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Bau

Altes Jahnstadion: Erster Bagger ist da

Der Abriss des Alten Jahnstadions hat begonnen. In wenigen Tagen wird klar sein, wie die Arbeiten im Detail ablaufen sollen.
von Mario Geisenhanslüke, MZ

So sah es am ersten Tag des Abrisses des Alten Jahnstadions aus.

Regensburg.Drei Spitzhacken. Drei Arbeiter. Ein Bagger. So wenig spektakulär beginnt das Ende von so viel Regensburger Stadtgeschichte. Denn am heutigen Montag haben die Abbrucharbeiten des Alten Jahnstadions an der Prüfeninger Straße begonnen.

Um 14.32 Uhr hat sich der erste große, gelbe Hydraulikbagger schon vor dem ehemaligen Fanshop in Stellung gebracht. Es röhrt und dröhnt, als sich der Koloss auf der Stelle zu drehen beginnt. Dann senkt sich die Schaufel und greift zu. Es knackt und knirscht. Dass das Gewirr aus Holz und Metall vielleicht einmal ein Fensterrahmen gewesen sein könnte, lässt sich nur noch grob erahnen. Der Arm hebt sich und lässt seine Fracht in einen der beiden großen Container fallen. Spätestens jetzt ist klar: Der Abriss der historischen Sportstätte wird länger als ein paar Tage dauern.

Der Spielertunnel wird nicht mehr lange stehen. Foto: Geisenhanslüke
Der Spielertunnel wird nicht mehr lange stehen. Foto: Geisenhanslüke

Genauer gesagt: Er soll wohl rund drei Monate dauern. Für die Arbeiten verantwortlich ist die „Althammer Bau GmbH“ aus Pemfling. Wie die Pressestelle der Stadt Regensburg auf Nachfrage unseres Medienhauses mitteilte, werde sich die Firma nun zwei bis drei Tage auf der Baustelle einrichten. Wenn das passiert ist, wird das städtische Hochbauamt zusammen mit dem Fachunternehmen einen Fahrplan ausarbeiten, wie der Abriss im Detail ablaufen soll. Wie das grob ablaufen wird, hatte Christian Hartung vom Bauamt bereits in der vergangenen Woche skizziert: Zunächst werden die Zäune abgebaut, dann wird das Gebäude entkernt. Im Anschluss daran wird die Tribüne „Stück für Stück“ abgetragen. Ist das alles erledigt, werden die Fundamente aus der Erde geholt.

Und dann wird allmählich ein Teil Oberpfälzer Fußballgeschichte aus der Domstadt verschwinden. Schon an diesem Montag stehen immer wieder Regensburger an dem einen oder anderen verschlossenen Eingang oder Bauzaun. Wehmütig lässt ein älteres Ehepaar, das schon lange in der Nähe der ehemaligen Fußballhochburg wohnt, den Blick über das Spielfeld gleiten. Doch mit einem Spielfeld hat die karge Landschaft, die sich aktuell vor der historischen Tribüne erstreckt, nur mehr wenig zu tun. Und bald wird gar nichts mehr daran erinnern.

Das Ende einer Ära Foto: Geisenhanslüke
Das Ende einer Ära Foto: Geisenhanslüke

Überdauern wird die Arbeiten indes der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Turm. Er wird in das Gelände der neuen Kreuzschule integriert, die auf einem großen Teil des Areal entstehen wird. Einen weiteren Teil will die Brauerei Bischofshof nutzen. Außerdem werden dort Wohnungen entstehen.

Das Alte Jahnstadion in 360 Grad

So sieht es zu Beginn des Abrisses aus: In den folgenden vier 360-Grad-Bildern können Sie sich noch einmal an vier Stellen im Alten Jahnstadion umsehen. Klicken Sie einfach in das Bild, um zu starten, und nutzen Sie dann ihre Maus (oder ihren Finger, wenn Sie ein mobiles Endgerät nutzen), um sich im Bild zu bewegen.

Vor der Tribüne

Mehr Grün ist nicht mehr übrig im alten Jahnstadion. - Spherical Image - RICOH THETA

Am ehemaligen Anstoßkreis

Der Anstoßkreis ist auch nicht mehr das, was es einmal was. - Spherical Image - RICOH THETA

Vor dem Turm

Wo früher Fußball gespielt wurde, rollen bald die Bagger an. - Spherical Image - RICOH THETA

Auf der Haupttribüne

Ein letztes Mal auf der Tribüne im alten Jahnstadion stehen. - Spherical Image - RICOH THETA

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Vor dem Abbruch des Stadions blicken vier ehemalige Spieler der Regensburger Jahnelf für uns zurück. Bevor die Abrissbirne zuschlägt, wurde außerdem die Jahntribüne noch einmal gewürdigt: OTH-Studenten erforschten die Baugeschichte.

Eine Geschichte geht zu Ende

  • Aus Wiesen wurde der Jahn-Platz

    Am 19. September 1926 pachtete der Sportbund Jahn das Grundstück an der Prüfeninger Straße, das damals noch am Stadtrand lag. Aus ein paar Wiesen wurden ein Hauptspielfeld und mehrere Trainingsplätze, der Jahn-Platz wurde die neue Heimspielstätte der Regensburger. Als immer mehr Zuschauer den Jahn besuchten, wurde 1931 die Jahn-Tribüne gebaut – zu der Zeit eine der modernsten Fußballtribünen Deutschlands.

  • Am 20. Februar beginnt der Abriss

    Am 23. Mai 2015 war die Tribüne des Jahnstadions letztmals bei einem größeren sportlichen Ereignis besetzt. Es war der Tag der Abschiedsfeier, an dem die Hausherren die Gegner von Fortuna Köln mit 4:0 vom Platz fegten. Danach gab es nur noch ein Testspiel gegen Offenbach, zu dem nur 250 Fans kamen. Ende des Monats wird die Tribüne endgültig Geschichte sein. Am 20. Februar beginnt der Abriss. Das Stadion macht einer neuen Schule Platz.

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