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Knabenchor

Alte und neue Domspatzen im Dom

Beim Ehemaligen-Treffen der Domspatzen hatten auch die Neuankömmlinge einen Auftritt. 37 Spatzen wurden neu aufgenommen.
Von Angelika Lukesch, MZ

  • Beim Konzert für die ehemaligen Domspatzen sang der Konzertchor der Domspatzen erstmals das Requiem Opus 9 von Maurice Duruflé. Foto: Lukesch
  • Den neuen Domspatzen war die Aufregung bei der feierlichen Zeremonie im Dom sehr deutlich anzusehen. Foto: Lukesch
  • Die neuen Domspatzen wurden feierlich aufgenommen (v. l. Christian Vieracker, Roland Büchner, Dr. Gegenfurtner, Rainer Schinko). Foto: Lukesch

Regensburg. Es ist eine alte Tradition der Regensburger Domspatzen und auch ein Zeichen für den Charakter der Domspatzenfamilie, dass im Rahmen des jährlichen Ehemaligen-Treffens auch die Neuankömmlinge im Chor und im Gymnasium ihren Auftritt haben. Gerade dieses Familiengefühl betonte auch Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner bei der feierlichen Aufnahmezeremonie für die neuen Domspatzen im Hohen Dom Sankt Peter. „Ihr kommt in keine Allerweltsschule, sondern in eine Familie, in der sich der eine um den anderen kümmert. Der große Dienst, den Gottesdienst im Dom zu gestalten, verlangt das von euch“, sagte der Dompropst.

37 neue Domspatzen waren bereits im Messgewand schön ordentlich in zwei Reihen aufgeteilt zusammen mit den Chorleitern, Betreuern und Präfekten in den Dom eingezogen und hatten vor dem Altarraum Platz genommen. Mucksmäuschenstill saßen sie da und lauschten den Worten des Dompropstes, der ihnen für das christliche Zusammenleben in der Domspatzenfamilie einige Ratschläge mit auf den Weg gab.

Dienst zur Ehre Gottes

„Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Achtsamkeit und Geduld sind das Wichtigste, das ihr haben müsst für ein Leben in Gemeinschaft, denn mit diesen Eigenschaften wird Friede verbreitet“, sagte Dr. Gegenfurtner. Eindringlich legt er den Buben ans Herz, „dass euer Dienst zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen gereicht.“ Dompräfekt Christian Hambsch wünschte den Neuen, immer begeisterte Domspatzen zu sein, um im gemeinsamen Singen andere zu begeistern.

Darauf folgte die offizielle Aufnahme in den Chor. Jeder einzelne neue Domspatz wurde namentlich aufgerufen, trat nach vorne, reichte Internatsdirektor Christian Vieracker die Hand, erhielt aus den Händen von Domkapellmeister Roland Büchner den „Blauen Stimmband“, schüttelte dem Dompropst die Hand und erhielt per Handschlag auch noch von Domvikar Rainer Schinko die besten Wünsche für seine Zukunft bei den Domspatzen. Für die Buben war die formelle Zeremonie sehr aufregend. Manch einem sah man die Anspannung im Gesicht an, andere erschienen mit strahlendem Lächeln zum Händeschütteln. Jeder einzelne wurde von einem älteren Domspatzen symbolhaft zum Konzertchor geführt, der wie immer vor dem Hochaltar Aufstellung genommen hatte.

Nach der Aufnahmefeier trafen sich die Ehemaligen zur Mitgliederversammlung des Vereins „Freunde des Regensburger Domchors“. Am Abend stand für die rund 90 früheren Domspatzen, die zum Treffen nach Regensburg gekommen waren, ein ganz besonderes Konzert auf dem Programm.

Ergreifendes Werk

Der Konzertchor der Domspatzen sang erstmals im Dom das Requiem Opus 9 von Maurice Duruflé in der Fassung für Chor und Orgel. Dieses außergewöhnliche Werk, das auf gregorianischen Gesängen basiert, ergriff die Zuhörer in dämmerigen Dom zutiefst. Man hätte buchstäblich die Nadel zu Boden fallen hören, als sich die klaren Bubenstimmen, verstärkt durch den Bass- Bariton des ehemaligen Domspatzen Simon Tischler erhoben und den stillen Raum mit Musik und Emotionen erfüllten. An der Orgel spielte Domorganist Professor Franz-Josef Stoiber.

Nach diesem besinnlichen Konzert ging es lustiger zu. Die Ehemaligen trafen sich in der Gaststätte Bischofshof und ließen in Erzählungen alte Zeiten, Streiche und Erlebnisse wieder neu auferstehen.

Der Sonntagvormittag gehörte zunächst der gemeinsamen Probe unter Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner. Die aktiven Männerstimmen der Ehemaligen bildeten mit den Knabenstimmen des Konzertchores einen beeindruckenden Klangkörper, der das Kapitelsamt mit Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner mit gregorianischen Gesängen sowie mit Musik von Palestrina, Mendelssohn Bartholdy, Bruckner sowie Bach gestaltete. Das Ehemaligen-Treffen endete mit dem Gebet am Stiftungsgrab am Unteren katholischen Friedhof.

Die Freunde des Domchores

  • Der Verein

    Der Verein „Freunde des Regensburger Domchores “ wurde 1925 auf Initiative von H.H. Domkapellmeister Prof. Dr. Theobald Schrems gegründet. Er ist neben dem Domkapitel Regensburg partnerschaftlicher Mitträger der Stiftung Regensburger Domspatzen.

  • Aufgaben

    Der Freundeskreis bzw. der Verein bündelt alle wirtschaftlichen und organisatorischen Aspekte der nicht-liturgischen Konzerttätigkeit der Regensburger Domspatzen.

  • Unterstützung der Stiftung

    Bei der Bewältigung des Stiftungshaushalts und notwendiger Investitionen unterstützt der Verein die Stiftung Regensburger Domspatzen.

  • Größe

    Mehr als 1000 Mitglieder gehören dem Verein an. Jedes Mitglied bezeugt dadurch seine Verbundenheit zu den weltberühmten Domspatzen.

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