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Denkmal

Alte Wache zum Christkindlmarkt saniert

Die Fassade des Gebäudes im Kaufhaus wird gestrichen. Früher patroullierte hier die Bürgerwehr der Freien Reichsstadt.
Von Dr. Christian Eckl

Die Alte Wache am Neupfarrplatz wird derzeit saniert. Foto: Eckl
Die Alte Wache am Neupfarrplatz wird derzeit saniert. Foto: Eckl

Regensburg.Die Alte Wache, einst auch Hauptwache genannt, wird derzeit aufgehübscht. Das Gebäude steht nur noch teilweise, es ist Sinnbild für die wechselhafte, spannende, mitunter aber auch grausame Geschichte der Stadt Regensburg. Und dennoch ist die Fassade, die heute noch zu sehen ist, für viele Regensburger Sinnbild der „Staaden Zeit“: Vom Balkon der Alten Wache aus eröffnet das jeweilige Stadtoberhaupt zusammen mit dem Heiligen Nikolaus den städtischen Christkindlmarkt. Heuer eröffnet dieser am 25. November.

Derzeit ist ein Teil der Fassade eingerüstet, die Farbe ist ab. Doch was geschieht eigentlich bei der Alten Wache? Dr. Eugen Trapp vom Amt für Archiv und Denkmalpflege der Stadt Regensburg klärt auf: „Bei den derzeit ausgeführten Arbeiten handelt sich lediglich um eine Reparatur, da der Putz im Erdgeschossbereich schadhaft war.“ Am Erscheinungsbild der Alten Wache werde sich aber nichts ändern. Ob die Fassade bis zur Eröffnung des Christkindlmarktes wieder in neuem, altem Glanz erstrahlt, sagt Trapp zwar nicht. Da aber nur neu gestrichen wird, ist das sicher.

Denkmal mit wechselhafter Geschichte

Errichtet wurde das Gebäude nach dem Abbruch des alten Judenviertels im Jahr 1519 auf dem sogenannten „Judenstadel“. Das zumindest gibt der berühmte „Große Bauer“ an, das Standardwerk für alle, die sich für die Substanz des mittelalterlichen Wunderwerks Regensburg interessieren. Karl Bauer, ein Volksschullehrer, hatte in seinem Standardwerk die Denkmäler der Stadt zusammen getragen und sie beschrieben. Der „Große Bauer“ ist zwischenzeitlich in der sechsten Auflage erschienen.

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Zunächst errichtete die Reichsstadt an der Stelle ein Holzgebäude, das im 18. Jahrhundert mit Steinplatten versehen wurde, damit die Soldaten hier besser auf und abschreiten konnten. Gestellt wurden die Soldaten von den acht sogenannten Wachten der Stadt Regensburg, so nannte man die Stadtviertel. Jede Wacht musste Soldaten abstellen. Daher kommt auch der Name des Gebäudes, Alte Wache.

Früher war dort die Stadtbücherei

Laut Bauer war in der Alten Wache nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst die Stadtbücherei untergebracht. Doch Ende der 60er Jahre herrschte Aufbruchstimmung: Die alten, teils verfallenen mittelalterlichen Häuser waren den Stadtoberen ein Dorn im Auge. Am Neupfarrplatz wurden zwölf Bürgerhäuser abgerissen. 1973 wurde auch die Alte Wache Opfer der neuen Zeiten. Die Fassade des Hauses mitsamt dem Säulenportikus und dem Balkon wurde in das neu gebaute Kaufhaus integriert. Dort zeugt sie noch heute davon, welche Substanz zu Gunsten des inzwischen in die Jahre gekommenen Kaufhauses verloren ging.

Wer die Sanierung bezahlt, ließ Denkmalpfleger Trapp übrigens offen. Er sagte nur soviel: „Die Alte Wache beziehungsweise die davon übrig gebliebene Fassade gehört zum Kaufhof.“

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