und im Wiederholungsfall auch ein Hausverbot verhängen. Die meisten, die im Bahnhof Alkohol trinken und vom Sicherheitsdienst angeprochen werden, reagieren laut dem Bahnsprecher mit Verständnis. Dennoch habe es gerade in der Anfangszeit auch einige Platzverweise gegeben. Wie viele, kann der Bahnsprecher nicht beziffern. Mit zunehmender Bekanntheit des Alkoholverbots sei die Anzahl jedoch wieder rückläufig geworden.

„Die meisten Leute sind sehr einsichtig.“

Ein Bahnsprecher

Mittlerweile hat sich das Alkoholkonsumverbot im und um den Hauptbahnhof etabliert und wird von den meisten Bahnhofsbesuchern anerkannt. „Immer wieder kommen Leute an die DB Information und sagen, dass ein Aufenthalt im Bahnhof nun viel angenehmer ist“, berichtet der Sprecher. Auch während Veranstaltungen wie dem Palmator oder der Dult, wo mit vielen Fahrgästen und Passanten zu rechnen ist, die Alkohol dabei haben, sieht der Bahnsprecher kein großes Problem für die Umsetzung des Alkoholverbots. Weder reagiere die Bahn hier mit strengeren Kontrollen, noch werde man bei solchen Gelegenheiten künftig das Prinzip fahren, mal ein Auge zuzudrücken. „Wir weisen dann durch vermehrte Durchsagen auf das Alkoholverbot im Bahnhof hin“, sagt der Sprecher. Ansonsten werde die Einhaltung des Alkoholverbots genauso verfolgt, wie sonst auch. „Die meisten Leute sind sowieso sehr einsichtig.“

Reaktionen

Alkoholverbot am Bahnhof polarisiert

Im Netz wird heftig über das Verbot am Regensburger Hauptbahnhof diskutiert. Viele meinen, das Problem werde nur verlagert.

Weitere Nachrichten und Berichte aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht