MyMz
Anzeige

Hautkrankheit

Ansteckungsgefahr: Kinderhaus ist zu

Wegen einer grassierenden Hauterkrankung schließt das Kinderhaus Pestalozzi in Regensburg. Die Räume werden desinfiziert.
Von Kathrin Robinson

Das Kinderhaus muss erst gereinigt werden, bevor hier wieder Kinder spielen können. Foto: Wabra
Das Kinderhaus muss erst gereinigt werden, bevor hier wieder Kinder spielen können. Foto: Wabra

Regensburg.Eltern, deren Kinder das Kinderhaus Pestalozzi in der Landshuter Straße besuchen, stehen in dieser Woche vor einer Herausforderung. Kurzfristig müssen sie eine alternative Betreuung für ihren Nachwuchs suchen. Der Grund: Die städtische Einrichtung ist seit Montag bis voraussichtlich diesen Freitag geschlossen. Bei mehreren Personen in der Einrichtung sei eine ansteckende Hauterkrankung aufgetreten, so teilte die Stadt Regensburg am Dienstag mit, deren Ursache ärztlich abgeklärt werden soll, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Zusätzlich soll das Kinderhaus demnach in dieser Woche einer Sonderreinigung unterzogen und desinfiziert werden.

Ansteckende Pilzerkrankung

Ein Zettel hängt an der Eingangstür und informiert die Eltern. Foto: Wabra
Ein Zettel hängt an der Eingangstür und informiert die Eltern. Foto: Wabra

Die Eltern waren von dieser Maßnahme vorab in einem Elternbrief unterrichtet worden. Außerdem gab ein Zettel an der Eingangstür der Einrichtung darüber Auskunft. In der Einrichtung sei nicht nur die Borkenflechte aufgetreten, stand darauf zu lesen. „Hinzugekommen ist eine hochansteckende Hautpilzerkrankung, die zu immer neuen Fällen führt“, hieß es weiter. Eine Ansteckung von Familienmitgliedern sei nicht auszuschließen.

Um was für eine Hautpilzerkrankung es sich dabei genau handelt, konnte die Stadt am Dienstag nicht beantworten. Auch nicht, wie viele der in der Einrichtung betreuten Kinder von der Erkrankung aktuell betroffen sind. Dies befinde sich aktuell in Abklärung, hieß es dazu von der Stadt. Fest steht jedoch, dass sechs der 18 Betreuerinnen im Kinderhaus Pestalozzi an dem Hautpilz erkrankt sind. Aufgrund der Erkrankungen war laut Stadt vom 2. bis zum 18. Januar bereits eine Notgruppe in der Einrichtung in Betrieb. Nun musste das Kinderhaus, in dem rund 70 Kinder betreut werden, komplett schließen.

Vorerst ist das Kinderhaus noch diese Woche geschlossen. Foto: Wabra
Vorerst ist das Kinderhaus noch diese Woche geschlossen. Foto: Wabra

Die Eltern wurden darum gebeten, alle im Kinderhaus betreuten Kinder einem Hautarzt vorzustellen. Borkenflechte ist laut Kinderarzt Guido Judex vom Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit in Regensburg eine Hautinfektion, die durch bestimmte Bakterien, die sogenannten Staphylokokken, hervorgerufen wird und hochansteckend ist. „Diese Bakterien kommen an sich überall vor“, erklärt er. Besonders gern besiedeln sie auch den Bereich um die Nase. Ist ein Kind erkältet und hat eine „Rotzglocke“ kann es schnell passieren: „Der Rotz greift die Haut an und wenn diese an irgendeiner Stelle nicht intakt ist, können die Bakterien unter die Haut gelangen.“

Gelb-krustiger Belag auf Haut

Die Folge einer Infektion sind gelblich belegte Hautveränderungen mit krustigen Auflagerungen, die sogenannte Borkenflechte. Sie kann an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten. Zusätzlich kann es zu Fieber kommen. „Das ist aber eher selten“, sagt Judex. Wird die Hautinfektion zügig mit einer Salbe und Antibiotika behandelt, verschwindet der gelbe Belag nach wenigen Tagen wieder. „Wird es nicht behandelt, kann es aber auch kritisch werden“, warnt Judex.

„Borkenflechte ist kein Problem, das man nicht in den Griff bekommt.“

Kinderarzt Guido Judex

Weil Borkenflechte sehr ansteckend ist, dürfen Kinder, die erkrankt waren, erst nach einem Besuch beim Kinderarzt, der Entwarnung gibt, und mit einem entsprechenden Attest wieder in Kinderbetreuungseinrichtungen gehen. Dass Hygienemängel bei dem heftigen Ausbruch der Borkenflechte im Kinderhaus Pestalozzi mit eine Rolle spielen könnten, glaubt der Kinderarzt eher nicht. Wo viele Kinder seien, wie in einer Betreuungseinrichtung, seien immer irgendwo Krankheitserreger, die von Kind zu Kind weitergegeben werden. „Borkenflechte ist nicht völlig ungewöhnlich“, sagt er. „Und es ist kein Problem, das man nicht in den Griff bekommt.“ Auch die Stadt hat noch keine Hinweise auf mögliche Ursachen der vielen Erkrankungen. Das kläre das Uniklinikum derzeit ab, teilte die Pressestelle auf Anfrage mit. Sollte die Einrichtung über den 25. Januar hinaus geschlossen bleiben müssen, erfolgt eine erneute Information der Stadt.

Weitere Nachrichten und Berichte aus Regensburg lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Hotline für Eltern

  • Die Einrichtung:

    Das Kinderhaus Pestalozzi bietet zwölf Krabbelstubenplätze sowie 60 Kindergartenplätze. Es wurde 2017 als Zwischenlösung in der Landshuter Straße eröffnet. Ein neues Gebäude ist in Planung.

  • Hilfe:

    Für alle Eltern und Betroffenen der Schließung des Pestalozzi-Kinderhauses ist eine Telefon-Hotline eingerichtet unter Tel. (0941) 507 59 50. Diese ist von 8 Uhr bis 9 Uhr besetzt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht