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Finanzen

An der Uni: Achtung Baustelle


Von Davina Lang, MZ

„Der Baustil der Universität ist ein Kind seiner Zeit“, weiß Karl Stock, Baudirektor des Staatlichen Bauamts Regensburg. Wirtschaftlich und vor allem schnell realisierbar sollte die Hochschule damals sein. Mehr als ein Jahrzehnt dauerte die Errichtung, von der Grundsteinlegung 1965 bis zur Fertigstellung des vorerst letzten Fakultäts-Gebäudes im Jahr 1978. Das einheitlich verwendete Material: Sichtbeton.

Der Bedarf: Marode Fassaden,

zu wenig Platz für Fakultäten

Vierzig Jahre später scheint das Universitäts-Gelände eine ewige Baustelle mit permanentem Renovierungsbedarf zu sein. Dass die maroden Beton-Fassaden der Uni dringend eine Grundsanierung benötigen, ist seit vielen Jahren ein Thema. 2008 passierte Alf Zimmer, der damalige Rektor der Universität, das Gebäude der Philosophischen Fakultäten; da löste sich ein dicker Brocken aus der maroden Betonfassade und krachte direkt auf den Bauzaun neben seinem Kopf herunter. Spätestens da war klar: Hier muss schnell etwas getan werden. Zudem ergab sich in den vergangenen Jahren ein immer größeres Platz-Problem der einzelnen Fakultäten. Was in den 1960er Jahren mal als Hochschule für maximal 13 000 Studierende geplant war, hat sich heute zu einer Voll-Universität mit über 20 000 Studentinnen und Studenten entwickelt.

Bereits erledigt: Audimax, Mensa und die zentrale Bushaltestelle

Vieles ist bereits passiert: Das Audimax bekam eine Sanierung, die Mensa wurde adäquat gestaltet, damit zeitgemäßes Kochen kein Problem mehr ist. Nördlich des Gebäudeteils der Fakultäten Wirtschaft und Recht entstand das sogenannte „Vielberth-Gebäude“. Der quaderförmige Baukörper konnte im Mai 2011 in Betrieb genommen werden und wurde anschließend für die herausragende Architektur mit dem Hochschulpreis prämiert. Im Spätsommer 2012 konnten die Arbeiten an der zentralen Omnibushaltestelle an der Universität abgeschlossen werden.

Gerade in Arbeit: Der Komplex Philosophie / Theologie

Mit dem ersten Bauabschnitt des Gebäudekomplexes Philosophie und Theologie wurde im Februar 2010 begonnen. Im ersten Schritt der Sanierung wurde der Beton gesichert und für witterungsfeste Fassadenelemente gesorgt. Die Dächer wurden in dieser ersten Bauphase bereits aus Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit in den Endzustand saniert. Außerdem wurde die Cafeteria auf Vordermann gebracht. Die Kosten dieses ersten Bauabschnitts belaufen sich auf 6,8 Millionen Euro. Nach diesen Sofortmaßnahmen, sorgen die nächsten Bauabschnitte für die energetischen und gestalterischen Aspekte einer Sanierung. Eine aufgesetzte Wärmedämmung und eine neuer Look der Außenfassade sollen nächstes Jahr fertig sein. Die Gesamtkosten dieser Sanierung belaufen sich auf etwa 62 Millionen Euro.

Wird neu gebaut: Flächen für die Naturwissenschaften

Während die Sanierungsarbeiten der alten Beton-Fassaden des Gebäudekomplexes Philosophie und Theologie begonnen haben, wurde im Frühjahr 2011 der Grundstein für das neue Ausweichgebäude für die Naturwissenschaften gelegt. Die Errichtung des neuen Gebäudekomplexes bildet den Auftakt des Erneuerungsprozesses. In das neu geschaffene Gebäude zieht die Biologie der Universität Regensburg. Nach der Behandlung der dadurch freigewordenen Flächen im nächsten Bauabschnitt ziehen die Lehrstühle des Vorklinikums um. In den weiteren Bauabschnitten folgen rücken dann die Fakultäten Physik und Mathematik nach. Die Kosten dieser Erweiterung und Erneuerung belaufen sich etwa auf 70,2 Millionen Euro.

Bleibt prägend: Der Baustoff Beton

Das Ausweichgebäude ergänzt den Bestand der alten Beton-Bauten. Das vorhandene Bau-Element Beton wird beibehalten und in das neue Ausweichgebäude integriert. So wird der neue Gebäudekomplex für Biologie nahtlos in das Gesamtkonzept der Universität eingegliedert. Auch die Sanierung der alten Beton-Fassaden erfolgt so, dass der typische Charakter der Uni beibehalten wird. „Wir haben ein festes Sanierungskonzept“, sagt Stock, Bereichsleiter des Hochschulbauamts. Im Ausweichgebäude der Naturwissenschaften setzt man außerdem auf regenerative Energieträger und Energieeinsparung. Auf den Dächern wird eine Photovoltaikanlage installiert und die geplante Regenwasserbewirtschaftung dient künftig der Bewässerung des Gewächshauses sowie des benachbarten botanischen Gartens.

Weitere Maßnahmen wie Modernisierung des hochschulinternen Rechnernetzes und Neubau der Vorklinik sollen bis 2020 erfolgen. Der Unibetrieb läuft in allen Bauphasen weiter.

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