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Fussball

Hitze ließ Bier im Jahn-Stadion schäumen

Mehr Kühlung soll die Schankanlage besser funktionieren lassen. Der Caterer prüft auch den Einsatz von Einwegbechern.
Von Julia Ried, MZ

Beim Spiel am Freitag soll das Bier fließen.
Beim Spiel am Freitag soll das Bier fließen. Foto: MZ-Archiv/Gruber

Regensburg. Der Betreiber des neuen Fußballstadions, Franz-Josef-Strauß-Allee, die Stadttochter Regensburger Badebetriebe (RBB), und der SSV Jahn haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung eingeräumt, dass bei dem Spiel gegen Amberg „letztlich die große Hitze ab Spielbeginn“ zu den Problemen mit der Schankanlage geführt habe. Am kommenden heißen Fußballwochenende soll deshalb mehr Kühlung für Bier, Limo und Wasser die Lösung sein: „In Gesprächen mit dem Caterer Party-Engel und dem SSV Jahn wurde nun beschlossen, dass sämtliche Getränke bis unmittelbar vor Öffnung der Continental Arena am Spieltag gekühlt gelagert werden“. Neben dieser technischen Maßnahme prüfe der Caterer unter anderem, ob zur Vermeidung einer Pfandrückgabe-Schlange ein Einsatz biologisch abbaubarer Einwegbecher in Frage kommt.

Kühl-Lastfahrzeug ist bestellt

Offensichtlich war die Kühlung beim Oberpfalzderby am Freitag vor knapp zwei Wochen nicht ausreichend, so dass die Getränke begannen zu schäumen. In der Pressemitteilung erklären RBB und SSV: Durch die Hitze sei eine „Kettenreaktion“ ausgelöst worden, „die zur Folge hatte, dass das Servicepersonal bei normaler Bedienung der Zapfanlage nur noch Schaum in die Becher der Gäste füllen konnte“.

30 Grad sind für Freitagabend vorhergesagt, wenn die Spielvereinigung Bayreuth zu Gast ist. Die Verantwortlichen für das Catering wollen an diesem Tag extra ein Kühl-Lastfahrzeug einsetzen. „In diesem werden dann die für den Verkauf bestimmten Bierfässer bis zum Anschluss an die Zapfanlagen gelagert.“ Zusätzlich würden die Verkaufsstände mit Klimageräten ausgestattet, so dass eine Überhitzung wie beim Spiel gegen Amberg „quasi ausgeschlossen“ sei. Darüber hinaus werden zwei Schanktechniker im Einsatz sein, die alle Anlagen unter die Lupe nehmen sollen – „als Sicherheitsvorkehrung“, ergänzte RBB-Sprecher Martin Gottschalk – um auszuschließen, dass es zu weiteren technischen Problemen kommt.

Der „Party-Engel“ habe außerdem einen Verkaufsstand auf dem Vorplatz beantragt. Der Caterer werde darüber hinaus den Ablauf an den Ständen neu organisieren, insbesondere die Pfandrückgabe. In diesem Zusammenhang wird Gottschalk zufolge auch geprüft, ob die Verwendung von biologisch abbaubaren Einwegbechern möglich sei. Dabei gehe um die Frage, ob das in Regensburg „technisch und rechtlich“ machbar ist; ob die Stadt die Bioplastikbecher im Stadion erlauben würde, ist nicht gewiss. Solche Entscheidungen würden im Einzelfall, abhängig von Veranstaltung und Ort getroffen, so lautete die Auskunft von Sprecherin Juliane von Roenne-Styra. Zu klären ist auch, sagte Gottschalk, die Frage nach der Ökobilanz der Gefäße: ob der Gebrauch der Becher auf Maisbasis der Umwelt mehr schade, als wenn der Caterer Mehrweggefäße reinigt.

Becher-Idee kam aus Ingolstadt

Offenbar kam die Idee mit den „PLA-Bechern“ aus Ingolstadt. Das im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ansässige Catering-Unternehmen Stiftl, mit dem der Regensburger Caterer in Kontakt ist, setzt im Sportpark unter anderem zur Zeitersparnis auf die nur für Kaltgetränke geeigneten Becher. „Das Problem mit dem Pfand ist einfach das, dass es aufhält“, erklärte Geschäftsführer Lorenz Stiftl dazu.

Für „nicht unschlau“ hält auch der Regensburger Multiveranstalter Peter Kittel den Einsatz von kompostierbaren Einwegbechern, wenn sie getrennt vom restlichen Abfall entsorgt werden zumindest. „Wenn man Müll produziert, ist das immer noch die cleverste Lösung“, sagte Kittel, der selbst stark auf Mehrwegbehälter setzt „und wenn es gar nicht anders geht auf Kompostierbares“.

Stadtwerke-Geschäftsführer Olaf Hermes versicherte nun: „Wir haben die Reaktionen auf die Situation beim Amberg-Spiel sehr ernst genommen.“ Wegen der guten Zusammenarbeit der Beteiligten und dank des akribischen Vorgehens des RBB-Personals an Ort und Stelle sei man nun überzeugt, eine „technisch deutlich verbesserte Versorgung anbieten zu können“. Das Schreiben erklärt, warum die Fehlersuche „nicht einfach“ gewesen sei: Das Hitzeproblem habe sich beim Spiel gegen Amberg erst im Lauf des Abends bemerkbar gemacht, das Personal habe trotzdem „annähernd gleich viele Getränke“ ausgegeben wie beim ausverkauften Eröffnungsspiel am 10. Juli.

Der Caterer ist indes weiterhin damit beschäftigt, auf die zahlreichen Beschwerden zu reagieren. In einem persönlichen Brief, den ein Fan jedoch ins Internet stellte, erklärt die Geschäftsführung unter anderem, dass die Firma erst einen Tag vor dem ersten Spiel in die Räume einzog.

Catering im neuen Stadion

  • Verantwortliche:

    „Grundsätzlich sieht das Catering-Konstrukt der Continental Arena vor, dass die RBB in ihrer Funktion als Betreiber die technisch-organisatorischen Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb schafft“, hieß es vorige Woche in einer Pressemitteilung zum Thema.

  • Organisation:

    Nach einem „umfangreichen Auswahlprozess“ sei der Caterer „Party-Engel“ beauftragt worden.

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