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Gesellschaft

Alkoholverbot am Bahnhof kommt

In vielen Städten ist das Trinken von Alkohol an Bahnhöfen bereits untersagt. Ab 1. November zieht Regensburg nach.

Im Bahnhof in Regensburg darf künftig kein Alkohol mehr getrunken werden. Foto: Lex
Im Bahnhof in Regensburg darf künftig kein Alkohol mehr getrunken werden. Foto: Lex

Regensburg.Lange wurde es diskutiert, nun soll es kommen: Ab 1. November gilt am Regensburger Bahnhof ein striktes Alkoholkonsum-Verbot. Die Bahn weist darauf bereits in Durchsagen am Bahnhof hin. „Ab 1. November ist der Verzehr aller alkoholischen Getränke im Bereich des Regensburger Hauptbahnhofs untersagt“, wird Pendlern und Reisenden mitgeteilt. Regensburg folgt damit dem Beispiel von Städten wie München und Nürnberg, die gute Erfahrungen mit ähnlichen Regelungen gemacht haben.

Ein Wunsch von Reisenden

Wie die DB Station&Service AG am Montag mitteilte, kommt die Bahn mit dem Verbot einem vielfachen Wunsch von Reisenden und Bahnhofsbesuchern nach. Immer wieder waren in der Vergangenheit Beschwerden über Betrunkene oder zerbrochene Glasflaschen zu hören, viele Menschen fühlen sich in dem Bereich nicht sicher. Man wolle, dass sich alle im Bahnhof wohlfühlen, heißt es in der Pressemitteilung der Bahn. Untersagt wird deshalb künftig sowohl der Konsum alkoholischer Getränke als auch das Mitnehmen solcher Getränke, die zum Verzehr am Bahnhof bestimmt sind. Zunächst gilt das Verbot nur befristet bis 30. April nächsten Jahres.

„Nach der Probephase wird dann Bilanz gezogen und geschaut, wie das Verbot ankommt und wie es umgesetzt werden kann“, erklärte Anton Knapp, Sprecher der Bahn in Bayern, auf Anfrage der Mittelbayerischen. Das Verbot umfasst den gesamten Hauptbahnhof einschließlich des Arcadenstegs und der Bahnsteige. Erlaubt bleiben aber weiter alkoholische Getränke, die verschlossen zum Beispiel vom Einkauf nach Hause transportiert werden. Außerdem gilt das Alkoholkonsumverbot nicht für die gastronomischen Betriebe innerhalb des Bahnhofsgebäudes.

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Nächster Halt: Alkoholverbot

Bahnhöfe gelten oft als Brennpunkte. Andere Städte verbieten das Trinken dort bereits. Regensburg will nachziehen.

Umsetzung „mit Augenmaß“

Dass die Ausnahmen eine Umsetzung des Verbots nicht immer ganz einfach machen werden, gibt auch Bahn-Sprecher Knapp zu. Zumal das Verbot auch für den Bahnhofsvorplatz gilt, der im Besitz der Deutschen Bahn ist und der „ja nicht klar abgegrenzt“ sei. Auch der Glühweinstand, der in den vergangenen Jahren im Winter immer am Bahnhofsvorplatz war, soll nach Kenntnis des Sprechers weiterhin erlaubt bleiben. Man werde das Verbot „mit Augenmaß“ umsetzen, betont Knapp.

Während der Probephase sollen Sicherheitskräfte der Bahn verstärkt kontrollieren, ob das Verbot eingehalten wird. Sie können bei Verstößen einen Platzverweis und im Wiederholungsfall ein Hausverbot aussprechen. Bei Verstößen gegen das Hausverbot droht eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Die Stadt jedenfalls begrüßt das Verbot. „Es freut mich sehr, dass das jetzt durchgesetzt wird“, sagte Rechtsreferent Dr. Wolfgang Schörnig am Montag auf Nachfrage.

Vorbilder

  • München:

    Am Münchner Hauptbahnhof gibt es seit 2017 eine Regelung, die das Alkoholtrinken in der Nacht in und rund um den Bahnhof untersagt. Der Erfolg lässt sich an der Kriminalstatistik ablesen. So sind im Jahr 2016 noch 263 Delikte verzeichnet worden, die um den Hauptbahnhof nachts unter Alkoholeinfluss begangen wurden. 2017 waren es nur noch 203. Auch Körperverletzungen und andere Rohheitsdelikte gingen zurück. Das Verbot könnte schon bald auf 24 Stunden ausgeweitet werden. Das Kreisverwaltungsreferat prüft derzeit die Ausweitung der geltenden Regelung.

  • Nürnberg:

    Auch am Nürnberger Bahnhof gilt eine Alkoholverbotsverordnung, nach der von 22 Uhr bis sechs Uhr morgens kein Alkohol getrunken werden darf. Der Stadtrat hat sich bereits für ein 24-Stunden-Alkohol-Verbot ausgesprochen.

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