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Wohnen

Am Brandlberg wächst die Skepsis

Im Baugebiet entstehen jetzt 540 Wohneinheiten für 1400 Menschen. Das wirft Fragen auf – auch wegen der Verkehrsanbindung.
Von Norbert Lösch

Das Baugebiet Brandlberg aus der Luft: Hier sollen einmal 1400 Menschen wohnen. Foto: Tino Lex
Das Baugebiet Brandlberg aus der Luft: Hier sollen einmal 1400 Menschen wohnen. Foto: Tino Lex

Regensburg.Der Stadtteil Brandlberg wächst – und zwar gewaltig. Ursprünglich waren im Bebauungsplan 200 Wohneinheiten vorgesehen. Nach mehreren Änderungen des Konzepts steht inzwischen fest, dass in dem Gebiet an der Pilsen Allee in 540 Einheiten Wohnraum für 1400 Menschen entsteht. Das ist annähernd eine Größenordnung wie die Gesamteinwohnerzahl von Landkreisgemeinden wie Brunn, Altenthann oder Wolfsegg. Der tägliche Blick auf die Baukräne und die Verkehrsentwicklung lässt Alteingesessene die Stirn runzeln: Passiert das alles auch verträglich für Alt-und Neubürger? Wird die Verkehrserschließung dem Endausbau-Szenario gerecht? Über „sich aufdrängende Fragen, Sorgen und Anliegen der Anwohner“ soll jetzt bei einem „Brandlberg-Gipfel“ diskutiert werden – Bürgerbeteiligung von unten.

Mit Vertretern von Stadt und IZ

Gebetsmühlenartig beteuern die „Alt-Brandlberger“, dass sich ihre Kritik nicht gegen das Neubaugebiet an sich richtet und sie schon gar nichts gegen Neubürger in dem nördlichen Stadtteil haben. „Was wir haben, sind Einwände, vor allem was die geplante Verkehrserschließung betrifft“, sagt etwa Konrad Birkmeier, Geschäftsführer des Männer- und Burschenvereins Brandlberg. Unterstützt von der CSU im Stadtrat, wollen er und seine Mitstreiter ihre Bedenken öffentlich machen – nächsten Dienstag bei einer Diskussion mit der Planungsreferentin der Stadt und einem Vertreter des Bauträgers Immobilienzentrum.

„Die Erschließung des Gebiets ist gesichert.“

Planungsreferentin Christine Schimpfermann

„Die Erschließung des Gebiets ist gesichert“, versicherte die Stadt diese Woche per Pressemitteilung. Dieser Feststellung widersprechen der CSU-Ortsverband Konradsiedlung-Wutzlhofen und der Männerverein um Birkmeier und seine Vorstandschaft.

Planungsreferentin Christine Schimpfermann verweist darauf, dass die Erschließung des „neuen“ Brandlbergs „auf der Grundlage der aktuellen Verkehrsprognosen rund um das Baugebiet entwickelt“ worden sei. Und es sei durchaus nachgebessert worden: Vorgesehen sei, die Zufahrt von der Grünthaler Straße zur Glashüttenstraße/Haidhofweg so auszubauen, dass künftig drei anstatt zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. „Damit ist ausreichender Spielraum vorhanden, um den Verkehr getrennt zwischen Rechts- und Linksabbiegern zu führen und die Ampelsteuerung flexibel an die Bedürfnisse anzupassen.“

Dass „Nachverdichtungspotenziale“ im Baugebiet vom Stadtrat in mehreren Stufen ausgeschöpft wurden, trage dem „flächensparenden Umgang mit kostbarem Bauland“ Rechnung. Die städtebaulichen Zielsetzungen aus dem ursprünglichen Wettbewerbsergebnis – 2012 war von knapp 200 Wohneinheiten vorwiegend in Einfamilienhäusern, 2016 dann von 400 die Rede – seien dennoch erhalten geblieben: „Das neue Viertel wird in kleinere Quartiere aufgeteilt und von Obstwiesen durchzogen sein.“

Mag sein, sagen die Kritiker. Sie hadern aber vor allem mit der Verkehrsanbindung des Baugebiets, die „abenteuerlich und so nicht hinnehmbar“ sei. Konrad Birkmeier kann etwa bis heute nicht nachvollziehen, dass ein für die Haidhofstraße beantragter Kreisverkehr von der Stadt „rigoros abgelehnt“ wurde – angeblich liegt das erwartete Verkehrsaufkommen weit unter dem gesetzlichen Schwellenwert. Und dem weiteren Vorschlag, zumindest eine Art Notzufahrt von der Pilsen Allee zu schaffen, steht schon allein die geschlossene Lärmschutzwand entlang der Straße entgegen.

Manche Menschen macht das

Zweifel, dass eine Zufahrt reicht

Dass eine Zufahrt zum Brandlberg für dann knapp 2000 Einwohner, Kunden des Nahversorgungszentrums und Nutzer des neuen Sportzentrums des BSC Regensburg in der geplanten Form ausreichen soll, bezweifeln neben vielen „Alt-Brandlbergern“ auch die CSU-Stadträte Markus Jobst und Erich Tahedl. Beide sind auch Mitglieder im Männerverein Brandlberg und machten den „Gipfel“ erst möglich, weil die CSU-Stadtratsfraktion offiziell als Veranstalter auftritt.

Die Zweifel nähren Unfälle, die sich im Vorjahr im Kreuzungsbereich Grünthaler Straße/Glashüttenstraße ereigneten. „Da hat sich gezeigt, dass bei solchen Störungen der Brandlberg für niemanden mehr erreichbar ist“, sagt Konrad Birkmeier. Ein solches verstopftes Nadelöhr sei im Hinblick auf mögliche Notfälle sehr beunruhigend.

Und noch etwas wird am Dienstag zur Sprache kommen: Gerüchte, wonach bereits ein Baugebiet „Brandlberg II“ geplant sei – vom Haidhofweg bis hinauf zur Grenze des Naturschutzgebiets.

Diskussion: Brennpunkte im Stadtnorden

  • Die verdichtete Wohnbebauung

    und erwartete Verkehrsprobleme für den Brandlberg veranlassten die CSU-Stadtratsfraktion und den Männer- und Burschenverein Brandlberg, eine Informationsveranstaltung zu organisieren. Termin: 6. Februar um 19 Uhr im Sportheim des BSC.

  • Weitere Themen,

    die an dem Abend diskutiert werden, sind unter anderem der Ausbau des Haidhofwegs, der geplante Nahversorger in der Konradsiedlung, der in Bau befindliche Brandlberger Steg und der Kunstrasenplatz des BSC Regensburg. Dieser beteiligt sich an der Organisation.

  • Teilnehmer:

    An der Gesprächsrunde beteiligen sich Planungsreferentin Christine Schimpfermann, die CSU-Stadträte Erich Tahedl und Markus Jobst sowie der CSU-Fraktionsvorsitzende Dr. Josef Zimmermann und Dr. Thomas Rosenkranz vom Vorstand des Immobilienzentrums.

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